Staufenberg (Hessen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Staufenberg
Staufenberg (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Staufenberg hervorgehoben
50.6608333333338.7272222222222190Koordinaten: 50° 40′ N, 8° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Gießen
Höhe: 190 m ü. NHN
Fläche: 28,13 km²
Einwohner: 8147 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 290 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35460
Vorwahl: 06406
Kfz-Kennzeichen: GI
Gemeindeschlüssel: 06 5 31 017
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Tarjanplatz 1
35460 Staufenberg
Webpräsenz: www.staufenberg.de
Bürgermeister: Peter Gefeller (SPD)
Lage der Stadt Staufenberg im Landkreis Gießen
Niederdorfelden Biebertal Wettenberg Lollar Staufenberg (Hessen) Allendorf (Lumda) Rabenau (Hessen) Heuchelheim (Hessen) Gießen Buseck Grünberg (Hessen) Fernwald Linden (Hessen) Langgöns Pohlheim Reiskirchen Lich Hungen Laubach Wetteraukreis Vogelsbergkreis Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Marburg-Biedenkopf Lahn-Dill-KreisKarte
Über dieses Bild

Staufenberg ist eine Stadt im Norden des Landkreises Gießen in Hessen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Bebauung der Stadt geht im Westen unmittelbar in die der Nachbarstadt Lollar über. Die Universitätsstadt Gießen, ein Zentrum Mittelhessens, ist Staufenbergs südliche Nachbarstadt. Marburg an der Lahn liegt knapp 20 km nördlich.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Staufenberg grenzt im Norden an die Gemeinde Fronhausen (Landkreis Marburg-Biedenkopf), im Osten an die Stadt Allendorf (Lumda), im Süden an die Gemeinde Buseck sowie im Westen an die Stadt Lollar (alle im Landkreis Gießen).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Staufenberg gehören die Stadtteile Daubringen, Mainzlar, Staufenberg und Treis an der Lumda.[2]

Die rund 8500 Einwohner verteilen sich auf die vier Stadtteile Staufenberg (2600), Treis (2300), Mainzlar (1800) und Daubringen (1800). Der Stadtteil Staufenberg besitzt seit mindestens 1336 Stadtrechte.

Geschichte[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Juli 1974 die bis dahin selbstständigen Gemeinden Daubringen, Mainzlar und Treis an der Lumda mit der Stadt Staufenberg zur neuen Stadt Staufenberg zusammengeschlossen.[3] Diese gehörte vom 1. Juli 1974 bis zur Wiedereinrichtung des Landkreises Gießen am 1. August 1979 dem Lahn-Dill-Kreis an.[3]

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1974 wurde Gebietsteile mit damals etwas weniger als 100 Einwohnern an die Nachbarstadt Lollar abgetreten.[3]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
43,5 %
26,0 %
14,8 %
12,8 %
2,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,4 %p
-2,9 %p
-3,2 %p
+12,8 %p
-0,4 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD SPD 43,5 12 49,9 13
CDU CDU 26,0 7 28,9 8
FW Freie Wähler 14,8 4 18,0 5
GAL Grün-Alternative Liste 12,8 3
FDP FDP 2,8 1 3,2 1
Gesamt 100,0 27 100,0 27
Wahlbeteiligung in % 53,6 39,3

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Sozialdemokrat Peter Gefeller ist zum neuen Bürgermeister von Staufenberg gewählt worden. Der 44-Jährige Rechtsanwalt erhielt 54,66 Prozent der Wählerstimmen. Sein Herausforderer Dennis Pucher (FDP) konnte 41,1 Prozent der Stimmen für sich verbuchen, Sabine Lochnit (parteilos) erreichte 4,3 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,02 Prozent. Der Sozialdemokrat Peter Gefeller tritt damit die Nachfolge von Horst Münch (SPD) an, der nicht mehr zur Wahl angetreten war.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur, Sport, Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick auf Mainzlar von der Burg Staufenberg
Blick auf den Ortskern von Staufenberg von der Burg Staufenberg
Staufenberg - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Boden- und Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

Der Totenberg im Ortsteil Treis auf der Gemarkungsgrenze zu Allendorf birgt mehrere archäologische Besonderheiten. Bei Nachforschungen an sogenannten Quarzitabris am südöstlichen Hangfuß kamen altsteinzeitliche Steinwerkzeuge zutage; ein Ringwall auf dem Bergplateau erbrachte archäologische Streufunde unterschiedlicher Zeitstellung, insbesondere der Michelsberger Kultur, der älteren Eisenzeit und des Frühmittelalters.[4]

Die Burg Staufenberg, eine Höhenburg auf dem namengebenden Staufenberg, bildete die Keimzelle zur Entwicklung des Marktstädtchens Staufenberg im Mittelalter. Noch heute prägt der Stadtteil Staufenberg mit den Ruinen der Oberburg, der gastronomisch genutzten Unterburg und seiner vom spätmittelalterlichen Torturm geschmückten Altstadt das Landschaftsbild im nördlichen Kreis Gießen.

Verkehr[Bearbeiten]

Auto: direkte Anschlüsse an die B3a nördlich des Gießener Nordkreuzes, über das Anschluss an die Bundesautobahn 480 Wetzlar-Reiskirchen besteht. Die Landesstraße (L 3146) führt durch das Lumdatal.

Von 1902 bis 1981 gab es Personenverkehr auf der Lumdatalbahn, die vom Bahnhof Lollar über Londorf nach Grünberg führt. Aktuell findet Güterverkehr bis zum Anschluss der Didier-Werke statt. Seit 1993 gibt es regelmäßig Sonderfahrten, die seit 1997 im Bahnhof Mainzlar enden. In Daubringen befindet sich ein weiterer Haltepunkt. Die Personenbeförderung per Busbedienung erfolgt mit der Linie 520 auf der Relation Grünberg - Londorf - Lollar - Gießen sowie die Schülerbeförderung mit der Linie 52.

Sport[Bearbeiten]

Der bedeutendste Sportverein der Stadt ist der TV 05 Mainzlar, dessen Damen-Handball-Mannschaft lange Zeit in der ersten Bundesliga und im Europapokal gespielt hat und einmal den DHB-Pokal nach Staufenberg holte. Aktuell spielt die erste Mannschaft in der Landesliga Mitte (Hessen). In jedem Stadtteil existieren Sportvereine mit einem breiten Angebot an Breiten- und Leistungssport. Wichtigste Feste eines jeden Jahres ist die Staufenberger und Mainzlarer und Treiser Kirmes, die jeweils im Ortskern der jeweiligen Stadtteilen stattfinden. Veranstalter ist in Staufenberg die Burschenschaft "Germania" e.V., In Mainzlar die Burschenschaft "Frohsinn" e.V. und in Treis die "Träser Muspretzer" e.V.

Staufenberg in der Literatur[Bearbeiten]

Der Schriftsteller Peter Kurzeck, als Flüchtlingskind in Staufenberg aufgewachsen, machte das „Dorf seiner Kindheit“, das Staufenberg der 1950er Jahre, zum Gegenstand seines Romans Kein Frühling (1987; erweitert 2007), für den Kurzeck 1991 mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet wurde.

Seine Erinnerungen an das Staufenberg der Nachkriegszeit hat Kurzeck außerdem in Form mündlicher Erzählung als Tondokument festgehalten (Ein Sommer, der bleibt, 2007), das von hr2 als Hörbuch des Jahres 2008 ausgezeichnet wurde.[5] Das Werk wurde als „literaturhistorisches Ereignis“ gefeiert[6] und insgesamt als authentisches Stück Erinnerung bezeichnet, da es ganz ohne Textvorlage entstand und dennoch als Roman angesehen wird.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Staufenberger Ortsteile. Website der Stadt Staufenberg
  3. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 365 und 387.
  4. Projekt Regionalarchäologie Totenberg/Kreis Gießen AG Archäologie beim Oberhessischen Geschichtsverein Gießen e.V..
  5. hr-online über die Preisverleihung
  6. Die Zeit über Ein Sommer, der bleibt
  7. Überblick beim Perlentaucher über die verschiedenen Rezensionen von Ein Sommer, der bleibt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Staufenberg. Stadt zwischen Lumda und Lahn, hrsg. v. Magistrat Stadt Staufenberg. Staufenberg 1983, bearb. v. Günter Hans u. Georg Mann, ISBN 3-88111-062-3
  • Daubringen - Mainzlar. Spuren der Geschichte zweier oberhessischer Dörfer und ihrer Bevölkerung, hrsg. v. Stadt Staufenberg, bearb. v. Volker Hess u. Gerhard Felde, Staufenberg 1993, ISBN 3-9803410-0-3.
  • Ernst Schneider, Treis, Chronik eines alten Dorfes, Treis 1973

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Staufenberg (Hessen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien