Staufenberg (Hessen)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Gießen | |
| Landkreis: | Gießen | |
| Höhe: | 190 m ü. NN | |
| Fläche: | 28,13 km² | |
| Einwohner: |
8044 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 286 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 35460 | |
| Vorwahl: | 06406 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GI | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 5 31 017 | |
| LOCODE: | DE SFB | |
| Stadtgliederung: | 4 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Tarjanplatz 1 35460 Staufenberg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Peter Gefeller (SPD) | |
| Lage der Stadt Staufenberg im Landkreis Gießen | ||
Staufenberg ist eine Stadt im Norden des Landkreises Gießen in Hessen (Deutschland).
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Geografische Lage [Bearbeiten]
Die Bebauung der Stadt geht im Westen unmittelbar in die der Nachbarstadt Lollar über. Die Universitätsstadt Gießen, ein Zentrum Mittelhessens, ist Staufenbergs südliche Nachbarstadt. Marburg an der Lahn liegt knapp 20 km nördlich.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Staufenberg grenzt im Norden an die Gemeinde Fronhausen (Landkreis Marburg-Biedenkopf), im Osten an die Stadt Allendorf (Lumda), im Süden an die Gemeinde Buseck sowie im Westen an die Stadt Lollar (alle im Landkreis Gießen).
Geschichte [Bearbeiten]
Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Januar 1977 die bis dahin selbstständige Gemeinde Daubringen mit der Stadt Staufenberg per Gesetz zur neuen Stadt Staufenberg zusammengeschlossen.[2] Diese gehörte vom 1. Januar 1977 bis zur Wiedereinrichtung der Landkreises Gießen am 1. August 1979 dem Lahn-Dill-Kreis an.
Verkehr [Bearbeiten]
Auto: direkte Anschlüsse an die B3a nördlich des Gießener Nordkreuzes, über das Anschluss an die Bundesautobahn 480 Wetzlar-Reiskirchen besteht. Die Landesstraße (L 3146) führt durch das Lumdatal.
Von 1902 bis 1981 gab es Personenverkehr auf der Lumdatalbahn, die vom Bahnhof Lollar über Londorf nach Grünberg führt. Aktuell findet Güterverkehr bis zum Anschluss der Didier-Werke statt. Seit 1993 gibt es regelmäßig Sonderfahrten, die seit 1997 im Bahnhof Mainzlar enden. In Daubringen befindet sich ein weiterer Haltepunkt. Die Personenbeförderung per Busbedienung mit Linie 520 zwischen Londorf und Gießen sowie Anrufsammeltaxi.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Zu Staufenberg gehören die Stadtteile Daubringen, Mainzlar, Staufenberg und Treis an der Lumda.[3]
Die rund 8500 Einwohner verteilen sich auf die vier Stadtteile Staufenberg (2600), Treis (2300), Mainzlar (1800) und Daubringen (1800). Der Stadtteil Staufenberg besitzt seit mindestens 1336 Stadtrechte.
Politik [Bearbeiten]
Stadtverordnetenversammlung [Bearbeiten]
Die Kommunalwahlen am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
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| SPD | SPD | 43,5 | 12 | 49,9 | 13 |
| CDU | CDU | 26,0 | 7 | 28,9 | 8 |
| FW | Freie Wähler | 14,8 | 4 | 18,0 | 5 |
| GAL | Grün-Alternative Liste | 12,8 | 3 | — | — |
| FDP | FDP | 2,8 | 1 | 3,2 | 1 |
| Gesamt | 100,0 | 27 | 100,0 | 27 | |
| Wahlbeteiligung in % | 53,6 | 39,3 | |||
Bürgermeister [Bearbeiten]
Der Sozialdemokrat Peter Gefeller ist zum neuen Bürgermeister von Staufenberg gewählt worden. Der 44-Jährige Rechtsanwalt erhielt 54,66 Prozent der Wählerstimmen. Sein Herausforderer Dennis Pucher (FDP) konnte 41,1 Prozent der Stimmen für sich verbuchen, Sabine Lochnit (parteilos) erreichte 4,3 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,02 Prozent. Der Sozialdemokrat Peter Gefeller tritt damit die Nachfolge von Horst Münch (SPD) an, der nicht mehr zur Wahl angetreten war.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
- Moravská Třebová (Mährisch-Trübau), Tschechien seit 2004
- Tarján, Ungarn seit 1990
Kultur, Sport, Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Boden- und Kulturdenkmäler [Bearbeiten]
Der Totenberg im Ortsteil Treis auf der Gemarkungsgrenze zu Allendorf birgt mehrere archäologische Besonderheiten. Bei Nachforschungen an sogenannten Quarzitabris am südöstlichen Hangfuß kamen altsteinzeitliche Steinwerkzeuge zutage; ein Ringwall auf dem Bergplateau erbrachte archäologische Streufunde unterschiedlicher Zeitstellung, insbesondere der Michelsberger Kultur, der älteren Eisenzeit und des Frühmittelalters.[4]
Die Burg Staufenberg, eine Höhenburg auf dem namengebenden Staufenberg, bildete die Keimzelle zur Entwicklung des Marktstädtchens Staufenberg im Mittelalter. Noch heute prägt der Stadtteil Staufenberg mit den Ruinen der Oberburg, der gastronomisch genutzten Unterburg und seiner vom spätmittelalterlichen Torturm geschmückten Altstadt das Landschaftsbild im nördlichen Kreis Gießen.
Sport [Bearbeiten]
Der bedeutendste Sportverein der Stadt ist der TV 05 Mainzlar, dessen Damen-Handball-Mannschaft lange Zeit in der ersten Bundesliga und im Europapokal gespielt hat und einmal den DHB-Pokal nach Staufenberg holte. Aktuell spielt die erste Mannschaft in der 2.Bundesliga Süd. In jedem Stadtteil existieren Sportvereine mit einem breiten Angebot an Breiten- und Leistungssport. Wichtigstes Fest eines jeden Jahres ist die Staufenberger Kirmes, die jeweils am Wochenende um den zweiten Sonntag im August auf dem Festplatz der Kernstadt stattfindet. Veranstalter ist in vier von fünf Jahren die Burschenschaft "Germania" 1954 Staufenberg e.V. In der Regel wird alle fünf Jahre die Kirmes vom Sportverein oder der Sängervereinigung Staufenberg ausgerichtet.
Staufenberg in der Literatur [Bearbeiten]
Der Schriftsteller Peter Kurzeck, als Flüchtlingskind in Staufenberg aufgewachsen, machte das „Dorf seiner Kindheit“, das Staufenberg der 1950er Jahre, zum Gegenstand seines Romans Kein Frühling (1987; erweitert 2007), für den Kurzeck 1991 mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet wurde.
Seine Erinnerungen an das Staufenberg der Nachkriegszeit hat Kurzeck außerdem in Form mündlicher Erzählung als Tondokument festgehalten (Ein Sommer, der bleibt, 2007), das von hr2 als Hörbuch des Jahres 2008 ausgezeichnet wurde.[5] Das Werk wurde als „literaturhistorisches Ereignis“ gefeiert[6] und insgesamt als authentisches Stück Erinnerung bezeichnet, da es ganz ohne Textvorlage entstand und dennoch als Roman angesehen wird.[7]
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Peter Kurzeck verbrachte seine Jugend in Staufenberg ("Ein Sommer, der bleibt")
- Wolfgang Schutzbar genannt Milchling (1483-1566), u.a. späterer Hochmeister des Deutschen Ordens, wurde in Treis geboren.
- Caspar Schutzbar genannt Milchling (1535–1588) war Gutsherr in Treis, landgräflich-hessischer Amtmann und Hauptmann in Gießen
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen vom 13. Mai 1974. In: GVBl. I S. 237
- ↑ Staufenberger Ortsteile. Website der Stadt Staufenberg
- ↑ Projekt Regionalarchäologie Totenberg/Kreis Gießen AG Archäologie beim Oberhessischen Geschichtsverein Gießen e.V..
- ↑ hr-online über die Preisverleihung
- ↑ Die Zeit über Ein Sommer, der bleibt
- ↑ Überblick beim Perlentaucher über die verschiedenen Rezensionen von Ein Sommer, der bleibt.
Literatur [Bearbeiten]
- Staufenberg. Stadt zwischen Lumda und Lahn, hrsg. v. Magistrat Stadt Staufenberg. Staufenberg 1983, bearb. v. Günter Hans u. Georg Mann, ISBN 3-88111-062-3
- Daubringen - Mainzlar. Spuren der Geschichte zweier oberhessischer Dörfer und ihrer Bevölkerung, hrsg. v. Stadt Staufenberg, bearb. v. Volker Hess u. Gerhard Felde, Staufenberg 1993, ISBN 3-9803410-0-3.
- Ernst Schneider, Treis, Chronik eines alten Dorfes, Treis 1973
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Website
- Stadtarchiv und Geschichte
- Links zum Thema Staufenberg im Open Directory Project
- Illustration von Daniel Meisner von 1626: Stauffenberg. Laus et mirabile lumen (Digitalisat der ULB Düsseldorf)
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