Stauffenberg (Film)

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Filmdaten
Originaltitel Stauffenberg
Produktionsland Deutschland,
Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2004
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Jo Baier
Drehbuch Jo Baier
Produktion Joachim Kosack,
Gabriela Sperl
Musik Enjott Schneider
Kamera Gunnar Fuss
Schnitt Carla Fabry
Besetzung

Stauffenberg ist der Titel eines deutsch-österreichischen Fernsehfilms aus dem Jahr 2004. Der Fernsehfilm wurde 2004 im Ersten Deutschen Fernsehen erstmals ausgestrahlt.

Über den Film[Bearbeiten]

Motiv von Stauffenberg ist der „Aufstand des Gewissens“. Er zeigt den Weg Stauffenbergs zum Gegner der nationalsozialistischen Politik. Oberst Henning von Tresckow informiert ihn über die Kriegsverbrechen der Deutschen hinter der russischen Front. Am 20. Juli 1944 bietet sich nach vielen vergeblichen Versuchen Stauffenberg die Chance, mit einer Bombe in seiner Aktentasche nahe an den Diktator Hitler heranzukommen, und einen Zeitzünder zu aktivieren. Stauffenberg und die aufständischen Offiziere in Berlin versuchen vergeblich, obwohl Hitler das Attentat überlebte, den Putsch dennoch durchzuführen. Kurz vor Mitternacht bricht der Aufstand schließlich zusammen. Stauffenberg spricht von seinem Traum eines friedliebenden Deutschlands. Unmittelbar danach wird Claus von Stauffenberg auf Befehl Fromms zusammen mit drei Mitverschwörern im Hof des Bendlerblocks in Berlin standrechtlich erschossen. Schlussszene ist der Selbstmord Tresckows nahe der russischen Front. Er wollte damit die Mitglieder der Verschwörung und seine Familie schützen.

Der Stauffenberg-Biograf Peter Hoffmann distanzierte sich vom Fernsehfilm Jo Baiers. Hoffmann kritisierte, dass der Film-Stauffenberg wirke, „als habe er den Massenmord an den Juden nie spezifisch und ausdrücklich verurteilt.“ Dabei sei das Gegenteil belegt. Jo Baier hatte Hoffmann und andere Historiker kontaktiert, um ihren wissenschaftlichen Segen zu bekommen. Hoffmann sah sein 15-seitiges Gutachten ignoriert und zog seinen Namen zurück.[1]

Stauffenbergs Sohn Berthold monierte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung die fiktiven Elemente des Fernsehfilms[2]:

  • „Meine Erfahrung mit Spielfilmen ist: Drama kommt immer vor Fakten. Nehmen Sie den Film von Jo Baier. Das 15-seitige Gutachten, das die Filmleute von dem Stauffenberg-Fachmann Peter Hoffmann angefordert hatten, wurde absolut vollständig ignoriert.“
  • „Ich ärgere mich jetzt noch, dass ich damals zur Premiere nach Berlin gefahren bin. Zum Beispiel ist es nicht so, dass sich meine Eltern im Bayreuther Festspielhaus in Anwesenheit des Führers verlobt hätten. Sie haben sich zum 23. Geburtstag meines Vaters ganz woanders verlobt. Mein Vater war wahrscheinlich sogar niemals in Bayreuth. Stimmt also nicht.“
  • „Auch die Sache mit dem General Fellgiebel besoffen am Klo: erfunden. Oder die Begegnung mit einer Ukrainerin. Oder dieser aufgebaute Konflikt mit meiner Mutter. Oder die Schilderung des letzten Besuchs meines Vaters. Alles erfunden.“

Kritiken[Bearbeiten]

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frank Schirrmacher: „Dies ist der genaueste Film über das Attentat des Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der bislang gedreht wurde. Und er ist der unvollständigste.“[3]
  • Süddeutsche Zeitung: „Exzellente Schauspieler.“
  • kino.de: „Jo Baier liefert mit "Stauffenberg" einen herausragenden, ansprechend fotografierten und längst fälligen Film über einen der Helden des Widerstands gegen das Naziregime. Sebastian Koch glänzt in der Titelrolle und auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt. Besonders nach dem ersten Drittel, als der Tag des Attentats und die Folgen beschrieben werden, gewinnt das Drama an Kraft und Dynamik. Baier verzichtet bewusst auf langwierige Erklärungen, was der Spannung nur zugute kommt. Dabei gelingt es dem Regisseur, Stauffenberg nicht als idealisierten moralischen Helden mit blütenweißer Weste darzustellen, was seinem zivilcouragierten Handeln umso eindrucksvoller ein Denkmal setzt.“[4]
  • TV Spielfilm: „Erschütternd, eindrucksvoll, ehrenwert.“[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Drehli Robnik: Geschichtsästhetik und Affektpolitik. Stauffenberg und der 20. Juli im Film 1948-2008.Turia + Kant, Wien 2009. ISBN 978-3-85132-557-7.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Unter anderem bekam der Film drei Nominierungen bzw. eine Auszeichnung beim Deutschen Fernsehpreis:

Nominierung
  • Bester männlicher Hauptdarsteller
  • Bester Schnitt
  • Beste Musik
  • Bester Film
Auszeichnung
  • Bester Film

Siehe auch[Bearbeiten]

Weitere filmische Bearbeitungen des 20. Juli:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. - Matthias Lohre, Das Attentat als moralische Dimension gegen die Machthaber
  2. sueddeutsche.de - 22. Juni 2007
  3. „Stauffenberg“ - ein Geschichtsfilm ohne Geschichte
  4. „Stauffenberg“ - 20. Juli 1944 - Filmkritik kino.de abgerufen am 20. Juli 2013
  5. „Stauffenberg“ - TV-Politdrama über die Männer, die Hitler töten wollten tvspielfilm.de abgerufen am 20. Juli 2013