Stechpalmen

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Stechpalmen
Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium), Illustration.

Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium), Illustration.

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Stechpalmenartige (Aquifoliales)
Familie: Stechpalmengewächse
Gattung: Stechpalmen
Wissenschaftlicher Name der Familie
Aquifoliaceae
DC. ex A.Rich
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Ilex
L.

Die Stechpalmen (Ilex), auch Winterbeeren, Hülsdorn oder Stechhülsen genannt, sind die einzige Pflanzengattung der Familie der Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Einige Arten und Sorten sind Zierpflanzen für Parks und Gärten. Die Zweige mit den roten Früchten werden in Großbritannien, in Frankreich und Nordamerika als Weihnachtsdekoration verwendet und werden zunehmend auch in Mitteleuropa populär.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Etymologie

Alle westgermanischen Sprachen haben ein indogermanisches Stammwort als hul- (althochdeutsch hulis, huls > Stechhülsen ; mittelniederländisch huls > niederländisch hulst; altenglish holeġn > englisch holly, daraus hollywod) behalten. Allein unter den romanischen Sprachen hat die französische Sprache das germanische Wort *hulis entliehen als houx geschrieben.

Das gleiche indogermanische Stammwort erklärt den keltischen, bzw. walisisch celyn, bretonisch kelen(n) und irisch cuilleann.

Im Gegensatz dazu behalten die meisten romanischen Sprachen das latinische Wort acrifolium, das viel später als aquifolium falsch interpretiert worden ist. Zum Beispiel verwendet das Lateinische acrifolium, das Italienische agrifoglio und das okzitanische grefuèhl [(a)grifou(i)l, falsche Französisierung Aigrefeuille].

[Bearbeiten] Verbreitung

Die Gattung ist weltweit in allen Klimazonen verbreitet. Die meisten Arten haben ihre Heimat in den Tropen und Subtropen. Alleine in China wachsen 204 Arten, von denen 149 Arten nur in China beheimatet sind. Nur wenige Arten dringen in Nordamerika und Ostasien auch in die gemäßigten Breiten vor. In Mitteleuropa ist nur eine Art heimisch, die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium) genannt wird. Wild wachsen jedoch Pflanzen dieser Art in Westeuropa und im Mittelmeerraum.

[Bearbeiten] Beschreibung

Die Arten der Familie sind sommer- oder immergrüne Bäume und Sträucher, die Wuchshöhen von 2 bis 25 m erreichen. Sie haben oft ledrige Laubblätter. Die Nebenblätter sind klein.

Sie sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die Blüten sind klein und unscheinbar und haben neben den Blütenhüllblättern nur einen Staubblattkreis und vier verwachsene Fruchtblätter. Der Fruchtknoten ist oberständig. Die roten, braunen bis schwarzen, selten grün bleibenden, Steinfrüchte enthalten je einen bis zehn Samen.

[Bearbeiten] Giftigkeit

(Die folgenden Angaben beziehen sich auf Ilex aquifolium L.) Die Blätter sowie die (roten) Beerenfrüchte sind stark giftig. Stechpalmen enthalten das Nitril Menisdaurin sowie die Stoffe Rutin, Ursolsäure und Ilicin. In den Früchten sind Triterpene, in den Blättern Saponine enthalten. Dabei gelten 20 bis 30 rote Beeren für Erwachsene als tödliche Dosis, bei Kindern entsprechend weniger.

Symptome einer Vergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen, Lähmungen, Nierenschäden, Durchfall, Magenentzündung, Schläfrigkeit.

Ilex anomala
Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium)
Japanische Stechpalme (Ilex crenata)
Mate-Strauch (Ilex paraguariensis)
Ilex rotunda
Ilex serrata

[Bearbeiten] Systematik

Die Gattung Stechpalmen (Ilex) umfasst etwa 400 bis 600 Arten; sie wird in drei Untergattungen gegliedert:

  • Untergattung Byronia: Mit der einzigen Art
    • Ilex polypyrena
  • Untergattung Prinos: Mit zwölf Arten
  • Untergattung Ilex: Mit den restlichen über 400 Arten. Sie wird in sechs Sektionen gegliedert (Auswahl):
    • Sektion Lioprinus
    • Sektion Paltoria
    • Sektion Ilex
    • Sektion Lauroilex
    • Sektion Pseudoaquifolium

Hier eine Artenauswahl in alphabetischer Reihenfolge ohne Berücksichtigung der Untergattungszugehörigkeit:

Daneben gibt es noch einige Hybriden:

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Literatur

  • Roth, Dauner, Kormann: Giftpflanzen - Pflanzengifte 4. Auflage 1994 ecomed

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Stechpalmen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Zeitschrift mein schönes Land, Ausgabe Januar/ Februar 2012, S. 38: Buchs-Ersatz
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