Stedingen

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Dieser Artikel behandelt die Landschaft Stedingen. Für die ehemalige Gemeinde Stedingen siehe Stedingen (Gemeinde)
Unterwesergebiet mit dem Stedinger Land

Stedingen (Stedingerland) ist ein Landstrich in der oldenburgischen Wesermarsch und umfasst heute im Wesentlichen das Gebiet der Gemeinden Lemwerder und Berne im niedersächsischen Landkreis Wesermarsch. Stedingen war im 13. Jahrhundert die erste Bauernrepublik, welche die expandierende Grafschaft Oldenburg erwarb.

Geographie[Bearbeiten]

Winter in Stedingen, Bauernhof an der Ollen

Im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit umfasste Stedingen neben dem heutigen Gebiet die vormaligen vier Marschvogteien Moorriem, Oldenbrook, Strückhausen und Hammelwarden, die Vogtei Wüstenlande (Stedingerwüste oder Wösting genannt), das jenseits der Weser gelegene Osterstade und wahrscheinlich auch den damals schon vorhandenen Teil des nachmaligen Vogteidistrikts Schwei. Da Stedingen erst nach dem Ende der Gauverfassung besiedelt wurde, hat es einen Gau namens Stedingen vermutlich nie gegeben. Das Gebiet des später Stedingen genannten Gebiets war im frühen und im hohen Mittelalter Teil des sächsischen Largaus[1], Nieder-Stedingen des Ammergaus.[2]

Zwar ist in lateinischsprachigen Urkunden von einem „populus Stedingorum Rustringiae“ die Rede, damit sind jedoch nicht die sächsischen Stedinger aus den Gebieten südlich des Stadlandes gemeint, sondern friesische Butjadinger und Stadlander aus den rüstringischen Stammlanden.[3] Eine geistige Verwandtschaft der Stedinger mit ihren friesischen Nachbarn bestand insofern, als sich die Stedinger bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts Rechte erkämpften, die mit denen in den benachbarten friesischen Bauernrepubliken vergleichbar waren.

Die Gebiete südwestlich des Stadlandes und nordwestlich der Hunte wurden früher Niederstedingen, die Gebiete südöstlich der Hunte Oberstedingen genannt. Das jetzige Stedingerland beschränkt sich auf das frühere Oberstedingen; es wird durch die Flüsse Ochtum, Weser und Hunte begrenzt sowie im Süden durch das (fast vollständig trockengelegte) Moor nördlich von Hude und Bookholzberg. Es wird von mehreren kleinen Flüssen, der Berne, Hörspe und der Ollen, durchströmt und berührt im Süden den Geestrand. Der Marschenboden ist fruchtbar und wird überwiegend als von Entwässerungsgräben durchzogenes Grünland genutzt. Das Gebiet ist hochwassergefährdet und entlang der Flüsse durch Deiche geschützt.

Das heutige Stedingen deckt den Südosten des Landkreises Wesermarsch ab, ragt aber als Landschaft ein Stück in den Landkreis Oldenburg hinein, da der Geestrand und damit die Grenze der Wesermarsch etwas südlich der Grenze zwischen den Landkreisen verläuft.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wilhelm von Hodenberg: Die Diöcese Bremen und deren Gaue in Sachsen und Friesland. Capaun-Karlowa, Celle 1858, S. 36
  2. Wilhelm von Hodenberg: Die Diöcese Bremen und deren Gaue in Sachsen und Friesland. Capaun-Karlowa, Celle 1858, S. 43
  3. T.D. Wiarda: Asega-Buch – ein alt-friesisches Gesetzbuch. Verlag Friedrich Nicolai, Berlin / Stettin 1805, S. LXXXIV. Faksimile der Originalausgabe

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz B. Maaß: Neues aus dem alten Stedigen. Kleine Stedinger Heimatbücherei, Stedinger Verlag: Lemwerder 1990
  • Schumacher, Die Stedinger, Bremen 1865.
  • Meiners, Stedingen und die Stedinger, Bremen 1987
  • Schmeyers, Die Stedinger Bauernkriege, Lemwerder 2004
  • Heinrich Schmidt: Stedingen, Stedinger. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 8, LexMA-Verlag, München 1997, ISBN 3-89659-908-9, Sp. 83.

Weblinks[Bearbeiten]