Stefan Esders (Historiker)

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Stefan Esders (* 14. Januar 1963 in Hildesheim) ist ein deutscher Althistoriker und Mediävist.

Stefan Esders studierte Geschichte und Lateinische Philologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Universität Oxford. 1990 legte er das erste Staatsexamen ab. Von 1991 bis 1993 war Esders Stipendiat des Graduiertenkollegs „Vergangenheitsbezug antiker Gegenwarten“. Gleichzeitig war er Lehrbeauftragter in Freiburg, wo er 1993 über das Thema Römische Rechtstradition und merowingisches Königtum. Zum Rechtscharakter politischer Herrschaft in Burgund im 6. und 7. Jahrhundert promoviert wurde. Es folgte von 1994 bis 1995 eine Zeit als Post-Doktorand am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen und am Graduiertenkolleg „Schriftkultur und Gesellschaft im Mittelalter (Interdisziplinäre Mediävistik)“ in Münster. Anschließend wurde er von 1996 bis 2000 Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für die Geschichte des früheren Mittelalters an der Ruhr-Universität Bochum, anschließend bis 2006 als Studienrat im Hochschuldienst für Alte und Mittelalterliche Geschichte. Die Habilitation über das Thema Sacramentum fidelitatis. Treueidleistung, Militärorganisation und Formierung mittelalterlicher Staatlichkeit erfolgte 2003 für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften. Seit 2007 ist Esders Professor für die Geschichte der Spätantike und des Frühmittelalters am Friedrich-Meinecke-Institut der Freie Universität Berlin.

Die Forschungsschwerpunkte von Stefan Esders liegen bei Themengebieten wie Kontinuität, Wandel und Akkulturation im Übergang von der Antike zum Mittelalter, Staatlichkeit, Recht und Militärwesen in Rom, Byzanz und dem frühmittelalterlichen Westen, Grenzgebiete antiker und mittelalterlicher Imperien als Orte ethnischer Formierung, Latein und Volkssprachlichkeit im Früh- und Hochmittelalter, Religion als Faktor politischer Identitätsstiftung von der Spätantike bis zum Hochmittelalter und Feudalgesellschaft und Familienstrukturen im mittelalterlichen Europa. Esders arbeitet gemeinsam mit Philippe Depreux, Steffen Patzold und Karl Ubl an einer Edition der karolingischen Kapitularien nach 814.

Schriften[Bearbeiten]

  • Römische Rechtstradition und merowingisches Königtum. Zum Rechtscharakter politischer Herrschaft in Burgund im 6. und 7. Jahrhundert. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1997 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, Bd. 134), ISBN 3-525-35449-5.
  • (Hrsg. mit Thomas Scharff): Eid und Wahrheitssuche. Studien zu rechtlichen Befragungspraktiken in Mittelalter und früher Neuzeit. Lang, Frankfurt u.a. 1999 (Gesellschaft, Kultur und Schrift: Mediävistische Beiträge, Bd. 7), ISBN 3-631-34429-5.
  • (mit Heike Johanna Mierau): Der althochdeutsche Klerikereid. Bischöfliche Diözesangewalt, kirchliches Benefizialwesen und volkssprachliche Rechtspraxis im frühmittelalterlichen Baiern. Hahn, Hannover 2000 (Monumenta Germaniae Historica: Studien und Texte, Bd. 28), ISBN 3-7752-5728-4.
  • (Hrsg. mit Christine Reinle): Rechtsveränderung im politischen und sozialen Kontext mittelalterlicher Rechtsvielfalt. Lit, Münster 2006 (Neue Aspekte der europäischen Mittelalterforschung, Bd. 5), ISBN 3-8258-8541-0.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Baltrusch: Geschichte der Alten Geschichte an der Freien Universität, in Karol Kubicki, Siegward Lönnendonker (Hrsg.): Die Geschichtswissenschaft an der Freien Universität Berlin, Göttingen 2008, S. 23 und 33.

Weblinks[Bearbeiten]