Stefan Hippler

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Stefan Hippler (* 1960 in Bitburg) ist seit 1997 Pfarrer der deutschsprachigen römisch-katholischen Gemeinde in Kapstadt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Stefan Hippler wurde 1986 in Trier zum Priester geweiht. Neben der Gemeindearbeit in Deutschland kümmerte er sich auch am Frankfurter Flughafen um Flüchtlinge. Das Katholische Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz entsandte ihn nach Kapstadt. Dort baute er die AIDS-Hilfsorganisation Hope Cape Town auf. [1] Hope Cape Town ist in der Kapprovinz tätig im Bereich Behandlung, Vorbeugung, Outreach und der Arbeit mit traditionellen Heilern. [2] [3]

Neben der praktischen Arbeit im HIV- und AIDS-Bereich befasste sich Hippler auch mit den theologischen Konsequenzen der Pandemie und veröffentlichte 2007 mit dem Afrika-Korrespondenten Bartholomäus Grill das Buch Gott, Aids, Afrika. In diesem fordert er die Entwicklung einer AIDS-relevanten Theologie und die Revision von Teilen der bisher geltenden Moraltheologie der römisch-katholischen Kirche. AIDS gilt ihm als ein Zeichen der Zeit, das die hundertjährige moraltheologische Tradition in Frage stellt und dazu auffordert, diese Tradition mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Neuzeit zu versöhnen. Fragen des Verständnisses und Funktionalität von Sexualität, die Frage der Homosexualität, aber auch der Gleichberechtigung von Mann und Frau müssen seiner Meinung nach neu bewertet werden. Hippler fordert Papst Benedikt XVI. auf, eine ergebnisoffene Diskussion in diesen Fragen in Gang zu bringen.

Um der Kirche die notwendige Zeit zum Nachdenken zu geben, aber gleichzeitig auch Menschen effektiv zu schützen, fordert er die Anwendung des Prinzipes der Oikonomia, eine altehrwürdige kirchliche Tradition. Sie erlaubt Ausnahmen aufgrund der größeren Liebe Gottes willen, ohne einen Präzedenzfall zu schaffen. Die orthodoxe Kirche wendet dieses Prinzip in der Frage der Ehescheidung an. [4]

Hippler erhielt im Oktober 2007 den 1001 Christenpreis der römisch-katholischen Pfarrgemeinde St. Michael in Schweinfurt und im selben Monat besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen ihres Staatsbesuches in Südafrika das Projekt in Kapstadt. Nach Lesungen in Deutschland und Österreich aus seinem Buch, u. a. auch in der Rheinland-Pfalz-Vertretung in Berlin und im Deutschen Bundestag untersagte ihm sein Arbeitgeber, die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn, eine weitere Lesereise, die für das Jahr 2008 geplant war – so eine Pressemitteilung des Kiepenheuer & Witsch Verlages. [5] Am 2. November 2008 erhält Hippler vom Presseclub Dresden den mit Euro 10.000 dotierten Erich-Kästner-Preis für sein Engagement im HIV- und AIDS-Bereich in Südafrika und seinen Beitrag für Toleranz, Humanität und Völkerverständigung, wie es in der Ausschreibung des Dresdner Presseclubs heißt. Wenige Wochen später untersagte ihm die Deutsche Bischofskonferenz eine Einladung in die Talkshow Beckmann (Ausstrahlung: 24. November 2008) wahrzunehmen, um als Experte in Sachen HIV und Aids von der Situation in Afrika zu erzählen und seine Hilfsorganisation HOPE Cape Town vorzustellen. Stattdessen sprang Coautor Grill ein. Offizielle Sprachregelung der Bischofskonferenz ist, dass es kein Verbot und keine Androhung von Konsequenzen gegeben habe, sondern es nur ein gutgemeinter Rat gewesen wäre.

Im März 2009 unterzeichnete Hippler im Namen der Organisation HOPE Cape Town eine Vereinbarung mit der Justice & Peace Commission der Erzdiözese Kapstadt, und rief damit ein neues innerkirchliches Projekt ins Leben, das sich der pastoralen Arbeit mit katholischen Priestern, Ordensleuten und Seminaristen widmen soll, die HIV-positiv sind.

[Bearbeiten] Preise und Ehrungen

  • Paul Harris Fellow von Rotary International - 2005
  • 1001 Christenpreis der Gemeinde St. Michael (Schweinfurt) - 2007
  • Erich Kästner Preisträger des Presseclubs Dresden - 2008

[Bearbeiten] Werke

  • Facilitating Relationships between African traditional healing and western medicine in South Africa in the time of AIDS: A case study from the Western Cape (gemeinsam mit Dr. J. Wreford und Dr. Monika Esser) CSSR Working Paper No 06/170 Published by the Centre for Social Science Research - University of Cape Town 2006
  • Gott - Aids - Afrika. Eine Streitschrift. (gemeinsam mit Bartholomäus Grill), Kiepenheuer & Witsch, Köln 2007, ISBN 978-3-462-03925-2
  • Involving Traditional Health Practitioners in HIV/AIDS interventions: Lessons from the Western Cape Province (gemeinsam mit Dr. J.Wreford und Dr. M.Esser), CSSR Working Paper No. 08/210 Published by the Centre for Social Science Research - University of Cape Town 2008
  • Traditionelle Heiler und HIV/AIDS (gemeinsam mit Dr. J. Wreford und Dr. Monika Brink) in: Religionen im Kampf gegen HIV/AIDS ISBN978-3-7698-1718-8 Don Bosco Verlag Germany

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweis

  1. MDR:Hoffnung am Kap - Stefan Hippler und das Projekt "Hope"
  2. Süddeutsche:Mit roter Bete gegen die Seuche
  3. Deutsche Welle: "Hope" für die südafrikanischen Aids-Patienten
  4. Zeit:Tödliche Gebote
  5. Frankfurter Rundschau: Maulkorb für Aids-Theologen

[Bearbeiten] Weblinks

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