Stefan Müller (CSU)

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Stefan Müller (2014)

Stefan Müller (* 3. September 1975 in Neustadt an der Aisch) ist ein deutscher Politiker (CSU).

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten]

Nach der Mittleren Reife 1992 an der Staatlichen Realschule Herzogenaurach absolvierte Müller bis 1995 eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Dresdner Bank in Erlangen. Anschließend leistete er seinen Wehrdienst ab und kehrte 1996 als Kundenberater zur Dresdner Bank zurück. Eine berufsbegleitende Weiterbildung an der Bankakademie beendete Müller 1998 mit der Berufsbezeichnung Bankfachwirt (IHK). Von 1997 bis 2002 war er bei der Raiffeisenbank Seebachgrund eG, zuletzt als Privatkundenbetreuer, tätig.

Parteilaufbahn[Bearbeiten]

Müller trat als Schüler 1990 in die Junge Union (JU) und 1991 auch in die CSU ein. Er war von 1992 bis 1995 Bezirksvorsitzender der Schüler Union in Mittelfranken und von 1995 bis 2002 Vorsitzender des JU-Kreisverbandes Erlangen-Höchstadt. Von Juli 2003 bis November 2007 war er stellvertretender Landesvorsitzender der JU Bayern. Auf der Landesversammlung am 24. November 2007 wurde er als Nachfolger Manfred Webers zum Landesvorsitzenden gewählt. 2009 wurde er in diesem Amt wiedergewählt. Altersbedingt trat er 2011 nicht mehr an. Zudem gehört Müller seit 2006 der CSU-Grundsatzkommission und seit 2008 dem Präsidium der CSU an.

Tätigkeit als Abgeordneter[Bearbeiten]

Müller gehörte 1996 bis 2006 dem Gemeinderat der Gemeinde Großenseebach an, in dieser Funktion gehörte er von 1996 bis 2002 auch der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Heßdorf an. Seit 2002 ist er Kreisrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt.

Seit 2002 ist Müller Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von November 2005 bis März 2009 Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Ausschuss für Arbeit und Soziales und stellvertretender arbeits- und sozialpolitischer Fraktionssprecher. Von März 2009 bis Oktober 2009 war er bildungs- und forschungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Von Oktober 2009 bis Dezember 2013 war Stefan Müller parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag.

Stefan Müller ist stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Erlangen in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte er hier 47,4 %, 2009 45,1 % und 2013 48,5 % der Erststimmen.

Staatssekretär[Bearbeiten]

Seit Dezember 2013 ist Müller Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Merkel III.

Weitere Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Müller ist Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag.

Privates[Bearbeiten]

Stefan Müller ist seit 2004 verheiratet und hat eine Tochter.

Politische Positionen[Bearbeiten]

Als Landesvorsitzender der Jungen Union Bayern setzte sich Stefan Müller für Generationengerechtigkeit, Verjüngung der Politik und Steuerreform ein.[1] Ein weiteres Anliegen ist eine Reform der sozialen Sicherungssysteme, insbesondere der Renten, um diese trotz der demografischen Veränderungen finanzierbar zu halten. Eine oft artikulierte Forderung ist der ausgeglichene Haushalt im Freistaat Bayern und im Bund bei gleichzeitiger Schuldenrückzahlung.

Arbeitsdienst für Arbeitslosengeld II-Empfänger[Bearbeiten]

In einem am 14. Juni 2006 veröffentlichten Interview mit der Bild-Zeitung forderte Müller die Einführung eines Arbeitsdienstes für Arbeitslosengeld II-Empfänger. Er äußerte: „Alle arbeitsfähigen Langzeitarbeitslosen müssen sich dann jeden Morgen bei einer Behörde zum ‚Gemeinschaftsdienst‘ melden und werden dort zu regelmäßiger, gemeinnütziger Arbeit eingeteilt – acht Stunden pro Tag, von Montag bis Freitag. Wer sich verweigert und nicht erscheint, muss mit empfindlichen finanziellen Einbußen rechnen.“ Zur Begründung führte er aus: „Die Langzeitarbeitslosen haben so nicht länger das Gefühl, überflüssig zu sein, gewöhnen sich wieder an regelmäßige Arbeit. Positiver Nebeneffekt: Sie können in dieser Zeit nicht schwarz arbeiten.“

Mögliche Kooperation mit den Grünen[Bearbeiten]

Müller gehört zu den Politikern der CSU, die einer Zusammenarbeit mit den Grünen im Rahmen einer Koalition auf Bundesebene als Alternative zu einer Großen Koalition aufgeschlossen gegenüber stehen.[2]

Vorratsdatenspeicherung[Bearbeiten]

Müller unterstützt ausdrücklich die Vorratsdatenspeicherung. Im April 2011 forderte Müller, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger müsse ihren Widerstand aufgeben und zurück an den Verhandlungstisch kommen, die von ihr vorgeschlagene Quick-Freeze-Lösung reiche nicht. Deutschland dürfe kein Vertragsverletzungsverfahren der EU riskieren, es stehe weiterhin nach wie vor im Visier islamistischer Terroristen.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stefan Müller (CSU) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eine Steuerreform für die junge Generation. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original, abgerufen am 5. September 2008 (PDF). (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.stefanmueller.com
  2. CSU schielt auf Schwarz-Grün. In: Focus. 2. Januar 2008, abgerufen am 27. November 2010: „Der bayerische JU-Vorsitzende und CSU-Bundestagsabgeordnete Stefan Müller mahnte am Mittwoch, die Union sollte offen für eine schwarz-grüne Koalition nach der nächsten Bundestagswahl sein. In dieser Frage dürfe es keine ‚Denkverbote‘ geben.“
  3. Heise Online: CSU fordert neue Verhandlungen über Vorratsdatenspeicherung. 3. April 2011.