Stefano Coletti

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Stefano Coletti (2009)

Stefano Coletti (* 6. April 1989 in Monte Carlo) ist ein monegassischer Automobilrennfahrer. Er startet seit 2011 in der GP2-Serie. Er ist der Bruder der Skirennläuferin Alexandra Coletti.[1]

Karriere[Bearbeiten]

Von 2000 bis 2004 war Coletti im Kartsport aktiv und gab 2005 in der deutschen Formel BMW sein Debüt im Formelsport. Coletti belegte den 18 Platz im Gesamtklassement. Ein weiteres Jahr blieb er in dieser Serie und wurde Siebter in der Gesamtwertung. Außerdem bestritt er einige Rennen im Formel Renault 2.0 Eurocup und der US-amerikanischen Formel BMW, wo er den fünften Meisterschaftsplatz erreichte. Beim Weltfinale der Formel BWM wurde er Dritter. 2007 war Coletti hauptsächlich im Formel Renault 2.0 Eurocup aktiv und wurde Vierter im Gesamtklassement. Zusätzlich startete Coletti in der italienischen Formel Renault.

2008 wechselte Coletti zu Signature-Plus in die Formel-3-Euroserie. Nach nur zwei Rennwochenende verließ er das Team, nachdem Red Bull die Förderung von ihm eingestellt hatte. Nach einem Rennwochenende Pause wechselte Coletti zum Prema Powerteam, für die er die restlichen Saisonrennen bestritt. In der Gesamtwertung belegte Coletti, der bei drei Rennen Punkte holte, den 20. Platz. In der Saison 2009 blieb Coletti in der Formel-3-Euroserie beim Prema Powerteam und gewann bereits beim ersten Saisonrennen in Hockenheim sein erstes Rennen in dieser Meisterschaft. Beim Rennen am Norisring sorgte Coletti für einen Skandal: Nach knapp der Hälfte der Renndistanz lag Coletti hinter Jules Bianchi und Alexander Sims auf Position drei, als das Rennen wegen starken Regens unterbrochen werden musste. Auf Grund des 40-Minuten-Zeitlimits konnte nach dem Neustart nur noch eine Runde hinter dem Safety Car gefahren werden. Nach Rennende warf Coletti dem siegreichen Team ART Grand Prix vor, sich beim Reifenwechsel absichtlich viel Zeit gelassen zu haben, um nach dem Neustart möglichst wenig Runden bestreiten zu müssen. Als sich Bianchi und Coletti nach der Siegerehrung auf dem Weg ins Fahrerlager trafen, schlug Coletti Bianchi mit der Faust ins Gesicht. Coletti wurde daraufhin vom Rennwochenende ausgeschlossen und sein dritter Platz aberkannt.

Im August 2009 debütierte Coletti auf dem Valencia Street Circuit in der GP2-Serie und ersetzte Davide Valsecchi bei Durango.[2] Bei seinem zweiten Rennwochenende in Spa-Francorchamps hatte Coletti einen schweren Unfall in der Eau Rouge und konnte daher nicht am Sprintrennen und am Rennwochenende in Monza[3] teilnehmen. Außerdem musste Coletti wegen seiner Verletzung auf ein Rennwochenende der Formel-3-Euroserie verzichten. Am Saisonende belegte er den zehnten Gesamtrang in der Formel-3-Euroserie und den 25. Gesamtrang in der GP2-Serie. Nachdem er bereits 2009 an einem Rennen der Formel Renault 3.5 teilgenommen hatte, entschied sich Coletti 2010 für ein Engagement bei Comtec Racing in dieser Serie.[4] Mit einem zweiten Platz als bestes Resultat den sechsten Gesamtrang. Parallel trat er in der GP3-Serie für Tech 1 Racing an. Er stieg zum zweiten Rennwochenende der Saison 2010 in die Serie ein und wurde mit zwei dritten Plätzen Neunter im Gesamtklassement. Außerdem startete er bei einem Rennwochenende der Auto GP.

2011 ging Coletti für Trident Racing in der GP2-Serie und in der GP2-Asia-Serie an den Start.[5] In der GP2-Asia-Serie beendete er die Saison mit einem Sieg auf dem vierten Gesamtrang. In der GP2-Serie gelang ihm bereits beim Saisonauftakt in Istanbul sein erster GP2-Sieg. Auf dem Hungaroring gelang es ihm, von Platz 21 startend das Sprintrennen zu gewinnen. Er setzte bei dem durch wechselnde Wetterbedingungen geprägte Rennen auf die passende Strategie.[6] Ein Rennen später in Spa-Francorchamps hatte Coletti – wie zwei Jahre zuvor auf dieser Strecke – einen schweren Unfall. Im Regen übersah er, dass der vor ihm fahrenden Michail Aljoschin wegen Motorproblem verlangsamte, und fuhr auf ihm auf. Dabei hob sein Auto ab und schlug auf dem Asphalt auf. Dabei brach er sich zwei Rückenwirbel. Durch diese Verletzung wurde seine Saison vorzeitig beendet.[7] In der Gesamtwertung belegte er den elften Platz. Nach der Saison nahm er für die Scuderia Coloni am GP2 Final 2011, das er auf dem 13. Rang abschloss, teil.[8] Danach debütierte er bei Testfahrten für die Scuderia Toro Rosso im Formel-1-Auto.[9]

2012 begann Coletti die GP2-Saison für Coloni.[10] Bei den ersten zehn Veranstaltungen erzielte Coletti einen dritten Platz als bestes Resultat. Da die zum Saisonbeginn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt wurden, trennten sich Coloni und Coletti vor den letzten zwei Rennwochenenden. Coletti erhielt für diese zwei Veranstaltungen ein Cockpit bei Rapax.[11] Es gelang ihm dabei, in drei von vier Rennen Punkte einzufahren. In der Fahrerwertung wurde Coletti 13. Da Coletti und Rapax bei den vier Rennen feststellten, dass die Zusammenarbeit gut funktionierte, erhielt Coletti bereits im Oktober 2012 bei Rapax einen Vertrag für die GP2-Serie-Saison 2013.[12] Beim Saisonauftakt in Sepang erzielte er die Pole-Position, einen dritten Platz im Haupt- und einen Sieg im Sprintrennen. Nachdem er in as-Sachir als Zweiter und Dritter auf dem Podest gestanden war, gewann er bei den nächsten Veranstaltungen in Barcelona und Monte Carlo das Sprintrennen. Mit seinem Sieg in Monte Carlo erzielte zum ersten Mal sein 82 Jahren ein Monegasse einen Heimsieg auf der Rennstrecke. Zuletzt war Louis Chiron beim Großen Preis von Monaco 1931 siegreich.[13] Im restlichen Saisonverlauf erzielte er nur bei einem Rennen als Dritter Punkte. Dennoch reichte sein Punktevorsprung, um die die Gesamtwertung für vier weitere Rennwochenende anzuführen. Coletti schloss die Saison schließlich als Fünfter ab. Mit 135 zu 20 Punkten setzte er sich intern deutlich gegen Simon Trummer durch. Darüber hinaus nahm er an einer Veranstaltung der europäischen Formel-3-Meisterschaft und dem Macau Grand Prix teil.

2014 wechselte Coletti innerhalb der GP2-Serie zu Racing Engineering.[14] Nach dem zweiten Rennwochenende belegte er den neunten Gesamtrang.

Statistik[Bearbeiten]

Karrierestationen[Bearbeiten]

Einzelergebnisse in der GP3-Serie[Bearbeiten]

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Punkte Rang
2010 Tech 1 Racing SpanienSpanien ESP TurkeiTürkei TUR SpanienSpanien ESP Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR DeutschlandDeutschland GER UngarnUngarn HUN BelgienBelgien BEL ItalienItalien ITA 18 9.
    24 14 10 6 10 DNF 5 3 3 4 DNF 24 16 20

Einzelergebnisse in der GP2-Serie[Bearbeiten]

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 Punkte Rang
2009 Durango SpanienSpanien ESP MonacoMonaco MON TurkeiTürkei TUR Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR DeutschlandDeutschland GER UngarnUngarn HUN Europaische UnionEuropäische Union EUR BelgienBelgien BEL ItalienItalien ITA PortugalPortugal POR         0 25.
                        DNF DNF 12 DNS INJ INJ            
2011 Trident Racing TurkeiTürkei TUR SpanienSpanien ESP MonacoMonaco MON SpanienSpanien ESP Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR DeutschlandDeutschland GER UngarnUngarn HUN BelgienBelgien BEL ItalienItalien ITA             22 11.
5 1 10 20* 5 DNF 17 19* 7 22 DNF DNF 21 1 DNF DNS INJ INJ            
2012 Scuderia Coloni MalaysiaMalaysia MAS BahrainBahrain BRN BahrainBahrain BRN SpanienSpanien ESP MonacoMonaco MON SpanienSpanien ESP Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR DeutschlandDeutschland GER UngarnUngarn HUN BelgienBelgien BEL ItalienItalien ITA SingapurSingapur SIN 50 13.
5 23* DNF 23* 21 18 3 8 10 DNF 9 DNF DNF DNF 20 19 10 9 20* 8        
Rapax                                         8 4 13 8
2013 Rapax MalaysiaMalaysia MAS BahrainBahrain BRN SpanienSpanien ESP MonacoMonaco MON Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR DeutschlandDeutschland GER UngarnUngarn HUN BelgienBelgien BEL ItalienItalien ITA SingapurSingapur SIN Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate UAE     135 5.
3 1 2 3 4 1 6 1 21* 10 3 20 16 20* 13 23 DNF 13 12 24 20* 9    
2014 Racing Engineering BahrainBahrain BRN SpanienSpanien ESP MonacoMonaco MON OsterreichÖsterreich AUT Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR DeutschlandDeutschland GER UngarnUngarn HUN BelgienBelgien BEL ItalienItalien ITA RusslandRussland RUS Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate UAE     13 9.
4 23 16 8    

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bortolotti erstmals im Williams-Boliden. oe24.at, 10. November 2011, abgerufen am 12. Mai 2012.
  2. „Coletti gibt GP2-Debüt bei Durango“ (Motorsport-Total.com am 18. August 2009)
  3. „Durango-Team verpasst die Monza-Rennen“ (Motorsport-Total.com am 11. September 2009)
  4. „Coletti fährt in der Renault-World-Series“ (Motorsport-Total.com am 10. Februar 2010)
  5. „Coletti vom neuen GP2-Boliden ‚sehr beeindruckt‘“ (Motorsport-Total.com am 24. November 2010)
  6. „Coletti siegt in turbulentem Sprintrennen“ (Motorsport-Total.com am 31. Juli 2011)
  7. „Nach dem Crash: Saison für Coletti beendet“ (Motorsport-Total.com am 28. August 2011)
  8. “Stefano Coletti completes Coloni GP2 line-up for non-championship Yas Marina event” (autosport.com am 3. November 2011)
  9. „Coletti ist auf den Geschmack gekommen“ (Motorsport-Total.com am 18. November 2011)
  10. “Coloni signs Stefano Coletti and Fabio Onidi for 2012 GP2 campaign” (autosport.com am 9. Januar 2012)
  11. Gerald Dirnbeck: „Filippi feiert GP2-Comeback“. Motorsport-Total.com, 6. September 2012, abgerufen am 20. Oktober 2012.
  12. Markus Lüttgens: „Coletti startet auch 2013 für Rapax“. Motorsport-Total.com, 19. Oktober 2012, abgerufen am 20. Oktober 2012.
  13. Norman Fischer: „Nach 82 Jahren: Monaco hat wieder einen Heimsieger“. Motorsport-Total.com, 25. Mai 2013, abgerufen am 3. Juni 2013.
  14. Peter Allen: “Coletti bags second Racing Engineering seat”. paddockscout.com, 8. März 2014, abgerufen am 8. März 2014 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stefano Coletti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien