Stefi Geyer

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Stefi Geyer

Stefi Geyer (* 28. Juni 1888 in Budapest; † 11. Dezember 1956 in Zürich), war eine ungarische Violinistin.

„Sie war die Tochter des Budapester Polizeiarztes Josef Geyer, der selbst Geige spielte. Eines Tages bat die dreijährige Stefike um ein eigenes Instrument und spielte wunderbare Töne darauf, ohne jemals geübt, geschweige denn Stunden gehabt zu haben […] Stefi wurde Schülerin Jenö Hubays, dem Lehrer József Szigetis, und als neunjähriges Wunderkind der Öffentlichkeit vorgestellt […] Jetzt wurde Stefi herumgereicht, von Land zu Land, von Hof zu Hof. Noch ehe sie zwanzig Jahre alt war, galt sie als eine der ersten Geigerinnen ihrer Generation.“[1]

Sie studierte Geige bei Jenő Hubay an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest. Als Wunderkind unternahm sie Konzertreisen in Europa und Amerika. Sie begeisterte nicht nur durch ihre Musikalität und ihr technisches Können, sondern auch durch ihre Persönlichkeit und ihr Aussehen. Béla Bartók und Othmar Schoeck (die sich beide in Stefi verliebt hatten) haben Violinkonzerte für sie geschrieben. Auch Willy Burkhard hat sein 1943 vollendetes Violinkonzert Stefi Geyer und Paul Sacher zugeeignet. Sie war in erster Ehe mit dem Wiener Rechtsanwalt Erwin Jung verheiratet, der am Ende des Ersten Weltkrieges an der Spanischen Grippe starb. 1920 heiratete sie den Schweizer Komponisten Walter Schulthess und zog nach Zürich, von wo aus sie ihre Konzerttätigkeit fortsetzte. Von 1934 bis 1953 lehrte sie am Konservatorium Zürich. 1941 war sie Gründungsmitglied des Collegium Musicum Zürich (Leitung: Paul Sacher), dessen Konzertmeisterin sie wurde.

Stefi Geyer bildete zahlreiche Musiker aus, unter anderen den mittlerweile weltberühmten Schweizer Komponisten Klaus Huber (* 1924). Sie hatte sich auch sehr für Maria Stader eingesetzt, als diese noch in der Ausbildung war.

Zu ihren Schülerinnen zählte auch Aida Stucki, bei der später auch Anne Sophie Mutter studierte.

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. "Maria Stader": Nehmt meinen Dank. Erinnerungen. Nacherzählt von Robert D. Abraham. - München, 1979.