Stegen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Stegen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Stegen
Stegen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Stegen hervorgehoben
47.9827777777787.9638888888889408Koordinaten: 47° 59′ N, 7° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 408 m ü. NHN
Fläche: 26,32 km²
Einwohner: 4406 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79252
Vorwahl: 07661
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 109
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfplatz 1
79252 Stegen
Webpräsenz: www.dreisamportal.de/komstegen
Bürgermeister: Siegfried Kuster
Lage der Gemeinde Stegen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Frankreich Landkreis Waldshut Landkreis Lörrach Freiburg im Breisgau Landkreis Emmendingen Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Rottweil Au (Breisgau) Auggen Bad Krozingen Badenweiler Ballrechten-Dottingen Bötzingen Bollschweil Breisach am Rhein Breitnau Buchenbach Buggingen Ebringen Ehrenkirchen Eichstetten am Kaiserstuhl Eisenbach (Hochschwarzwald) Eschbach (Markgräflerland) Feldberg (Schwarzwald) Friedenweiler Glottertal Gottenheim Gundelfingen (Breisgau) Hartheim Heitersheim Heitersheim Heuweiler Hinterzarten Horben Ihringen Kirchzarten Lenzkirch Löffingen March (Breisgau) Merdingen Merzhausen Müllheim (Baden) Müllheim (Baden) Münstertal/Schwarzwald Neuenburg am Rhein Neuenburg am Rhein Oberried (Breisgau) Pfaffenweiler St. Peter (Hochschwarzwald) St. Märgen Schallstadt Schluchsee (Gemeinde) Sölden (Schwarzwald) Staufen im Breisgau Stegen Sulzburg Titisee-Neustadt Umkirch Vogtsburg im Kaiserstuhl Wittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild
Blick von Westen auf Stegen, von Freiburg-Ebnet her

Stegen ist eine Gemeinde im Südschwarzwald im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald (Baden-Württemberg, Deutschland)

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die im Siedlungsgürtel von Freiburg im Breisgau im oberen Dreisamtal gelegene Gemeinde Stegen befindet sich im Naturpark Südschwarzwald ungefähr 8 km (Luftlinie) östlich von Freiburg. Sie breitet sich nördlich des Zusammenflusses von Rotbach und Wagensteigbach zur Dreisam aus. Ihr Kernort wird vom Eschbach (ein Dreisamzufluss) durchflossen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden von Stegen sind: St. Peter im Nordosten, Buchenbach im Südosten, Kirchzarten im Süden, Glottertal im Norden und Freiburg im Breisgau im Westen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Stegen mit den bis in die 1970er Jahre selbstständigen Gemeinden Eschbach im Schwarzwald und Wittental gehören 34 Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser. Zur ehemaligen Gemeinde Eschbach im Schwarzwald gehören die Zinken Berlachen, Engelberg, Hintereschbach, Obertal, Reckenberg, Steurental und Untertal, die Höfe Domilishof, Gabelsdobel, Grundhof, Kappdobel, Molzenhof, Salzberg, Scherlehäuslehof, Scherlenzendobel und Schönberg und die Wohnplätze Fußhof-Berghäusle, Geigerhäusle und Hilzihäusle. Zur Gemeinde Stegen in den Grenzen von 1974 gehören das Dorf Stegen, die Weiler Oberbirken und Unterbirken, der Zinken Rechtenbach und die Schlossanlage Schloss Weiler. Zur ehemaligen Gemeinde Wittental gehören die Weiler Wittental und Attental, die Höfe Albrechtshof, Andresenhof, Baldenwegerhof, Bankenhof, Bankscherhof, Hannisen(Hansen)-hof, Hugenhof und Rauferhof. Im Gemeindeteil Wittental liegt die abgegangene Burg Falkenbühl.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Hauptort Stegen gliedert sich weiter in die Ansiedlungen Stegen, Weiler, Ober- und Unterbirken sowie Rechtenbach. Den ursprünglichen Kern bildete die Herrschaft Weiler. Seit dem 14. Jahrhundert lag diese bei verschiedenen vorderösterreichischen Adelsfamilien, bis die Freiherren und späteren Grafen von Kageneck als letzte Grundherren in das Dreisamtal kamen. Der Name „Stegen“ ist erstmals 1510 bezeugt.[3] Im Jahr 1810 wurde der Ort dem Großherzogtum Baden zugeordnet und zunächst dem Stabsamt St. Peter (Oberamt St. Peter) und 1819 dem Landamt Freiburg zugeteilt. 1890 wurde schließlich Rechtenbach, das noch den Schnewlin von Landeck gehörte, mit Stegen vereinigt.

1929 mietete der Orden der Herz-Jesu-Priester das Gelände des ehemaligen Schlosses an und richteten dort ein Ordenshaus ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dort das private Gymnasium und Internat Kolleg St. Sebastian eingerichtet. Das Internat wurde 1997 aufgegeben und die Schule ging 1998 in die Trägerschaft der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg über.

Am 1. Juli 1974 wurde die Gemeinde Wittental nach Stegen eingemeindet. Die heutige Gemeinde Stegen wurde am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der beiden Gemeinden Stegen und Eschbach im Schwarzwald gebildet.

Ortsteile[Bearbeiten]

Eschbach[Bearbeiten]

Wappen
Eschbach, die Sankt Jakobus Pfarrkirche

Das Eschbachtal mit seinen Seitentälern wurde 1112 erstmals erwähnt und gehörte zu einem Teil dem Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald. Der andere Teil, zuerst Dinghof des Klosters Einsiedeln, gelangte schließlich an die Freiherren von Sickingen, bis sie ihren Besitz 1808 an das Land Baden verkauften. Die beide Teile Eschbachs wurden 1811 zu einer Gemeinde im Landamt Freiburg vereinigt. Die Gemeinde führte vom 23. Februar 1973 bis zur Vereinigung mit Stegen den Namenszusatz im Schwarzwald.

Wittental[Bearbeiten]

Wappen

Zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde aus den Ansiedlungen Attental, Wittental und dem Baldenwegerhof die Gemeinde Wittental geschaffen. Erstmals erwähnt wurden Ober- und Unterwittental im 13. Jahrhundert im Besitzverzeichnis des Klosters St. Märgen. Die Herrschaft kam Ende des 16. Jahrhunderts an die Freiherren von Sickingen-Hohenburg. Wittental bildete mit Zarten einen Gemeindeverband, bis 1813 die Vereinigung Attentals mit Wittental erfolgte.

Siehe auch Burg Falkenbühl

Religionen[Bearbeiten]

In Stegen gibt es je die Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu, die Katholiken in Eschbach gehören zur St. Jakobus-Gemeinde, die evangelische Versöhnungsgemeinde Stegen betreut auch evangelische Christen in Buchenbach, St. Peter und St. Märgen.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 63,4 % (+ 0,8) zu folgendem Ergebnis::[4]

Partei / Liste Stimmenanteil G/V Sitze G/V
CDU 43,0% − 7,3 5 − 1
FWG 28,6 % − 7,1 4 − 1
Die Grünen 21,4 % ± 0 3 ± 0
SPD 14,3 % + 14,3 2 + 2

G/V: Gewinne oder Verluste gegenüber der Kommunalwahl 2009

Für die Ortschaften Eschbach und Wittental bestehen eigene Ortschaftsräte.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 1991 ist Siegfried Kuster (parteilos) Bürgermeister der Gemeinde Stegen.

Verwaltung[Bearbeiten]

Stegen gehört mit den angrenzenden Gemeinden Kirchzarten, Oberried und Buchenbach zum Gemeindeverwaltungsverband Dreisamtal mit Sitz in Kirchzarten.

Wappen[Bearbeiten]

Stegen vor 1975

Der Gemeinde Stegen wurde nach der Gemeindegebietsreform 1977 die Wappenurkunde für das Wappen verliehen:

In Gold (Gelb) eine entwurzelte Esche mit schwarzem Stamm und grüner Krone, worin drei goldene (gelbe) Äste in Form von Eschenblättern, vor dem Stamm ein durchgehender roter Bohlweg (Steg).

Die Esche steht für den Ortsteil Eschbach, symbolisiert aber auch den gleichnamigen Bach, der das Gemeindegebiet in ganzer Länge durchzieht. Der Bohlweg oder Steg, der bereits von der alten Gemeinde Stegen als Siegelbild verwendet wurde, erinnert an die hölzernen Wege durch das sumpfige Gelände am Ausgang des Eschbachtals. Sie gaben einst den Höfen oberhalb des Meierhofs Weiler den Namen, der heute für die gesamte Gemeinde gilt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloßkapelle
Katholische Herz-Jesu-Kirche mit Gebäuden des Kollegs St. Sebastian

Bauwerke[Bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Stegen liegt am Schwarzwald-Querweg Freiburg-Bodensee, einem Fernwanderweg des Schwarzwaldvereins, der an vielen Naturdenkmälern vorbei führt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 1999 finden im Wittental alle zwei Jahre die Highland Games statt.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Stegen liegt in der Peripherie von Freiburg im Breisgau. Viele Einwohner arbeiten in der nahen Großstadt, die mit dem Auto über die Landesstraße 133 leicht erreichbar ist. Die Buslinie 7216 der SüdbadenBus-Gesellschaft verbindet die Gemeinde einerseits mit Kirchzarten und Freiburg, andererseits mit St. Peter, St. Märgen und Hinterzarten im Hochschwarzwald. In Kirchzarten besteht auch eine Umsteigemöglichkeit auf die Höllentalbahn.

Bildung[Bearbeiten]

Kolleg St. Sebastian
  • In der Gemeinde gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule und eine Grundschule in Eschbach.
  • Das staatlich anerkannte katholische allgemeinbildende Gymnasium Kolleg St. Sebastian wird von Schülern aus dem gesamten Dreisamtal und aus Freiburg besucht. Es befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Schlosses. Träger ist seit 1998 die Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg.
  • Ferner besteht in Stegen ein überregionales Bildungs- und Beratungszentrum für Hörgeschädigte, eine Staatliche Schule mit Internat. Sie bietet Bildungsangebote vom Kindergarten über alle Schularten bis zum Gymnasium.
  • Viele Schüler besuchen auch das nahe Marie-Curie-Gymnasium in Kirchzarten.
  • Kindergärten gibt es in Stegen (katholisch) und in Eschbach (kommunal).
  • In Wittental betreibt das Forstzoologische Institut der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. eine Außenstelle.
  • Zum Bildungsangebot gehört auch die Ökumenische Gemeindebücherei Stegen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 117–120
  3. Maximilian Walter: Geschichte der Gemeinde Stegen von den Anfängen bis 1920. Herausgegeben von Wendelin Duda. Freiburger Echo Verlag Wendelin Duda, Stegen 2002. ISBN 3-86028-856-3. Abgerufen am 17. Juli 2012. Maximilian Walter, Stegener Bürgermeister von 1909 bis 1935, beendete seine Ortsgeschichte 1920. Sie blieb bis 2002 ungedruckt.
  4. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Vorläufiges Ergebnis der Gemeinderatswahl 2014, abgerufen am 27. Juni 2014
  5. Highland-Games in Stegen-Wittental. Abgerufen am 19. August 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stegen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien