Steglitzer Kreisel
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Der Steglitzer Kreisel ist ein Gebäudekomplex mit Bürohochhaus im Berliner Ortsteil Steglitz gegenüber dem Rathaus Steglitz gelegen.
Den Hauptteil des Gebäudes bildet ein 119 Meter hohes Verwaltungsgebäude mit 27 Stockwerken, in dem das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf bis Ende 2007 untergebracht war. Der Kreisel beherbergt zudem noch ein Hotel, zahlreiche Ladenlokale, einen Busbahnhof der BVG, einen U-Bahnhof und ein Parkhaus.
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[Bearbeiten] Planung und Bau
Mit dem Bau des Kreisels wurde im Jahr 1968 nach Plänen der Architektin Sigrid Kressmann-Zschach begonnen. Die veranschlagten Kosten von 180 Mio. DM wurden teilweise vom Berliner Senat, teilweise von der Bauträgergesellschaft AVALON der Architektin getragen. Das Projekt geriet schon bald durch steigende Baukosten in die Schlagzeilen, die dazu führten, dass die Bauträgergesellschaft 1974 Insolvenz anmelden musste, wodurch die Bauarbeiten eingestellt werden mussten und der Senat eine Bürgschaft in Höhe von 42 Mio. DM verlor.
Die Staatsanwaltschaft ermittelte in diesem Zusammenhang wegen des Verdachts des Betruges gegen die Architektin, musste die Ermittlungen aber im Jahr 1975 ergebnislos einstellen. Ebenfalls ohne Ergebnis musste der parlamentarische Untersuchungsausschuss seine Arbeit einstellen, der gegen den damaligen Finanzsenator Heinz Striek und den Bausenator Rolf Schwedler ermittelte.
Nachdem bereits über eine Sprengung der Bauruine nachgedacht wurde, wurde das Gebäude im Jahr 1977 von Becker & Kries ersteigert, die den Kreisel für 95 Mio. DM fertigstellten. Nach Fertigstellung im September 1980 beliefen sich die Baukosten für den Kreisel auf 323 Mio. DM. Seitdem befindet sich der Steglitzer Kreisel im Eigentum der Gemeinschaft Becker & Kries und des Landes Berlin.
Da nach Fertigstellung des Hochhauses kein Mieter für die Büros gefunden werden konnte, zog schließlich das Bezirksamt Steglitz dort ein. Die Arbeitsgemeinschaft (Arge) BV: Steglitzer Kreisel bestand aus den Firmen:
- Anton Schmittlein Bauunternehmung,
- Wiemer & Trachte,
- F.C.Trapp,
- Siemens Bauunion,
- Heibus Bauunternehmung,
- Sager & Woerner (SAWOE).
Es gibt immer wieder das Gerücht, dass im Parkhaus eine Zivilschutzanlage für einen Teil der Angehörigen der amerikanischen Streitkräfte eingebaut wurde. Die Architektin Kressmann-Zschach hatte eine derartige Anlage auch im Zusammenhang mit ihrem Projekt Kudamm-Karree erstellt.
[Bearbeiten] Asbestbelastung
Im Mai 1990 geriet der Kreisel, inzwischen ein Steglitzer Wahrzeichen, erneut in die Schlagzeilen, da Asbestfunde im Bürohochhaus bekannt wurden. Diese wurden allerdings nur bei auftretenden Schäden und somit auch nur partiell beseitigt. Dieses Verfahren hatte zur Folge, dass bis zum Oktober 2004 ein Gutachten erstellt werden musste, aus dem hervorgeht, dass
- spätestens 2007 Teile des Hochhauses gesperrt werden müssten,
- auf Grund der Anordnung der Technikzentrale und der Rettungswege eine Teilnutzung während der Sanierung ausgeschlossen ist,
- die Kosten für eine Sanierung bei 82 bis 84 Mio. € liegen würden und
- ein Neubau an anderer Stelle für lediglich 41,5 Mio. € möglich wäre.
Bis zum Juni 2005 wurden zwei weitere Gutachten erstellt. Aus ihnen geht hervor, dass
- der Büroturm Ende 2007 geschlossen werden muss, falls bis dahin keine vollständige Asbestsanierung erfolgt ist und
- die Sanierungskosten sich auf 75 Mio. € belaufen werden.
Die Gemeinschaft Becker & Kries hat angeboten, die Kosten zu übernehmen und die Sanierung sukzessive durchzuführen, wenn der Kreisel weiterhin durch das Bezirksamt genutzt wird.[1]
Am 27. Juni 2006 hat der Berliner Senat beschlossen, das Bürohochhaus aufzugeben und die dort beschäftigten Mitarbeiter des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf in anderen landeseigenen Immobilien unterzubringen.[2] Zum 23. November 2007 wurde das Haus geräumt. Die zwei Jahre dauernden Sanierungsarbeiten beginnen frühestens 2009, nachdem die Berliner Finanzverwaltung und der Liegenschaftsfonds nochmals vergeblich versucht hatten, das Gebäude im jetzigen Zustand zu verkaufen[3]. Die weitere Nutzung ist ungeklärt; neben dem Verkauf an private Investoren ist ein Abriss zwar nicht ausgeschlossen, ist jedoch in der Öffentlichkeit umstritten[4][5].
[Bearbeiten] Aussichtspunkt
In der 24. Etage des Kreisels befand sich bis zum 2. November 2007 [5] eine Kantine, von der man bei klarer Sicht den freien Blick nach Norden auf die Berliner Innenstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten bis an die nördliche Stadtgrenze hatte; von der Cafeteria blickte man in Richtung Südwesten bis zum Hohen Fläming.
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ „Der Steglitzer Kreisel muß bleiben“, Katrin Lange, Die Welt, 2. März 2005
- ↑ „Asbestsanierung des Bürohochhauses 'Steglitzer Kreisel'“, Pressemitteilung Nr. 06-048, Senatsverwaltung für Finanzen, Berlin, 27. Juni 2006
- ↑ Keiner will den Kreisel kaufen in Tagesspiegel vom 24.07.2008
- ↑ Der Kreisel verpackt in 21.000 Kisten, Tagesspiegel 17. Oktober 2007
- ↑ a b Berliner Abendschau 1. November 2007
52.45555555555613.319722222222Koordinaten: 52° 27′ 20″ N, 13° 19′ 11″ O

