Stand Up Paddling

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Stehpaddler in der Morro Bay, Kalifornien
SUP in der Welle (Jürgen Hönscheid)
Stehpaddler auf dem Main-Donau-Kanal zwischen Fürth und Nürnberg

Das Stand Up Paddling (SUP), auch Stehpaddeln oder Stand-Up-Paddle-Surfing (engl. für Paddelsurfen im Stehen) genannt, ist eine Wassersportart, bei der der Sportler aufrecht auf einer Art Surfbrett steht und mit einem Stechpaddel Vortrieb zur Fortbewegung erzeugt.

Entstehung[Bearbeiten]

Das Stand Up Paddling geht ursprünglich auf polynesische Fischer zurück, die sich in ihren Kanus stehend vor Tahiti auf dem Meer fortbewegten.[1] Insbesondere sind in Asien noch heute Ein-Mann-Bambusflöße im Einsatz, bei denen im Stehen neben Stangen auch Paddel eingesetzt werden. Auf Hawaii, dem Ort, wo das Surfen erfunden wurde, war Stand Up Paddling der Sport des Königs. Nur Auserwählte durften sich außer ihm stehend fortbewegen.

Im 20. Jahrhundert wurde das Stehpaddeln eine komfortable Fortbewegungsart für Surflehrer auf Hawaii, um durch den Einsatz eines Paddels schneller vom Ufer zu den wellenbrechenden Riffen und zurück zu gelangen. Durch die erhöhte Position auf dem Board hat der Surflehrer zusätzlich einen besseren Überblick über die Surfschüler. Das Besondere war außerdem, dass diese später oft auf dem Brett auf einem Stuhl saßen und mit natürlich nicht wasserdichten Kameras Fotos machten.

Erst Jahre später wurde Stand Up Paddling zusätzlich zum Windsurfen und Wellenreiten betrieben, da man es ohne Wind oder Wellen betreiben kann. In den letzten Jahren fand Stand Up Paddling immer mehr Verbreitung als Freizeitsport und entwickelte sich zu einer eigenständigen Wassersportart. Stehpaddeln wird vorrangig auf Hawaii, an der US-Pazifikküste, in Australien, auf den Britischen Inseln sowie in Japan betrieben. In Europa hält Stand Up Paddling z. B. auf Binnengewässern Einzug.[2]

Zwar noch ohne festes Regelwerk, gliedert sich der Sport vor allem in diese zwei Disziplinen:

  • Stand Up Paddle Surfing
  • Distance Stand Up Paddling

Es gibt noch weniger verbreitete Disziplinen, wie zum Beispiel das River Surfen etc. Inzwischen werden nationale und internationale Wettkämpfe in beiden Disziplinen ausgetragen. In Hamburg findet beispielsweise jährlich der „SUP World Cup“ im Flachwasser-Paddeln statt.[3] In Deutschland sind mehrere Verbände im Stand up Paddling aktiv, insbesondere der Deutsche Kanu-Verband (DKV) und der Deutsche Wellenreitverband (DWV), die auch Deutsche Meisterschaften ausreichten.

Technik[Bearbeiten]

Kai Lenny, Windsurf World Cup Sylt, 2009

Der Sportler steht nach Möglichkeit aufrecht auf dem Surfbrett und erzeugt mit einem Stechpaddel ähnlich wie beim Kanufahren den Vortrieb. Dabei wird die Seite, auf der das Paddel im Wasser nach hinten und über dem Wasser nach vorn gezogen wird, regelmäßig gewechselt. In der am häufigsten betriebenen Spielart wird das Fortbewegen durch Paddeln mit der Technik des Wellenreitens abgewechselt. Das Paddel wird beim Wellenreiten dabei zusätzlich zum Steuern des Surfbretts und zur Unterstützung der Balance eingesetzt. Durch die Kombination mit der Technik des Wellenreitens kann die Geschwindigkeit durch die Schubkraft von Wellen kurzzeitig erhöht werden. Dadurch ist es möglich, Wegstrecken insgesamt schneller und mit weniger Kraftaufwand zurückzulegen als mit reinem Paddeln. Mit dem Stehpaddeln auf Seen oder an den Meeresküsten können auch gut größere Wegstrecken zurückgelegt werden (Distance Stand Up Paddling).[4][5]

Ausrüstung[Bearbeiten]

Bretter/Boards[Bearbeiten]

Anfangs wurden vorhandene Longboards oder sogenannte Tandemboards aus dem Wellenreiten verwendet, weil sie genügend Auftrieb erzeugen, um das Gewicht des Sportlers mit Ausrüstung (Paddel, Kleidung) zu tragen, und dieser ohne Probleme darauf stehen konnte. Ebenfalls aus dem Wellenreiten kommt die Boardleash, die den Verlust des Brettes verhindert. Mittlerweile bieten diverse Hersteller spezielle SUP-Bretter und Paddel an. SUP-Bretter für das Stand Up Paddling in der Welle glichen in der Vergangenheit in ihrer Geometrie einem gewöhnlichen Surfboard. Inzwischen wurden eigens für diesen Sport gewisse Shapes entwickelt. Auf dem Markt befinden sich Boards in Längen zwischen 1,80 m und über 4 Metern, wobei sich das Volumen der Bretter zwischen 100 und 250 Liter bewegt.

Für das Distance Stand Up Paddling wird ein Bretttyp genutzt, das in der Form schnellen Ruderbooten gleicht, wobei dies nicht verallgemeinert werden kann. Alternativ werden Modelle verwendet, die in der Rumpfform Auslegerkanus oder Lifeguardboards ähnlich sind. Bei einigen SUP-Brettern reicht das Volumen aus, um mehrere Personen zu tragen. SUP-Bretter werden selten aus den gleichen Materialien und mit der gleichen Technik wie andere Surfbretter hergestellt. Mittlerweile wurde eine eigene Technik entwickelt, um SUP-Bretter zu entwerfen. Um einen sicheren Stand zu gewährleisten, werden raue oder gummierte Oberflächen aus Ethylenvinylacetat verwendet, wobei das Wachsen vor allem bei Profis beliebt ist.

Seit 2011 ermöglicht eine neue Produktionstechnik, basierend auf dem Dropstitch-Verfahren, die Herstellung von aufblasbaren SUP Boards, die leichter zu transportieren sind. Dies macht die Boards für den Freizeitpaddler interessant. Kritiker halten dagegen, dass auch ein Innendruck von bis zu 25 psi nur annähernd die Steifigkeit eines herkömmlichen SUP Boards erreicht und daher gerade im Profi-Bereich noch immer keine vollwertige Alternative zum Epoxy Stand-Up Paddle Boards ist.[6]

Paddel[Bearbeiten]

Stehpaddler im Mittelmeer zeigt ideale Paddellänge

Das Paddel, das bei der Disziplin Standup Paddle Surfing benutzt wird, sollte rund eine Paddel-Blattlänge länger sein als der Surfer selbst. Das Paddel ist beim Distance Stand Up Paddling oft etwas länger. Dies ermöglicht längere und kraftvollere Züge und damit verbunden eine höhere Endgeschwindigkeit auf der Strecke, wobei es auch hier viele Profis gibt, die auf das Gegenteil schwören. Paddel gibt es in unterschiedlichen Ausführungen: Preisgünstige Paddel besitzen oft einen Aluschaft und ein einfaches Kunststoffblatt. Leistungsfähigere Paddel werden aus Glasfaser und kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff gefertigt und sind deutlich leichter. Außerdem gibt es noch Holzpaddel bzw. Paddel mit Bambusblättern.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FAZ.NET, 28. August 2011: Stand-up-Paddling - Die stehen da drauf, abgerufen am 31. Januar 2013
  2. Robby Naish Interview, 3. Juli 2011
  3. SUP Worldcup in Deutschland
  4. Grundlagen, P. Bartl, YouTube
  5. Tipps für Fortgeschrittene, P. Bartl, YouTube
  6. Bewertung von aufblasbaren SUP Boards, Surf Checker