Steife Segge

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Steife Segge
Steife Segge (Carex elata), Bulte

Steife Segge (Carex elata), Bulte

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Seggen (Carex)
Art: Steife Segge
Wissenschaftlicher Name
Carex elata
All.
Blütenstände
Blütenstände
Steifseggenried

Die Steife Segge (Carex elata), auch als Steif-Segge bezeichnet, gehört zur Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). In Verlandungszonen von Seen und langsam fließenden Bächen fällt diese Seggenart oft durch ihre stattlichen, stockwerkartig aufgebauten Horste (Bulte oder Bülte) auf. Als Tiefwurzler trägt sie zur Verlandung von Gewässern bei.

Verbreitung und Standort[Bearbeiten]

Die Steife Segge ist in ganz Europa mit Ausnahme des äußersten Nordens, in Nordafrika und Teilen Asiens von der Ebene bis in mittlere Gebirgslagen verbreitet. Sie wächst in Feucht- und Nasswiesen, Zwischenmooren, in Verlandungszonen von stehenden und langsam fließenden Gewässern auf staunassen, nährstoff- und basenreichen Ton- und Schlickböden. Oft bildet sie Einartbestände, sogenannte Steifseggenriede (Caricetum elatae).

Der französische Name der Steifen Segge, le grand carex, war namensgebend für das größte Feuchtgebiet der Schweiz, die Grande Cariçaie.[1]

Unterarten[Bearbeiten]

Nach Govaerts (2004)[2] werden zwei Unterarten unterschieden: die Breitblättrige Steife Segge (Carex elata subsp. elata) und die kleinere Schmalblättrige Steife Segge (Carex elata subsp. omskiana (Meinsh.) Jalas). Letztere wurde erst in jüngerer Zeit seit 1997 für Deutschland nachgewiesen (Berlin/ Brandenburg) und wurde möglicherweise bisher übersehen. Die Unterarten unterscheiden sich vor allem in der Wuchshöhe, der Breite der Blätter, der Form der Spelzen sowie der Form der Papillen der Blattunterseiten.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Sumpfpflanzen (Helophyten) sind mehrjährig und sommergrün. Die Erneuerungsknospen, aus denen die krautigen Pflanzen im zeitigen Frühjahr austreiben, liegen nahe der Oberfläche (Hemikryptophyten). Die Wuchshöhen der Pflanzen betragen zwischen 60 und 120 Zentimeter bei der Unterart C. elata subsp. elata bzw. 30 bis 80 Zentimeter bei Carex elata subsp. omskiana. Sie bilden ohne Ausläufer dichte Rasen bis hin zu stattlichen, stockwerkartig aufgebauten Horsten (Bulte). Die steif aufrecht wachsenden Stängel sind scharf dreikantig und oben an den Kanten rau. Sie sind nur am Grunde beblättert. Die untersten, netzartig zerfasernden Blattscheiden sind hell gelbbraun. Die flachen, graugrünen Blattspreiten der Breitblättrigen Steifen Segge erreichen 4 bis 7 Millimeter, jene der Schmalblättrigen Steifen Segge 2 bis 5 Millimeter Breite. Sie sind an den Rändern sehr rau. Die Blattoberseiten sind gras- bis dunkelgrün; die Blattunterseiten sind dagegen graugrün. Die Papillen sind bei der breitblättrigen Unterart länglich dreieckig und ragen deutlich aus der Epidermis heraus. Bei der schmalblättrigen Unterart sind diese gerundet und nur schwach dreieckig.

Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Das unterste Hüllblatt des Blütenstandes ist meist pfriemlich und höchstens so lang wie dieser. Der Blütenstand besteht aus drei bis sechs, zuweilen sieben, sitzenden bis kurz gestielten, aufrechten Ähren. Die oberen ein bis drei Ähren tragen männliche, die unteren sehr dicht stehende weibliche Einzelblüten. Die männlichen Blüten tragen drei Staubblätter, die weiblichen einen zweinarbigen Fruchtknoten. Die geschnäbelten, fünf- bis siebennervigen (Carex elata subsp. elata) oder undeutlich genervten (Carex elata subsp. omskiana) Fruchtschläuche sind oval, stark abgeflacht und graugrün. Sie werden 3,5 bis 5 Millimeter lang und etwa 2 Millimeter breit. Die gelbbraune Frucht ist linsenförmig und etwa 2 Millimeter lang und 1,5 Millimeter breit. Die Spelzen sind schwarz-braun und grün gekielt. Sie erreichen 2,5 bis 3,5 Millimeter Länge. Die Spitzen sind bei C. elata subsp. elata abgerundet, bei C. elata subsp. omskiana dagegen immer deutlich zugespitzt.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Steife Segge ist eine Verlandungspflanze. Der scharfe Blattrand dient als Schutz gegen Tierfraß.

Die Utriculi unterliegen der Schwimmausbreitung; ihre Schwimmdauer kann über 15 Monate betragen. Außerdem erfolgen eine Klettausbreitung und eine Adhäsionsausbreitung durch Wasservögel.

Nutzung[Bearbeiten]

Die Steife Segge ist eine gute Streupflanze, aber eine schlechte Futterpflanze.

Trivialnamen[Bearbeiten]

Für die Steife Segge bestehen bzw bestanden, zum Teil auch nur regional, auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Bültengras (Schleswig-Holstein), Buttengras (Unterweser), Grauwisk (Bremen), Groffwisk (Bremen) und Schnittbülten (Schleswig-Holstein).[3]

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grande Cariçaie
  2. Govaerts, R.: World Checklist of Monocotyledons Database in ACCESS: 1-54382. The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. 2004 [1]
  3. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 82. (online).

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Grau, B. P. Kremer, B. M. Möseler, G. Rambold & D. Triebel: Gräser, Mosaik-Verlag, München 1996, ISBN 3-576-10702-9
  • H. Haeupler & Th. Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands., Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
  • E. Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Ulmer, Stuttgart, 1994, ISBN 3-8252-1828-7
  • K. Kiffe: Eine in Deutschland bisher übersehende Sippe von Carex Sect. Phacocystis (Cyperaceae) in Deutschland: Carex elata subsp. omskiana. - Florist. Rundbr. 32(2): 117-122, 1999.
  • R. Düll/ H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, 7. Auflage, Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Steife Segge – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien