Steigerwald

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Dieser Artikel behandelt das Mittelgebirge in Bayern. Für weitere Bedeutungen siehe Steigerwald (Begriffsklärung).
Steigerwald
Höchster Gipfel Scheinberg (499 m ü. NN)
Lage Bayern
Teil des Fränkischen Keuper-Lias-Landes
Einteilung nach Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands
Steigerwald (Bayern)
Steigerwald
Koordinaten 49° 37′ N, 10° 17′ O49.61416666666710.287222222222499Koordinaten: 49° 37′ N, 10° 17′ O
Fläche 1.115,2 km²
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Der Steigerwald ist ein bis 499 m ü. NN hohes Mittelgebirge im bayrisch-fränkischen Teil des Südwestdeutschen Stufenlandes zwischen Würzburg und Nürnberg. Er ist Teil des Keuperberglandes und wird innerhalb dessen nach Nordnordosten, rechts des Mains, durch die Haßberge, nach Südsüdwesten durch die Frankenhöhe fortgesetzt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Steigerwald liegt am vom Dreifrankenstein markierten Schnittpunkt der Regierungsbezirke Unter-, Mittel- und Oberfranken. Er befindet sich zwischen den Städten Bamberg, Schweinfurt, Würzburg und Nürnberg. Im Norden wird er durch den Lauf des Mains begrenzt, im Osten durch die Regnitz. Die Grenze im Süden bildet die Aisch, im Westen wiederum der Main und in der Verlängerung eine Linie von Marktbreit über Uffenheim nach Bad Windsheim.

Der Steigerwald erstreckt sich auf den Gebieten der sechs Landkreise Bamberg, Erlangen-Höchstadt, Haßberge, Kitzingen, Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim und Schweinfurt.

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten]

Der Steigerwald gliedert sich naturräumlich wie folgt:[1][2]

Berge[Bearbeiten]

Zu den Bergen und Erhebungen des Steigerwalds gehören − sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalnull (NN):

Flüsse[Bearbeiten]

Bedingt durch den traufartigen Steilabfall der Westseite fließen die meisten größeren im Steigerwald entspringenden Fließgewässer in östliche bis südöstliche Richtung ab. Sie fließen in der Regel nicht direkt dem Main im Nordosten zu, sondern entweder der Regnitz im Osten oder deren Nebenfluss Aisch, der den Steigerwald im Südosten flankiert und eine natürliche Trennlinie zur Frankenhöhe bildet.

Die folgenden Fließgewässer entspringen im Steigerwald und fließen in östliche Richtungen ab (von Nord nach Süd geordnet):[3]

Verkehr[Bearbeiten]

Verkehrstechnisch erschlossen ist der Steigerwald durch die A 70 im Norden, die A 7 im Westen und die A 73 im Osten. Quer durch Gebirge und Naturpark verlaufen die A 3, Hauptverkehrsverbindung zwischen Frankfurt am Main, Würzburg und Nürnberg, und die Bundesstraßen 22, 286 und 8.

Als Touristenroute durchquert die Steigerwald-Höhenstraße den Steigerwald in Nord-Süd-Richtung.

Weinbau[Bearbeiten]

Weinkennern ist der Steigerwald durch die Frankenweine bekannt, die im Westen der Region angebaut werden. Abtswinder Altenberg, Casteller Bausch, Handthaler Stollberg, Ippesheimer Herrschaftsberg, Bullenheimer Paradies, Wiesenbronner Wachhügel und Ziegelangerer Ölschnabel sind nur einige der bekannten Namen.

Politik und Unter-Schutz-Stellung[Bearbeiten]

In den verschiedenen Kreisen des Steigerwalds gab es immer wieder Überlegungen, Teile des Waldes aus der Nutzung zu nehmen und Schutzgebiete einzurichten. Seit 2008 Jahren gibt es Streit darüber, ob spezielle Flächen Nationalpark werden sollen oder nicht. Die Befürworter sähen damit einen Beitrag zum Naturschutz und hofften auf mehr Tourismus. Die Gegner fürchten unter anderem, dass die ausgewiesenen Bereiche forstwirtschaftlich nicht mehr nutzbar wären. Seit 2014 ist bekannt, dass der Steigerwald UNESCO-Weltnaturerbe werden soll. Weltkulturerbe-Gebiete bewegen sich außerhalb der gesetzlich geregelten Naturschutzgebiete und Nationalparks. Im November 2014 fand ein Treffen im bayerischen Regierungssitz mit Ministerpräsident Horst Seehofer, der bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf, Forstminister Helmut Brunner und der drei Landräte der Landkreise Schweinfurt (Florian Töpper), Haßberge (Wilhelm Schneider) und Bamberg (Johann Kalb) statt. Das Ergebnis war, dass eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der beiden Ministerien und der drei Landratsämter bis Ende Januar 2015 Grundlagen für die Bewerbung um ein UNESCO-Weltnaturerbe erarbeiten.

Voraussetzung war laut Töpper die Einigkeit zwischen den Beteiligten, dass es keinen Nationalpark im Steigerwald geben soll. Laut Töpper will Seehofer bis Ende Januar 2014 dafür sorgen, dass eine vom Bamberger Landratsamt erlassene Verordnung für ein umstrittenes, 775 Hektar großes Waldschutzgebiet im Ebracher Forst zurückgenommen wird.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

 Wikivoyage: Steigerwald – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Emil Meynen, Josef Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960).
  2. Verschiedene Autoren: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1952–1991. → Online-Karten;
    mit einem Stern (*) gekennzeichnete Blätter sind bislang nicht in die Aufstellung eingeflossen.
    • Blatt 152: Würzburg (Horst Mensching, Günter Wagner 1963; 45 S.)*
    • Blatt 153: Bamberg (Karl Albert Habbe 2004, in Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft 2003/2004, S. 55-102; 48 S.)
  3. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  4. http://www.br.de/nachrichten/unterfranken/inhalt/steigerwald-nationalpark-welterbe-spitzengespraech-100.html
  5. http://www.lfu.bayern.de/natur/natura2000_datenboegen/datenboegen_6020_6946/doc/6029_371.pdf
  6. http://www.lfu.bayern.de/natur/natura2000_datenboegen/datenboegen_6020_6946/doc/6327_371.pdf
  7. http://www.lfu.bayern.de/natur/natura2000_datenboegen/datenboegen_6020_6946/doc/6029_471.pdf
  8. http://www.lfu.bayern.de/natur/natura2000_datenboegen/datenboegen_6020_6946/doc/6327_471.pdf

Weblinks[Bearbeiten]