Steineiche
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| Stein-Eiche | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Quercus ilex | ||||||||||||
| L. |
Die Steineiche, genauer Stein-Eiche (Quercus ilex) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Buchengewächse (Fagaceae). Innerhalb der Gattung der Eichen (Quercus) gehört diese Art der Sektion der Zerreichen (Cerris) an, zu der auch die Korkeiche gehört.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Verbreitung
Die Steineiche ist ein Charakterbaum der mediterranen Klimazone. Sie ist von Portugal bis zur Türkei (Ägäis- und Schwarzmeerküste [1]) und von Marokko bis Tunesien verbreitet. [2] Stellenweise dringt sie auch in Gebiete mit submediterranem Klima vor, z.B. an der französischen Atlantikküste oder im Gardaseegebiet. [3] Auf den Britischen Inseln mit Ausnahme von Nordschottland ist sie winterhart, wird dort häufig in Gärten und Parks gepflanzt und tritt auch verwildert auf [4]. In Deutschland ist sie nur in den allermildesten Lagen (etwa im Rheingraben, im Bodenseeraum oder im Weser-Ems-Gebiet) einigermaßen winterhart und wird selten angepflanzt.
[Bearbeiten] Beschreibung
Die Steineiche erreicht als immergrüner (daher auch Grün-Eiche) Baum Wuchshöhen zwischen 5 und 20 Meter, manchmal auch bis zu 28 Meter und Stammdurchmesser von bis zu 1,4 Meter. Sie kann ein Alter von 200 bis 500 Jahren erreichen. Die Krone ist breit gewölbt und oft mehrstämmig. Die bräunlich-schwarze bis schwarz Borke kann lange Zeit glatt bleiben, ist im Alter klein gefeldert und in kleine Platten flach zerrissen.
Die wechselständigen Laubblätter sind beim Austrieb (der meist erst im Juni erfolgt) silberweiß, dann blaßgelb und später dunkelgrün. Die Blätter sind anfangs überall, später nur noch auf der Unterseite behaart. Sie erinnern im Aussehen an Stechpalmenblätter und sind sehr variabel in Form und Zähnung. Der wollig behaarte Blattstiel weist eine Länge von 1 bis 2 cm auf. Die Blätter sind etwa 5 bis 10 cm lang. Die einfache Blattspreite ist schmal-elliptisch über eiförmig-lanzettlich bis fast rundlich; sie kann spitz oder auch stumpf enden. Der Blattrand ist glatt bis spitz gezähnt.
Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Die Stein-Eiche ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch).
Jede Eichel ist bis zur knappen Hälfte vom braunfilzigen Fruchtbecher (Cupula) umschlossen, mit dreieckigen, anliegenden Schuppen. Die hellgrünen Eicheln (Nussfrucht) sind knapp 2 cm lang. Sie werden durch Tiere wie etwa Eichhörnchen oder Eichelhäher verbreitet. Wirtschaftlich bedeutend ist die in Hainen (in Spanien dehesas genannt) angebaute Steineiche für die Schweinemast.
[Bearbeiten] Nutzung
Die Samen können roh oder gegart gegessen werden; sie können süß oder bitter sein. Aus den Samen kann ein Kaffee-Ersatz oder Öl gewonnen werden. [5]
Die Gallen, die durch Larven verschiedener Insektenarten an Quercus ilex erzeugt werden, können medizinisch verwendet werden. Aus der Borke wird Tannin gewonnen.
Aus dem harten Holz werden beispielsweise Möbel hergestellt. Es ist ein gutes Feuerholz, auch im noch nicht getrockneten Zustand.
[Bearbeiten] Unterarten
Es gibt zwei Unterarten [6]:
- Quercus ilex L. subsp. ilex (Syn.: Quercus gramuntia L., Quercus ilex var. gramuntia (L.) Loudon)
Unterscheidungsmerkmale [7]: Die Blätter haben 7 bis 14 Paar Seitennerven und sind meistens lanzettlich oder länglich-lanzettlich. Junge Blätter sind meist ganzrandig oder fein gesägt, selten dornzähnig. Die Blattstiele sind bis 10 Millimeter lang.
Verbreitung [2] [3] [7]: Die Unterart ist weit verbreitet, kommt auf der Iberischen Halbinsel aber nur entlang der Mittelmeerküste sowie im Norden vor. Sie fehlt in Marokko [8].
- Quercus ilex subsp. rotundifolia (Lam.) Tab. Morais (Syn.: Quercus ballota Desf., Quercus ilex subsp. ballota (Desf.) Samp., Quercus rotundifolia Lam.).
Unterscheidungsmerkmale [7]: Die Blätter haben 5 bis 8 Paar Seitennerven und sind meistens rundlich bis elliptisch oder lanzettlich. Junge Blätter sind meist dornzähnig. Die Blattstiele sind bis 6 (ausnahmsweise bis 8) Millimeter lang.
Verbreitung [2] [3] [7]: Diese Unterart ersetzt die Typus-Unterart auf einem Großteil der Iberischen Halbinsel mit Ausnahme des Nordens und der Mittelmeerküste sowie in Marokko [8]. Sie kommt neben der Typus-Unterart auch in Südfrankreich, auf den Balearen, in Algerien und Tunesien [9] vor.
[Bearbeiten] Sorten
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- 'Angustifolia' (auch 'Fordii', 'Lanceolata'): Die Blätter sind 5 cm lang und 1 cm schmal; sie sind ganzrandig und etwas gerollt. In England häufig gepflanzt.
- 'Laurifolia': Die Blätter sind 10 bis 14 cm lang und 3 bis 5 cm breit; sie sind lang lanzettlich mit eingerolltem Rand und glänzen stark.
- 'Rotundifolia': Bei dieser Form sind die Blätter fast kreisrund und 8 bis 10 cm lang; die Eichel ist mit 3 bis 4 cm größer als beim Typ und essbar.
[Bearbeiten] Bilder
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Borke einer Steineiche (Quercus ilex subsp. rotundifolia). |
Männliche, kätzchenförmige Blütenstände. |
Eichel von der Cupula umgeben. |
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Peter Hadland Davis (Hrsg.) 1982: Flora of Turkey and the East Aegean Islands. Vol. 7 [Orobanchaceae to Rubiaceae]. - Edinburgh: Edinburgh Univ. Press, xxi + 947 S
- ↑ a b c Werner Greuter, H.M. Burdet & G. Long 1986: Med-Checklist. A critical inventory of vascular plants of the circum-mediterranean countries. Vol. 3 (Dicotyledones: Convolvulaceae-Labiatae). cxxix + 395 S. - Genf: Conservatoire et Jardin Botanique, auch online
- ↑ a b c Jaako Jalas & Juha Suominen (Hrsg.) 1976: Atlas Florae Europaeae. 3. Salicaceae to Balanophoraceae. - Helsinki: Akateeminen Kirjakauppa, 128 S.
- ↑ C.D. Preston, Pearman, D.A., & Dines, T.D.: New Atlas of the British and Irish Flora. Oxford University Press 2002
- ↑ Eintrag bei Plants for a Future. (engl.)
- ↑ Eintrag bei GRIN.
- ↑ a b c d J. do Amaral Franco: Quercus. S. 15-36 in: Santiago Castroviejo u. a. (Hrsg.) 1990: Flora Iberica. Plantas vasculares de la Península Ibérica e Islas Baleares. Vol. II. Platanaceae-Plumbaginaceae (partim). - Madrid: Real Jardín Botánico, C.S.I.C., LII + 897 S. Online
- ↑ a b M. Fennane u. a. (Hrsg.) 1999: Flore pratique du Maroc. Manuel de détermination des plantes vasculaires. Volume 1: Pteridophyta, Gymnospermae, Angiospermae (Lauraceae-Neuradaceae). - Rabat: Travaux de l'Institut Scientifique, Sér. Botanique, no. 36, xiv + 558 S.
- ↑ René Maire (Hrsg.)(1961): Flore de l'Afrique du Nord. Volume VII: Dicotyledonae: Clé générale, Archichlamydeae: Casuarinales - Polygonales. 329 S. Paris: Lechevalier.

