Stein (Mittelfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Stein
Stein (Mittelfranken)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Stein hervorgehoben
49.41416666666711.015555555556304Koordinaten: 49° 25′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Fürth
Höhe: 304 m ü. NHN
Fläche: 19,51 km²
Einwohner: 13.709 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 703 Einwohner je km²
Postleitzahl: 90547
Vorwahlen: 0911, 09127 (Oberbüchlein)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 5 73 127
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 56
90547 Stein
Webpräsenz: www.stadt-stein.de
Bürgermeister: Kurt Krömer (SBG Steiner Bürger-Gemeinschaft)
Lage der Stadt Stein im Landkreis Fürth
Landkreis Fürth Bayern Landkreis Ansbach Landkreis Roth Schwabach Erlangen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Erlangen-Höchstadt Fürth Nürnberg Obermichelbach Tuchenbach Puschendorf Veitsbronn Seukendorf Wilhermsdorf Langenzenn Cadolzburg Großhabersdorf Ammerndorf Roßtal Zirndorf Oberasbach Stein (Mittelfranken)Karte
Über dieses Bild
Lage von Stein im Landkreis Fürth

Stein (fränkisch Schdah) ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Fürth. Sie liegt unmittelbar an der Stadtgrenze von Nürnberg und wird von der Rednitz durchflossen.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Stein liegt am südwestlichen Stadtrand von Nürnberg, am linken Ufer der Rednitz, die sich wenige Kilometer nördlich in Fürth mit der Pegnitz zur Regnitz vereinigt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Nürnberg, Rohr, Roßtal, Zirndorf, Oberasbach

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus den folgenden zehn Orten:[2]

  • Oberweihersbuch
  • Sichersdorf
  • Stein
  • Unterbüchlein
  • Unterweihersbuch

Der Stadtteilname Deutenbach[3] ist amtlich erloschen, lebt aber in vereinzelten Wegweisern, im Namen des Fußballvereins STV Deutenbach und der Freiwilligen Feuerwehr Deutenbach, in der Deutenbacher Str. (auch Straßenname im Nürnberger Stadtteil Krottenbach) und im Volksmund fort. Der Ortseingang ist durch ein Hinweisschild bezeichnet. Die Ortsbezeichnung Deutenbach wird auch weiterhin im Omnibuslinien-Verkehr verwendet. - Der Stadtteilname Spitzgarten für das östlich der Rednitz gelegenene Steiner Stadtgebiet, in dem heute der Hauptkomplex der Firma Faber-Castell und das Faberschloss liegen, wird nicht mehr verwendet. An den im Volksmund bisweilen noch gebräuchlichen Stadtteilnamen Felsen erinnert die Felsenstr.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname leitet sich wohl von der Rednitzbrücke ab, die es seit dem 13. Jahrhundert gibt. Dort wurden 1296 und 1297 zwei Gerichtssitzungen „zu der steinbruke“ abgehalten.

Stein wurde 1296 erstmals urkundlich erwähnt. Über die folgenden Jahrhunderte wuchs der Ort, ehe er 1499 durch Kunz Schott zerstört wurde. Nach dem Wiederaufbau wurde Stein rund fünfzig Jahre später im Zweiten Markgrafenkrieg 1552 erneut zerstört; der diesmalige Wiederaufbau dauerte bis in die sechziger Jahre des 16. Jahrhunderts an. Zu einer drittmaligen Zerstörung Steins kam es 1632 im Dreißigjährigen Krieg im Zuge der Schlacht an der Alten Veste bei Zirndorf. Nach dem Krieg wurde 1660 eine evangelisch-reformierte Kirche am heutigen Alten Kirchplatz gebaut.

Die ersten Bleistiftmacher waren bereits seit 1719 in Stein tätig, als sich Kaspar Faber 1758 in Stein niederließ und damit den Grundstein des Faber-Castell-Firmenimperiums legte.

1806 ging der Ort Stein an das Königreich Bayern über. Zwei Jahre später kam es zur Bildung einer politischen Gemeinde zusammen mit den Dörfern Ober- und Unterweihersbuch. Diese trennten sich jedoch 1841 wieder von Stein und bildeten eine eigene Gemeinde, die 1927 jedoch erneut nach Stein eingemeindet wurde. Zuvor waren bereits 1922 erste Verhandlungen zur Eingemeindung der Gemeinde Stein selbst nach Nürnberg erfolglos geblieben.

1861 wurde die neue evangelisch-lutherische Martin-Luther-Kirche am Martin-Luther-Platz eingeweiht.

Anschluss an das Eisenbahnnetz erhielt die Gemeinde mit der Eröffnung des Bahnhofs Nürnberg-Stein an der Eisenbahnstrecke nach Ansbach im Jahr 1875. 1889 wurde zudem die steinerne Rednitzbrücke neu gebaut, womit die Verkehrsinfrastruktur ebenfalls ausgebaut wurde (Einweihung der neuen Rednitzbrücke 1971). 1926 wurde die Omnibuslinie Nürnberg-Schweinau – Stein (Kirche) durch die Nürnberg-Fürther Straßenbahn in Betrieb genommen. Fünf Jahre später wurde die Hauptstraße mit Kleinpflaster erstmals befestigt. Nach dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1949 der O-Busbetrieb zwischen Nürnberg-Schweinau und Stein (Rosenstraße) in Betrieb genommen, der 1962 allerdings wieder eingestellt wurde.

1906 wurde das Faberschloss eingeweiht. Zu den Nürnberger Prozessen (20. November 1945 bis 14. April 1949) war Ernest Hemingway als Journalist und Berichterstatter im Schloss Faber-Castell in Stein untergebracht. Das Schloss Faber-Castell diente als Unterkunft für internationale Anwälte und Prozessberichterstatter, zu denen auch John Steinbeck zählte. Erst 1953 verließen die letzten US-Besatzer das Schloss, das bis zuletzt als Pressecamp diente. 1957 kam es zur Einweihung des neuen Rathauses. Die Trabantenstadt um den Goethering wurde 1973 fertiggestellt.

Am 1. Juli 1972 wechselte die Gemeinde Stein im Rahmen der Gebietsreform in Bayern vom Landkreis Nürnberg zum Landkreis Fürth.

Am 1. April 1977 wurde die Gemeinde Stein bei Nürnberg amtlich in Stein umbenannt sowie am 6. Mai 1977 zur Stadt ernannt.[4]

Mit dem Freizeitbad Palm Beach wurde 1979 eine Freizeiteinrichtung eingeweiht, doch auch Bildungseinrichtungen wurden errichtet; so wurde 1982 das Gymnasium Stein eingeweiht. Die neue katholische Kirche St. Albertus Magnus wurde 1989, die evangelische Paul-Gerhardt-Kirche im Stadtteil Deutenbach 1992 eingeweiht.

Eingemeindungen

Im Jahr 1922 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Deutenbach (Landkreis Schwabach) eingegliedert. Am 1. Januar 1927 kam Weihersbuch, das bis 1870 den Gemeindenamen Oberweihersbuch trug, hinzu. Im Jahr 1967 wurden die vorher im Landkreis Schwabach gelegenen Orte Bertelsdorf und Eckershof eingemeindet. Am 1. Juli 1972 folgte das im Landkreis Fürth gelegene Gutzberg,[5] das seine Landkreiszugehörigkeit durch den gleichzeitigen Übergang der Gemeinde Stein in den Landkreis Fürth beibehalten konnte.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus 24 Mitgliedern. Er setzt sich seit der Kommunalwahl vom 16. März 2014 wie folgt zusammen:

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss

Eindrucksvoll sind die mit Faber-Castell zusammenhängenden Bauten und Anlagen. Die Fabrikanlagen entlang der Rednitz gehen wohl im Wesentlichen auf Baulichkeiten des 19. Jahrhunderts zurück und wurden verschiedentlich im 20. Jahrhundert erweitert und umgebaut.

Besonders imposant ist der historistische Schlosskomplex des Faberschlosses (19. Jahrhundert und frühes 20. Jahrhundert). Das Schloss besteht aus einem älteren Teil im Stil der Neorenaissance und dem neuen Schloss, das eher im Stil der Neoromanik erbaut ist. Einige der repräsentativen Räume wurden vom damals aufstrebenden Architekten und Designer Bruno Paul geschaffen.[6] Der ausgedehnte Park (Faberpark) wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an Bayern bzw. Nürnberg abgetreten.

Die evangelische Kirche und die Baulichkeiten des nördlich anschließenden Friedhofs gehören ebenfalls zum Historismus.

Es gibt das Kur- und Freizeitbad Kristall Palm Beach, ein Jugendhaus und außerdem ein Freilandterrarium im Rednitzgrund, das von der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg betrieben wird.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Stein (Mittelfranken)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

ÖPNV in Stein

Stein ist seit dem ausgehenden Mittelalter durch seine Bleistiftmühlen und heute durch die Bleistiftindustrie bekannt. Die Stadt ist Sitz des Schreibgeräteherstellers Faber-Castell.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Bundesstraße 14 und hat über die Anschlussstelle Nürnberg-Schweinau der Südwesttangente Verbindungen an das Kraftfahrstraßen- und Autobahnnetz. Die Bundesstraße 14 ist mit dem Durchgangsverkehr Richtung Nürnberg und Richtung Ansbach stark belastet.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Anschluss an das regionale Eisenbahnnetz besteht über den Bahnhof Nürnberg-Stein, der sich jedoch weit außerhalb des Stadtgebietes am Rande des Nürnberger Stadtteils Gebersdorf an der Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim (Kursbuchstrecke 891.7) befindet. Entlang dieser Relation verkehrt die S-Bahnlinie S4 ( Nürnberg Hauptbahnhof–Ansbach). In der Nähe von Stein befindet sich an derselben Kursbuchstrecke ein weiterer DB-Haltepunkt im Nachbarort Unterasbach. Seit 12. Dezember 2010 verkehrt zwischen Nürnberg Hauptbahnhof und Ansbach die S-Bahnlinie S4.

Nahverkehr[Bearbeiten]

Stein ist innerhalb des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg über die VAG-Omnibuslinien 63 und 64 an das öffentliche Nahverkehrsnetz angeschlossen. Beide Linien sind auf der Nürnberger Seite an den U-Bahnhof Röthenbach der U-Bahnlinie U2 angebunden. Zusätzlich erschließen die Regionalbuslinien 154, 713 und 714 die außenliegenden Stadtteile und stellen eine Verbindung zur S-Bahnlinie S4 her.

Es gibt langfristige Planungen, die U2 von ihrem bisherigen Endpunkt Röthenbach in das Stadtgebiet von Stein zu verlängern. Da die Finanzierung dieses Projektes bislang ungeklärt ist, dürfte eine Realisierung auf absehbare Zeit nicht möglich sein (Stand 2011).[7]

In Stein geboren[Bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Hirschmann: Stein bei Nürnberg – Geschichte eines Industrieortes. Frankenverlag Spindler: Nürnberg 1962, 259 S.
  • Gerhard Hirschmann: Stein – vom Industrieort zur Stadt. Erweiterte und fortgeführte 2. Auflage, Lorenz Spindler Verlag: Nürnberg 1991, 313 S.
  • Georg Büttner, Waldemar Knaupp: Stein an der Rednitz in alten Bildern. 1999.
  • Werner Sprung: Rund um Stein – Die Geschichte der eingemeindeten Ortschaften. Schriftenreihe der Altnürnberger Landschaft Nr. 31. Nürnberg: Korn & Berg, 1983, 262 S., ISBN 3-87432-093-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stein (Mittelfranken) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek
  3. Die Ortsbezeichnung war während der Zeit der selbständigen Gemeinde Deutenbach noch unterteilt in Oberdeutenbach, Mitteldeutenbach und Unterdeutenbach.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 714.
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 543.
  6. www.faber-castell.de: Gräflich von Faber-Castell’sches Schloß. 2. März 2006.
  7. landkreis-fuerth.de: Freistaat und Kommunen fordern Beteiligung des Bundes an U-Bahn-Verlängerung nach Stein. 8. Dezember 2011.
  8. Nach Hirschmann, 1991, S. 102, wurde Kaspar Faber (dort stets in der Schreibweise des Vornamens Caspar) am 31. März 1730 in Langenzenn als Sohn des Tagwerkers Georg Leonhard Faber geboren.
  9. Spitzgarten war im 19. Jh. der Name für den (durch die späteren Eingemeindungen im Westen Steins heute im Verhältnis flächenmäßig sehr kleinen) Teil Steins, der östlich der Rednitz liegt (Castellstr., Felsenstr., Am Neukirchpark, Nürnberger Str., Rednitzstr. und Bahnhofstr.). Dort befindet sich heute der Hauptkomplex der Firma Faber-Castell. In Oberspitzgarten liegen heute das Faberschloss und die Fabrikantenvilla.