Stein (Niederlande)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Flagge |
Wappen |
| Provinz | Limburg |
| Bürgermeister | A.C. Barske |
| Sitz der Gemeinde | Stein |
| Fläche – Land – Wasser |
22,78 km² 21,21 km² 1,57 km² |
| Einwohner – Bevölkerungsdichte |
25 831 (31. Dezember 2008) 1,218 Einwohner/km² |
| Koordinaten | 50° 58′ N, 5° 46′ O50.9705555555565.7683333333333Koordinaten: 50° 58′ N, 5° 46′ O |
| Bedeutender Verkehrsweg | Maas/Julianakanal; A2; A76 |
| Vorwahl | 046 |
| Postleitzahlen | 6129, 6170, 6171, 6180, 6181 |
| Website | www.gemeentestein.nl |
Stein (
anhören?/i) ist eine Gemeinde in der niederländischen, Provinz Limburg. Sie hatte Anfang 2005 26.772 Einwohner und umfasste eine Gesamtfläche von 22,77 km².
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Ortsteile
Die Gemeinde Stein besteht aus mehreren Siedlungskernen, nämlich den heutigen Ortsteilen: Stein, Elsloo, Urmond sowie einigen kleineren Ansiedlungen.
[Bearbeiten] Geographie
Die Gemeinde Stein liegt in der Provinz Limburg im Südosten der Niederlande. Sie befindet sich westlich der Doppelstadt Sittard-Geleen unmittelbar am Ufer der Maas und des Julianakanal. Der Untergrund besteht aus Sedimenten (Sand, Kies, Löss) und ist auf Löß sehr fruchtbar. Auf staunassen bzw. sandigen Böden ist weniger Ertrag zu erzielen, weshalb dort eher Grünlandwirtschaft betrieben wird.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden / Windrose
| Leut (Belgien) | Sittard-Geleen | |
| Maasmechelen (Belgien) | Sittard-Geleen | |
| Borsem (Belgien) | Meerssen | Beek |
[Bearbeiten] Wirtschaft und Verkehr
Das Autobahnkreuz Kerensheide, in dem sich die Fernstraßen (Autobahnen) A2 Antwerpen-Aachen und A76 Eindhoven-Maastricht kreuzen, liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Stein. Im Ortsteil Elsloo besteht außerdem ein kleiner Bahnhof an der Strecke Sittard- Maastricht. Ein Teil der Industrieanlagen des Chemie- und Life Science-Konzerns DSM (siehe Sittard-Geleen) liegt im Osten der Gemeinde;[1] viele Einwohner von Stein sind Beschäftigte der DSM oder ihrer Zulieferer oder Kontraktoren. Die Gemeinde Stein besitzt einen regional sehr bedeutenden Binnenhafen; dort befindet sich auch ein Güterverkehrszentrum (GVZ), welches in den 1990ern angelegt wurde und nunmehr als wichtiger logistischer Knotenpunkt im Südosten der Niederlande fungiert. Ursprung des modernen Hafens von Stein ist der frühere Kohlenhafen, über den ein erheblicher Teil der in Limburg geförderten Steinkohle via Maas bzw. Julianakanal in die nördlichen Landesteile transportiert wurde. In den Jahren nach dem ersten Weltkrieg, als im Raum Aachen Kohlen mitunter sehr knapp waren, wurden über den Hafen Stein und anschließend per Bahn über Sittard, Heerlen und Herzogenrath die grenznahen Gebiete mit dringend benötigter Koks- und Kesselkohle versorg, die zuvor aus England über Rotterdam, den Waal und die Maas aus England geliefert wurden. [2]
[Bearbeiten] Geschichte
Stein war bereits in prähistorischer Zeit bevölkert. Auf die Zeit um 4.500 v. Chr. lassen sich archäologische Funde datieren, die man der Kultur der Bandkeramiker zuordnet, die von Landwirtschaft und Handwerk, insbesondere Töpferei, lebten.
[Bearbeiten] Antike
Unmittelbar vor der Eroberung durch römische Legionen, lebten mit den Eburonen ein germanischer Stamm in diesem Gebiet, den die Römer zum Teil assimilierten. Etwa zur Zeit der Römischen Besatzung begann auch die Schifffart auf der Maas, die so genannte Maasvaart, der bisn ins Mittelalter hinein die Bedeutung zukam, die heute der so genannten Rheinschiene zukommt. Diese Entwicklung war sehr bedeutend für die weitere Entwicklung der Ortskerne Elsloo und Urmond. Um 450 n. Chr. mussten die Römer die Region verlassen, jedoch hinterließen sie den bald darauf nachfolgenden Franken eine günstig gelegene und fruchtbare Kulturlandschaft.
[Bearbeiten] Mittelalter
Gegen Ende des neunten nachchristlichen Jahrhunderts fielen die Normannen über Teile Europas her. sie verwüsteten weite Landschrichte und brachten Tod und Zerstörung mit sich. Nahe dem Ortsteil Elsloo soll sich ein normanisches Heerlager befunden haben, von dem aus die marodierenden Banden Streifzüge in das Umland unternahmen. Erst nachdem König Karl der Dicke, König von Ostfranken, das Heerlager belagerte, zwang er damit die Normannen zum Verlassen des Lagers und damit der Region in Richtung Friesland. Im Zuge der zunehmenden territorialen Zergliederung nahmen die wesentlichen Ortsteile Elsloo, Stein und Urmond teils unterschiedliche Entwicklungen und gehörten teilwise unterschiedlichen Territorien oder Herrschaftsbereichen an. So entwickelte sich Elsloo zu einer reichsunmittelbaren Herrlichkeit (Herrschaft), die später zwischen zwei Brüdern aufgeteilt wurde, von denen einer Herr von Elsloo blieb, der andere als Begründer des Geschlechts derer von Stein. Die Herrlichkeit Stein gehörte aber weiterhin zur reichsunmittelbaren Herrlichkeit Elsloo, war also wie diese Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, erst im 18. Jahrhundert wurde die Herrschaft an Kaiser Franz Josef II. von Österreich, also ans Haus Habsburg, abgetreten und gehörte fortan zu den habsburgischen (später spanischen) Niederlanden. Urmond gehörte ursprünglich auch zum Heiligen Römischen Reich. Allerdings war der Ort, dessen Name auf eine frühmittelalterliche Befestigung zurück geht (Overmunthe), keine eigenständige Herrschaft, sondern gehörte, von kurzen Intermezzi abgesehen, zu den Beseitztümern des Erzbistums Köln. Später trat der Erzbischof von Köln das Gebiet an die Herzöge von Geldern ab
[Bearbeiten] Neuzeit
Das 17. Jahrhundert war für die Region eine Zeit des Krieges und der Leiden. Armut und Krankheit waren verbreitet. Epidemien (z.B. Cholera). Aufgrund der verbreiteten Armut war Kriminalität keineswegs unüblich. Die berühmte Räuberbande der Bockreiter (Bokkenrijders) trieb auch in dieser Gegend ihr Unwesen. Durch die unterschiedliche territoriale Zugehörigkeit entwickelten sich die Ortskerne der heutigen Gemeinde Stein durchaus nicht einheitlich. Dies gilt zumindest für die Zeit bis zum Niedergang des Ancien Regime gegen Ende des 18. Jahrhunderts und der anschließenden französischen Besetzung. Wie schon durch die antike römische Fremdherrschaft führte nun auch die Herrschaft Napoleons zu weitreichenden und bedeutenden Umbrüchen und Neuerungen. So entstanden unter französischer Herrschaft die bis 1982 selbständigen Gemeinden Stein, Urmond und Elsloo. Diese wurden erst mit dem 1. Januar 1982 zur heutigen Gemeinde Stein zusammengelegt. [3]
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen der Gemeinde Stein zeigt den Heiligen Martin, den Schutzpatron der ältesten nachgewiesenen Kirchengemeinden sowohl in Stein als auch in Urmond. Die Verwalter von Urmond im Amt Born unter den Erzbischöfen von Köln bzw. den Herzögen von Geldern und Jülich, die als Grundherren folgten, benutzten seit spätestens 1673 ein Stempelsiegel mit dem Heiligen Martin als Reiterfigur. Aus diesem ist das heutige Siegel bzw. Wappen der Gemeinde Stein hervorgegangen, das der Gemeinde aus Anlass der Fusion durch Königin Beatrix der Niederlande verliehen wurde.[4]
[Bearbeiten] Weblinks
- Webseite der Gemeinde Stein
- Karte Stein und Umgebung
- hier finden Sie weitere Links rund um die Gemeinde Stein
[Bearbeiten] Referenzen
- ↑ vgl. http://www.dsm.com/en_US/html/home/dsm_home.cgi
- ↑ vgl. u.a. Stadtarchiv Aachen, Bestand O.B., verschiedene Akten des Oberbürgermeisteramtes aus den Jahren 1919-1925
- ↑ vgl. Webseite der Gemeinde Stein
- ↑ vgl. Webseite der Gemeinde Stein (Archiv)
Arcen en Velden | Beek | Beesel | Bergen | Brunssum | Echt-Susteren | Eijsden | Gennep | Gulpen-Wittem | Heerlen | Helden | Horst aan de Maas | Kerkrade | Kessel | Landgraaf | Leudal | Maasbree | Maasgouw | Maastricht | Margraten | Meerlo-Wanssum | Meerssen | Meijel | Mook en Middelaar | Nederweert | Nuth | Onderbanken | Roerdalen | Roermond | Schinnen | Sevenum | Simpelveld | Sittard-Geleen | Stein | Vaals | Valkenburg aan de Geul | Venlo | Venray | Voerendaal | Weert

