Stein von Rosette

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Der Stein von Rosette im British Museum. Seit der Restaurierung (1999) ist die originale dunkelgraue Farbe sichtbar. Entlang des oberen linken Randes zieht sich ein heller Streifen, der von einer Erzader verursacht wird.

Der Stein von Rosette oder Stein von Rosetta oder auch Rosettastein (französisch la pierre de Rosette, englisch Rosetta Stone, arabisch ‏حجر رشيد‎, DMG Ḥaǧar Rašīd) ist eine als Fragment erhaltene steinerne Stele mit einem in drei Schriften (Hieroglyphen, Demotisch, Altgriechisch) eingemeißelten Priesterdekret. Die dreisprachige Inschrift aus dem Jahr 196 v. Chr. ehrt den ägyptischen König Ptolemaios V. und rühmt ihn als Wohltäter. Der Stein von Rosette trug maßgeblich zur Übersetzung der ägyptischen Hieroglyphen bei. Er befindet sich heute im British Museum in London.[1]

Zustand des Steins und der Inschrift[Bearbeiten]

Der Stein von Rosette:
oben Hieroglyphen (14 Zeilen),
in der Mitte Demotisch (32 Zeilen),
unten Altgriechisch (54 Zeilen).
Zustand vor der Restaurierung:
weiße Schrift auf schwarzem Grund.
Experten betrachten den Stein von Rosette
Place des Écritures in Figeac

Der Stein ist ein Bruchstück von einer ursprünglich höheren Stele aus dunkelgrauem Granodiorit. Das erhaltene Teil ist 112,3 cm hoch, 75,7 cm breit und 28,4 cm tief und wiegt 762 kg.[2] Bei späteren Nachforschungen am Fundort wurden keine weiteren Fragmente dieser Stele gefunden.[3] Aufgrund der Beschädigungen ist keiner der drei Texte vollständig erhalten:

  • Vom oberen Text (Hieroglyphen) fehlen rund zwei Drittel, nur die letzten 14 Zeilen sind unvollständig erhalten. Alle 14 Zeilen sind am rechten Rand beschädigt und 12 Zeilen zusätzlich auf der linken Seite.
  • Der mittlere Bereich (demotische Schrift) ist am besten erhalten. Von den 32 Zeilen sind die oberen 14 am rechten Rand leicht beschädigt.
  • Vom unteren Text (Griechisch) fehlt rechts ein Eckstück. Daher sind von den 54 Zeilen nur 27 vollständig lesbar.

Unmittelbar nach der Entdeckung im Jahr 1799 fertigten die französischen Forscher in Ägypten zahlreiche Kopien der Inschriften an. Sie färbten den dunkelgrauen Stein unter anderem mit Druckertinte ein und erhielten so spiegelverkehrte Abzüge auf Papier. Dadurch wurde die steinerne Oberfläche mit immer neuen dunklen Farbschichten überdeckt. Als der nun schwarze Stein Anfang des 19. Jahrhunderts im Britischen Museum der Öffentlichkeit zugänglich war, wurde die Oberfläche mit Carnaubawachs versiegelt, um sie vor den Händen der neugierigen Besucher zu schützen. Durch unzählige Berührungen kamen weitere Ablagerungen hinzu. 1981 wurde schließlich weiße Farbe auf die Schriftzeichen aufgetragen, um sie besser lesbar zu machen. Bei der Vorbereitung einer großen Ausstellung im Jahr 1999 wurde entschieden, den Stein zu restaurieren und sämtliche Schutz- und Farbschichten nacheinander abzutragen. Seither sieht man wieder die originale dunkelgraue Farbe.[4]

Entdeckung[Bearbeiten]

Während der ägyptischen Expedition Napoleons wurde der Stein am 15. Juli 1799 von einem französischen Offizier namens Pierre François Xavier Bouchard bei Rosette im Niltal gefunden. Über die Umstände, unter denen Bouchard den Stein fand, existieren zwei Versionen: Eine besagt, dass sein Pferd über den Stein von Rosette gestolpert sei, weil dieser halb aus dem Boden ragte. Laut zweiter Version habe Bouchard den Stein beim Abbruch eines alten Festungswalls vorgefunden.[5]

Der General Jacques-François Menou nahm ihn zunächst in sein Haus nach Alexandria. Von Wissenschaftlern, die Napoleon auf seinem Feldzug begleiteten, wurde der Stein eingehend untersucht. Nach der Niederlage der Franzosen jedoch mussten sie ihn zusammen mit anderen Altertümern 1801 den Briten überlassen. Im folgenden Jahr wurde er erstmals im British Museum in London ausgestellt, wo er sich noch heute befindet.

Übersetzung der ägyptischen Schrift[Bearbeiten]

Der Stein enthält dreimal den gleichen, relativ langen Text, und die griechische Version ist gut lesbar. Deswegen bot der Stein – ähnlich wie auch andere Trilinguen – einen Schlüssel zur Entzifferung der ägyptischen Schriften.

Jean-François Champollion[Bearbeiten]

Jean-François Champollion gelang 1822 anhand des Steines und anderer Quellen die Entzifferung der demotischen Schrift sowie die Entschlüsselung der hieratischen Schrift und der Hieroglyphen. Er konnte jedoch nicht am Original, sondern nur an einer Abschrift des Steines arbeiten. In Erinnerung daran wurde vom Bildhauer Joseph Kosuth in dessen französischer Geburtsstadt Figeac auf dem sogenannten Place des Écritures („Platz der Schriften“) eine stark vergrößerte Kopie des Steins von Rosette geschaffen.

Nach der Veröffentlichung seiner Entdeckung gelang die Entzifferung weiterer Hieroglyphen relativ schnell. Dadurch wurde es Archäologen möglich, viele weitere ägyptische hieroglyphische Inschriften zu entziffern. Der Stein von Rosette war daher einer der Anstöße für die moderne Ägyptologie.

Andere Forscher[Bearbeiten]

Champollion war nicht der Einzige, der sich mit dem Stein von Rosette beschäftigte. Einige Forscher hatten zuvor gewissermaßen die Grundlagen für Champollions Arbeit gelegt:

  • Silvestre de Sacy versuchte anhand des Steins von Rosette, den demotischen Text durch einen graphischen Vergleich mit dem griechischen Teil zu deuten.
  • Dem Schweden Johan David Åkerblad gelang es, die demotischen Namen zu lesen, womit er die Arbeit Sacys fortsetzte.
  • Thomas Young beschäftigte sich ein Jahr lang mit dem Stein von Rosette. Bis zu seinem Lebensende behauptete er, die Hieroglyphen entziffert zu haben, und lehnte gleichzeitig die Forschungsergebnisse von Champollion ab. Er entzifferte im demotischen und hieroglyphischen Teil Königsnamen und Begriffe, die mehrfach im Text vorkamen. Dabei gelang es ihm jedoch nicht, die komplexe Struktur der altägyptischen Schrift zu verstehen.

Hintergründe und Inhalt[Bearbeiten]

Motive für das Dekret[Bearbeiten]

Veranschaulichung:
Die Stele war höher als der Stein von Rosette

Ptolemaios V. erreichte die Unterstützung durch die Priesterschaft nur durch Zugeständnisse und erweiterte Privilegien an die Lesonis-Kaste. Dazu griff Ptolemaios V. in seinem neunten Regierungsjahr entscheidend in die Steuer- und Finanzwirtschaft ein und verzichtete auf die bis dahin ausstehenden Zahlungen der Tempel. Gleichzeitig reduzierte er die Abgaben an das Königshaus. Zusätzlich wurde den Priestern ihr alter Besitzstand gesichert und die alljährliche Reise zum Haus Alexandria nicht mehr als Pflicht auferlegt.[6]

Die Priesterschaft war sich ihrer Bevorteilung bewusst, die eine deutliche Schwächung der ägyptischen Staatsmacht darstellte. Aufgrund dieser Situation dominieren als Ausgleich für die Zugeständnisse Lobesreden auf Ptolemaios V. die Ausführungen im Dekret. Die hervorgehobenen Leistungen des Pharaos symbolisierten jedoch die obligatorischen Pflichten eines Königs, die sowieso erbracht werden mussten.[6]

Der Text der Inschrift stellt nicht eine Abschrift der Originalurkunde dar, da detaillierte Listen und Nennungen der betroffenen Tempel fehlen. Es handelt sich daher nur um einen knappen Ausschnitt, der klischeeartig Ehrungen aufzählt, die dem Pharao erwiesen werden sollen. Einmalig und einzigartig in der ägyptischen Geschichte ist die Deutlichkeit, mit der die aufgezwungenen Rechtsgeschäfte der Priesterschaft aufgeführt werden. Deutlich ist der Niedergang der ptolemäischen Wirtschaft zu beobachten.[6]

Inhalt[Bearbeiten]

Der Text wurde so verfasst, dass ihn drei Bevölkerungsgruppen lesen konnten: für die Priester auf Ägyptisch als Gottesworte in Hieroglyphen (14 erhaltene Zeilen), für die Beamten auf Ägyptisch in demotischer Briefschrift (32 Zeilen) und für die griechischen Herrscher über Ägypten auf Altgriechisch in griechischen Großbuchstaben (54 Zeilen).

Die Übersetzung des Inhalts hält sich, wenn möglich, immer an die Hieroglyphenvorlage. Es ergeben sich teilweise leichte Abweichungen gegenüber der griechischen Inschrift, da bestimmte Formulierungen im Hieroglyphentext vermieden wurden. Beispielsweise kennt der Hieroglyphentext keinen Titel „Pharao“, sondern nur die übliche Titulierung „König von Ober- und Unterägypten“. Fehlende Textpassagen in der Hieroglyphenversion wurden mit den Übersetzungen der erhaltenen anderen Versionen ergänzt.

Datierung und Einleitung[Bearbeiten]

1Im Jahr 9 am 4. Xanthikos, das ist als Monat der Ägypter der 18. Peret II (23. März 196 v. Chr.), des Jünglings, der als König von Ober- und Unterägypten auf dem Sitze seines Vaters erschienen ist. Er ist das lebendige Abbild des Amun und der Sohn des Re; von Ptah auserwählt. 2Als Aetos, Sohn des Aetos, Priester von Alexander, Ptolemaios I. und Berenike I., Ptolemaios II. und Arsinoë II., Ptolemaios III. und Berenike II. sowie des glänzenden gütigen Gottes Ptolemaios V. war; als 3Pyrra, Tochter des Philinios, die die Siegesgabe von Berenike I. trug sowie Areia, Tochter des Diogenes, 4der Trägerin des Korbes von Arsinoë I. und Irene, Tochter des Ptolemaios, Priesterin der Arsinoë I, die Vaterliebende, an diesem Tag wurde der Erlass gegeben, zu welchem die Lesonispriester und die anderen Priester, die aus den Tempeln Ägyptens zum Fest 5nach Memphis gekommen sind. Es ist das Fest vom Tag, als Ptolemaios V. das Fürstenamt aus der Hand seines Vaters empfangen hatte. Alle diese Priester verkündeten den Erlass.“

– Auszüge aus dem Priesterdekret zu Ehren Ptolemaios V.[7]

Der König als Wohltäter und Steuererleichterungen[Bearbeiten]

5Da Ptolemaios V., der glänzende gütige Gott, Sohn des Königs Ptolemaios IV.6und der Königin Arsinoë III., immer viel Gutes für die Tempel Ägyptens getan hat und sein Herz zu den Göttern freundlich war, hat er viel Silber und Getreide für die Tempel gegeben. Er ist ein Gott, der Sohn eines Gottes und einer Göttin. Er gleicht dem Horus, dem Sohn von Isis und Osiris. 7Er hat viel getan, um in Ägypten wieder Ruhe zu schaffen und die Tempel zu festigen. Er machte dem ganzen Heer Geschenke. Die Steuern und Abgaben, die noch anstanden, hat er vermindert oder erlassen. 8Die dem König zustehenden Restbeträge vom ägyptischen Volk hat er ebenfalls aufgehoben. Die eingesperrten Leute und die, auf denen schon lange Zeit eine Klage lastete, hat er freigesprochen.“

– Auszüge aus dem Priesterdekret zu Ehren Ptolemaios V.[8]

Vergünstigungen an Priesterschaft und Krieger[Bearbeiten]

Demotische Version

8Was das Silber und das Getreide betrifft, was als Priestergehalt 9jährlich an ihre Tempel gegeben wird, bleiben diese Einkünfte auf Befehl des Ptolemaios V. erhalten. Er hat auch befohlen, dass die Reinigungspriester nicht höhere Priesterabgaben zu leisten hätten, als sie zu Zeiten seines Vaters geleistet haben. Er hat die Leute 10in den Tempelämtern von der jährlichen Fahrt zum Haus des Alexander befreit. Auch sollen keine Schiffer ausgehoben werden. Zwei Drittel der Lieferung an Königsleinen zum Haus des Pharaos wurden erlassen. 11Er hat sich darum gesorgt, dass man das für die Götter Übliche in richtiger Weise besorgte. Er hat für die Krieger, die heimkommen wollten, und die, die zwischenzeitlich andere Wege gingen, den Befehl gegeben, dass sie an ihre 12Orte zurückkehren sollen; ihre Habe bleibt ihnen erhalten. 17 Außerdem erließ er bis zum neunten Regierungsjahr den Tempeln die Restschulden, die eine ansehnliche Summe aus Silber und Getreide ausmachten; gleiches Verfahren wurde für Differenzbeträge und Lieferleistungen veranlasst, die von den Tempeln noch nicht erbracht waren. Zusätzlich hat er die Weizenabgabe der Priester erlassen; 18ebenso die Weinabgabe aus dem Besitz der Weingärten.“

– Auszüge aus dem Priesterdekret zu Ehren Ptolemaios V.[9]

Schutz des Landes und Bezwingung der Rebellen von Lykopolis (Schekan)[Bearbeiten]

Hieroglyphen-Version

12Er hat dafür gesorgt, dass die Fußsoldaten, Reiterei und Schiffe gegen die Feinde Ägyptens loszogen, als sie gegen Ägypten Krieg führen wollten. Viel Silber und Getreide hat er deswegen ausgegeben. Er zog gegen die Stadt Schekan, 13die von Rebellen mit Anlagen befestigt war und große Mengen an Ausrüstungen sowie Waffen besaß. Er schloss diese Stadt und die Rebellen ein, die den Weg 14der göttlichen Gebote verlassen hatten, und dämmte die Flüsse für diesen Ort. Scharen von Fußsoldaten und der Reiterei belagerten Schekan. Im achten Jahr seiner Regierung war die Nilschwemme viel höher 15 und überschwemmte das sehr viel tiefer gelegene Land. Er nahm die Ortschaft mit Gewalt ein und besiegte die Feinde. Er gewann wie Re und Harsiesis, die vor langen Zeiten auch an diesen Orten gesiegt hatten. 16Die Überwältigung der Rebellen konnte mit Hilfe der Götter von Memphis am Tag der Krönung vollzogen werden; sie (die Rebellen) wurden auf dem Holz hingerichtet.“

– Auszüge aus dem Priesterdekret zu Ehren Ptolemaios V.[9]

Fürsorge für heilige Tiere und Götterkult[Bearbeiten]

Der Stein von Rosette

18Er hat mehr für den Apis- und Mnevis-Stier sowie für die anderen heiligen Tiere getan als seine Vorgänger. Er hat an den 19Ereignissen in ihren Tempeln und Festen sowie an den Brandopfern vor den Göttern teilgenommen. Die Riten hat er per Gesetz gefestigt. Viel Gold, Silber, Getreide und andere Dinge hat er gegeben. 20Tempel, Schreine, Altäre und andere Dinge hat er neu wiederherstellen lassen, denn er hat ein wohltätiges Götterherz. Er fragte nach den rechten Riten, um sie in gebührender Form zu erneuern. Als Gegengabe erhielt er von den Göttern Sieg, Kraft, Stärke, Heil 21und Gesundheit. Sein Amt als Pharao für ihn und seine Kinder sollen auf ewig bestehen bleiben.“

– Auszüge aus dem Priesterdekret zu Ehren Ptolemaios V.[10]

Priesterbeschluss zu Ehren des Königs und seiner Ahnen[Bearbeiten]

21Zum guten Ereignis: Es kam den Priestern in den Sinn, Ptolemaios V., den glänzenden, gütigen Gott, 22zusammen mit den Göttern, die in väterlicher Liebe veranlassten, dass er entstand, zu ehren. Gleiches soll auch den wohltätigen Göttern, die seine Eltern haben entstehen lassen, zusammen mit den Götter-Brüdern, die sie entstehen lassen haben, zuteil werden. Man soll in jedem Tempel ein tragbares Abbild von Ptolemaios V. erstellen und das Bildnis 23Ptolemaios-Retter-Ägyptens nennen. Er soll mit dem jeweiligen Ortsgott zu sehen sein, wie er Ptolemaios V. das Siegesschwert überreicht. Es soll nach ägyptischer Art geschehen und in jedem Tempel gut sichtbar sein. Und die Priester sollen dreimal täglich Dienst an den Bildnissen verrichten. 24Sie sollen das tun, was man rechtmäßig bei Festen und Prozessionen den anderen Göttern an den genannten Tagen zukommen lässt. In jedem Tempel soll zusätzlich das heilige Gottesauge von Ptolemaios V. zusammen mit dem goldenen Schrein aufgestellt werden, 25um ihn im Allerheiligsten bei den anderen Göttern wohnen zu lassen.“

– Auszüge aus dem Priesterdekret zu Ehren Ptolemaios V.[11]

Beschreibung des zu fertigenden Schreins für Ptolemaios V.[Bearbeiten]

25Um den Schrein für heute und immer kenntlich zu machen, soll man auf den Schrein zehn goldene Königskronen setzen, jede mit einer Uräusschlange, wie es für goldene Kronen 26rechtmäßig ist. In der Mitte der Kronen soll eine Doppelkrone sein, da mit ihr der König von Ober- und Unterägypten zu den Zeremonien in Memphis erschienen ist, als er rechtmäßig das Amt des Königs von Ober- und Unterägypten übernahm. Auch soll man auf die obere Seite (als Wappenpflanzen) einen 27Papyrus und eine Binse setzen. Darunter auf die östliche Seite eine Uräusschlange mit einem Korb auf einem Papyrus; das bedeutet: Der König von Ober- und Unterägypten hat beide Länder hell werden lassen.“

– Auszüge aus dem Priesterdekret zu Ehren Ptolemaios V.[12]

Feste zu Ehren des Königs[Bearbeiten]

27Früher wurde der 30. Schemu IV, 28der Geburtstag des Königs von Ober- und Unterägypten, als Erscheinungsfest in den Tempeln festgelegt. Die Geburt vom König ist der Anfang von allem Guten. Zu den guten Dingen zählt auch der Tag, an dem man ihm die Zeremonien der Übernahme des höchsten Amtes gemacht hat, dem 17. Achet II (22. November 197 v. Chr.). Darum sollen der 17. und 30. Tag in jedem Monat in allen Tempeln Festtage sein. Man soll an diesen zwei monatlichen Festen 29Brand- und Trankopfer darbringen. In den ersten fünf Tagen des ersten Achet-Monats soll in allen Tempeln ein Fest und eine Prozession für Ptolemaios V. stattfinden, bei denen Kränze getragen und 30Brand- und Trankopfer verrichtet werden. Die Priester in den einzelnen Tempeln Ägyptens soll man von nun an Priester des glänzenden gütigen Gottes nennen und man soll diesen Namen in alle Urkunden schreiben sowie auf ihre Ringe eingravieren lassen.“

– Auszüge aus dem Priesterdekret zu Ehren Ptolemaios V.[13]

Vervielfältigung des goldenen Schreins und Schlusserklärung[Bearbeiten]

31Wenn das Volk Ägyptens den goldenen Schrein von Ptolemaios V. alljährlich in den beschriebenen Prozessionen an ihren Wohnplätzen erscheinen lassen möchte, erhält es die Möglichkeit, eine Kopie des Goldschreins von Ptolemaios V. herzustellen. Denn es soll bekannt werden: Das Volk Ägyptens ehrt den glänzenden, gütigen Gott (Ptolemaios V.), 32so wie es rechtmäßig ist. Man soll den Erlass und die Befehle auf eine Stele von hartem Stein in der Schrift der Gottesworte, in Briefschrift und in griechischer Schrift schreiben. Die Stele soll man in den ersten, zweiten und dritten Tempeln neben dem Bild von Ptolemaios V. aufstellen.“

– Auszüge aus dem Priesterdekret zu Ehren Ptolemaios V.[14]

Verwandte Themen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Belletristik

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stein von Rosette – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Stein von Rosette – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The British Museum: The Rosetta Stone (englisch); abgerufen am 15. Mai 2014.
  2. The British Museum: The Rosetta Stone – Object details (englisch); abgerufen am 15. Mai 2014.
  3. Richard B. Parkinson, Whitfield Diffie, M. Fischer, R. S. Simpson: Cracking codes. The Rosetta stone and decipherment. University of California Press, Berkeley 1999, ISBN 978-0-520-22306-6. (Google Books: Kurzbeschreibung und Inhaltsverzeichnis, abgerufen am 16. Mai 2014)
  4. The British Museum: History uncovered in conserving the Rosetta Stone. (englisch); abgerufen am 16. Mai 2014.
  5. Michael Schaper: Das Reich der Pharaonen (= Geo Epoche. Heft Nr. 3). Gruner & Jahr, Hamburg 2000, S. 90 f.
  6. a b c Otto Kaiser u. a.: TUAT – Band 1, Alte Folge, S. 236–238.
  7. Otto Kaiser u. a.: TUAT – Band 1, Alte Folge, S. 238 f.
  8. Otto Kaiser u. a.: TUAT – Band 1, Alte Folge, S. 240.
  9. a b Otto Kaiser u. a.: TUAT – Band 1, Alte Folge, S. 241 f.
  10. Otto Kaiser u. a.: TUAT – Band 1, Alte Folge, S. 243.
  11. Otto Kaiser u. a.: TUAT – Band 1, Alte Folge, S. 243 f.
  12. Otto Kaiser u. a.: TUAT – Band 1, Alte Folge, S. 244 f.
  13. Otto Kaiser u. a.: TUAT – Band 1, Alte Folge, S. 245 f.
  14. Otto Kaiser u. a.: TUAT – Band 1, Alte Folge, S. 246.