Steinach (Thüringen)
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Sonneberg | |
| Höhe: | 500 m ü. NN | |
| Fläche: | 26,35 km² | |
| Einwohner: | 4481 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 170 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 96523 | |
| Vorwahl: | 036762 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SON | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 72 019 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Marktplatz 4 96523 Steinach |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Ulrich Kurtz (Gemeinsam für Steinach) | |
| Lage der Stadt Steinach im Landkreis Sonneberg | ||
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Steinach ist eine Kleinstadt am Südhang des Thüringer Waldes. Sie ist heute vor allem durch Tourismus und Wintersportanlagen geprägt und ein staatlich anerkannter Erholungsort. Früher war Steinach eine Industriestadt mit Abbau von Eisenerz und dem in die ganze Welt gelieferten Griffelschiefer und einer ausgeprägten Spielzeugindustrie.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Steinach liegt im Tal der Steinach. Es ist im Nordosten durch den Großen Tierberg begrenzt. Der Kleine Tierberg (Bocksberg) ragt wie ein Horn in die Stadt hinein und ist besiedelt. Im Südwesten wird Steinach durch Lerchen- und Mühlberg begrenzt. Der Fellberg und der Steinheider Berg engen die Ausbreitung der Stadt im Westen bis Nordwesten ein. Im Norden grenzt Steinach an den Göritzberg. In die Steinach münden das Goldbächlein und die Göritz. Im Nordosten, Richtung Haselbach, befindet sich der Wismutteich - ein durch die ehemalige SDAG Wismut ausgegrabenes Loch, das sich allmählich mit Wasser füllte. Schwimmen ist verboten.
[Bearbeiten] Geschichte
- 1058: Der Flußname "Steinacha" wird erstmals erwähnt
- 1519: Hans Leutheuser, Hammermeister, erhält die Erlaubnis „eyn Zcerennwerk zu Eysenwerk unter dem Dyerberg an der Steinach im Walde“ anzulegen
- 1567: Steinach wird als Siedlung mit einem Schultheiß geführt
- 1633: Die Brüder Claus und Hans Leutheuser errichten unterhalb der Mündung des Rottenbachs den Unterhammer mit Schmiedermühle
- 1652: Schul- und Bethaus wird eingeweiht
- 1660: Steinach löst sich von Effelder, eine Pfarrstelle wird errichtet und der Friedhof angelegt
- 1684: Grundsteinlegung für die alte Kirche (21 Jahre Bauzeit)
- 1699: Johann von Uttenhoven aus dem Erzgebirge wird neuer Obersteinacher Hammerherr
- 1717/1718: Baubeginn für das alte Schloss am Steinheider Berg
- 1747: Baubeginn für das neue Schloss, dem "Ottenhof"
- 1769: Errichtung der Märbelmühle (Murmelmühle) im Steinachgrund
- 1771/1772: große Hungersnot, Stilllegung des Unterhammers
- 1793: Einführung von Hausnummern
- 1799: Steinach erhält das Recht zweimal jährlich Jahrmärkte abzuhalten
- 1806: französische Truppen werden einquartiert
- 1816/1817: große Hungersnot
- 1828: Gründung des Musikvereins
- 1832: erster Postwagen fährt durch Steinach
- 1848: Aufstellung einer Bürgerwehr
- 1850: Einweihung der Rathausschule
- 1857: Gründung des Turnvereins
- 1866: Eröffnung der Ortssparkasse
- 1867: Stilllegung des letzten Hochofens, Ende des Eisenerzbergbaus
- 1886: Eröffnung der Bahnstrecke Sonneberg-Lauscha
- 1891: Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Steinach
- 1899: Einweihung der Basilikakirche (Architekt: Franz Schwechten)
- 1901: Einweihung der Südschule (Architekt: Franz Schwechten)
- 1911: Anlegung des Marktplatzes (größter Marktplatz in Thüringen)
- 1912: Einweihung der Nordschule
- 1914–1918: 280 Steinacher sterben im Ersten Weltkrieg
- 1920: Die Gemeinde erhält das Stadtrecht
- 1925: Einweihung des Rathauses
- 1928: Eröffnung des Schwimmbads im Steinbächlein
- 1934: Eröffnung des neuen Postamts am Marktplatz (jetzt geschlossen)
- 1936: Eröffnung der neuen Sparkasse und der Spielzeugschachtel (Sammlung von in Steinach hergestellten Spielzeugen)
- 1939–1945: über 300 Steinacher Soldaten sterben im Zweiten Weltkrieg
- 1944: Zwangsarbeit von 287 ausländischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern in der Industrie
- 1945: Am 3. April starben sechs Häftlinge des KZ-Außenkommandos Sonneberg während eines Todesmarsches
- 1945: die Stadt wird von Bürgern den amerikanischen Truppen übergeben, um eine sinnlose Zerstörung zu verhindern
- 1949: Beginn des Stadionbaus im Steinbächlein (Bauzeit: 8 Jahre)
- 1954: Abriss der Rathausschule
- 1961: Der Landkreis Sonneberg wird mit Ausnahme Steinachs zum Grenzsperrgebiet erklärt. Steinach hat ca. 8000 Einwohner.
- 1963: Aufstieg der BSG Motor Steinach in die DDR-Fußball-Oberliga
- 1968: Ende der Steinacher Schiefergriffelproduktion
- 1977: Am Schusterhieb wird eine Gedenk-Stele für die Todesmarsch-Opfer errichtet
- 1989: Montagsdemos auch in der Steinacher Kirche
- 2007: Steinach und der Nachbarort Lauscha planen, sich zu Steinach-Lauscha zusammenzuschließen.
[Bearbeiten] Politik
Der Stadtrat setzt sich aus Mitgliedern der CDU, Linke, SPD, FDP, Feuerwehrverein e.V. und GFS zusammen.
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen zeigt auf beiden Seiten die wichtigsten Industriezweige, die in Steinach etabliert sind oder waren. Auf der Linken sind Schiefergriffel und Schiefertafeln zu sehen, die von Steinach aus in die ganze Welt exportiert wurden. Auf der rechten Seite symbolisieren die übereinander gestapelten Würfel die Spielzeugindustrie in Steinach. In der Mitte fließt die Steinach.
[Bearbeiten] Partnerschaften
Steinach verbindet seit 1991 eine Partnerschaft mit der württembergischen Gemeinde Korb.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Sankt-Peter-und-Pauls-Basilika in der Kirchstraße
- Südschule in der Kirchstraße
- 11 noch erhaltene Brunnen in verschiedenen Gestaltungen
[Bearbeiten] Museen
- Schiefermuseum in der Dr.-Max-Volk-Straße Nr. 21, einziges Museum seiner Art, behandelt die Schieferindustrie, sowie die theoretischen Grundlagen des Schiefers
- Steinacher Spielzeugschachtel in der Dr.-Max-Volk-Straße Nr. 21, als Sammlung der in Steinach hergestellten Spielzeugwaren aus verschiedenen Zeiten
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- letzter Samstag im April: Fest der Chormusik
- Anfang/Mitte Juni: Steinacher Brunnenfest (vier Tage)
- letztes Wochenende im Juni: Vogelsbergfest
- 3.Wochenende im August: Steinacher Kirchweihe (Stänichä Kerwa) (vier Tage; größtes Volksfest in Südthüringen)
- letztes Adventswochenende: Steinacher Griffelweihnacht (2 Tage)
- Zweites Wochenende im Dezember: Eröffnung des Thüringer Skiwinters in der Skiarena Silbersattel
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Die Wirtschaft Steinachs ist heute vor allem durch den Tourismus und hier im besonderen Maße durch den Wintersport geprägt. Vor allem die Skiarena auf dem Silbersattel (Fellberg) ist bei vielen Touristen beliebt. Ein weiteres Standbein der Wirtschaft ist die Spielzeugindustrie (Marolin, Plaho, Ogas), sowie eine Eisengießerei für Handformguss (Heunisch-Guss).
[Bearbeiten] Verkehr
Folgt man der Lauschaer Straße in Richtung Norden, gelangt man nach Steinheid, Lauscha und schließlich nach Neuhaus am Rennweg. Im Süden führt die Sonneberger Straße nach Blechhammer, Hüttengrund (heute Ortsteile der Gemeinde Oberland am Rennsteig) und schließlich nach Sonneberg. Die Haselbacher Straße führt nach Haselbach, Hasenthal und Eschenthal (heute ebenfalls Ortsteile der Gemeinde Oberland am Rennsteig) und der Alte Hämmerer Weg nach Mengersgereuth-Hämmern.
Die Bahn-Linie verläuft längs durch Steinach von Sonneberg nach Lauscha.
[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen
- KiTa "Villa Sonnenschein" in der Ringstraße
- Südschule an der Julius-Knye-Straße und Kirchstraße
- Nordschule in der Lauschaer Straße
[Bearbeiten] Ämter
- Fremdenverkehrsbüro, Dr.-Max-Volk-Straße 21
- Poststelle, Karl-Friedrich-Weigelt-Straße 5
- Einwohnermeldeamt, Marktplatz 4
- Polizeidirektion, Marktplatz 4
- Standesamt, Marktplatz 4
[Bearbeiten] Freizeit- und Sportanlagen
- Skiarena Silbersattel als größtes Skigebiet Thüringens
- Steinacher Hochseilgarten
- Skiflyer als Weltneuheit hier Skispringen miterleben
- Sporthalle und Kegelbahn im Schottland 27
- Jugend und Vereinshaus in der Kirchstraße 2
- Ski- und Snowboardschule am Silbersattel in der Wintersaison
- Sportplatz
- Stadtbibliothek mit Internetarbeitsplätzen
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Julius Knye wurde wegen „Hören von Feindsendern“ von der Gestapo verhaftet; um der Haft im KZ Buchenwald zu entgehen, sprang er in Probstzella beim Umsteigen unter den Zug, seine Frau folgte ihrem Mann und sprang ebenfalls
- Karl Rexhäuser (1869–1935), Kunstmaler und Mitglieder der Königlichen Akademie in München
- Karl-Friedrich Weigelt (1860–1911), Landtagsabgeordneter mit dem Mandat der SPD von 1897 bis 1911
- Dr. Max Volk (1900–1969), Naturwissenschaftler und Heimatforscher, Herausgeber von Das Silberne Glöcklein und andere Sagen
- Horst Queck (* 1943), deutscher Skispringer
- Franz Hermann Paul Bauer (1901–1945), Vorarbeiter, von der Gestapo bei einer Massenerschießung im Webicht bei Weimar zwischen dem 2./4. April 1945 ermordet
- Helmut Müller (* 17. März 1937), Fußballspieler
- Bertram Weigel (1950-1976), Künstler
[Bearbeiten] Sonstiges
Der Steinacher Mundart ist die nordöstlichste Variante des Itzgründischen, das an der Sprachgrenze am Rennsteig ins Südostthüringische übergeht. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lief eine Dialektgrenze mitten durch Steinach und trennte das damalige Oberdorf, das wie das angrenzende Lauscha eine altböhmisch-sächsische Mundart hatte, vom Unterdorf mit einer fränkischen Mundart. Später kam es zu einer Einheit der unterdörfer und der oberdörfer Sprache und es überwog die fränkische Mundart. Die Steinacher Mundart gehört noch zu den mainfränkischen Dialekten. Als Beispiel für die Mundartdichtung ist hier ein Gedicht über die Spitznamen der Stadt aufgeführt. Der Verfasser ist unbekannt.
- Wenn's in unnerä großn Stänich
- käna Spietznama gähm töt,
- wenn ne fast a jedä Haushalt
- extra an Spietzname het,
- es wöer a Jammä fürsch Finanzamt,
- fä dä Post, Gemäh unn Bah.
- Doch die Sach is gut geregelt,
- stets hängt mä an Spietznama nah.
- Kümmt amohl a Luftschnappä
- und wäss neh wuh naus wuh nah,
- hott bloß Luthard, Greiner, Scheler
- unn es is käh Spietznama drah.
- Äs is a Plouch! Unn döss Fahdä-
- leichta is fä söttä Leut,
- schreib iech an Täl Spietznama auf.
- Nu oacht amohl gescheit därauf:
- Spitzä, Schleifä, Ev unn Bitsch
- Heppl, Mappl, Spark unn Litsch,
- Bräuä, Polä, Prassler, Summs,
- Krack, Kunnsummä, Klohs unn Schnumms,
- Schnappä, Blachä, Gückelhah,
- Nickelfritz und Kläna-Mah.
- Pumpä, Pfaff unn dä Hannad,
- Dahmä, Fönfä, Bachla, Rat,
- Dowees, Kertel, Mäureshans,
- Idl, Hoarzä, Schott, Brothans,
- Beierschheinä, Frützä, Ech,
- Abbu, Kutschä, Futt und Blech,
- Gehlerschheinä, Dolf unn Vitt,
- Tapfä-Waltä, Invalid.
- Kaas unn Ziehfritz, Sanderschbeck,
- Süd unn Gräsä, Mödl, Schreck,
- Störmä, Schustä, Ali unn Mundl,
- Käfmah, Dorfhüttnä unn Kunnl,
- Pfopfäbeck, Pfäffäküchlä, Aschebutt unn Fummel,
- Speerhackä, Krappelkaspä, Jüdenlang und Gumpel.
- Achtela, Anneboar, Gäge unnd Papp,
- Vettelä, Ahlä, Deutä und Krapp,
- Pimpim, Lampä, Strahlä, Brätt,
- Absatz, Hamel, Pudel, Fätt,
- Kött unn Struwel, Buchä, Link,
- Danel, Spess, Spieß und Fink,
- Dackel, Krienetz, Laatsch unn Datsch,
- Boarfassä, Meestä, Veit und Pfatsch,
- Sandäna, Schiffs- unn Hameräsanda,
- Schulmästä, Silbernickel unnd Kantä,
- Mienzä, Löttä, Böhlä, Gart,
- Peterla, Harings-Paul unn Schoart,
- Schlazä, Nixä, Eul undn Kretl,
- Kläss unn Mäuslä, Waschgestell,
- Humanns-Rott, Frost unn Ziehnä,
- Schnabel, Bleifroosch unn dä Wienä,
- Anwalt, Saml, Schülzla, Geier,
- Töffel, Paulsrott, Ehzee, Leier,
- Guggug, Hazog, Preuß unn Sachs,
- Stöff und Lässä, Schulalt, Schwamm,
- weitä bräng ich kähna zamm.
- Unn beinah het ich die vägässn,
- die wuh neh genennt wölln sei,
- wie zum Beispiel Stoffl, Rupp,
- Steigä, Hellauf, Lafftä, Kupp,
- Mühlpöpela, Nousenkönig, Moppä,
- Wühlä, Sausä, Steff und Rottä.
- Unn nu schließlich ganz zäletzt
- wöard Öler, Sock, Lohmä unn Edä nagesetzt.
- un ze ölleletzt wäd de Nahmä "EC" noch besetzt.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
[Bearbeiten] Literatur
- Dr. Max Volk: Das Silberne Glöcklein und andere Sagen
- Das Wörterbuch der Steinacher Sprache
- Alfred Steiner: Schdänichä Wöadäbuch, Verlag: Bürobedarf Eichhorn, Steinach, 1. Auflage, 11/95
- Luthardt, Emil: Mundart und Volkstümliches aus Steinach, Thüringerwald, und dialektgeographische Untersuchungen im Landkreis Sonneberg, im Amtsbezirk Eisfeld, Landkreis Hildburghausen und in Scheibe, im Amtsgerichtsbezirk Oberweißbach, Landkreis Rudolstadt. Hamburg, Dissertation (1963) - befindet sich zum Beispiel im Bestand der Bibliothek des Spielzeugmuseums Sonneberg.
[Bearbeiten] Weblinks
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