Steinheid

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50.46666666666711.083055555556800Koordinaten: 50° 28′ 0″ N, 11° 4′ 59″ O

Steinheid
Höhe: 800 m ü. NHN
Fläche: 23,21 km²
Einwohner: 1183 (31. Dez. 2010)
Eingemeindung: 1. Dezember 2011
Postleitzahl: 98724
Vorwahl: 036704
Karte

Lage im Landkreis Sonneberg

Pfarrhaus

Steinheid ist ein Ortsteil der Stadt Neuhaus am Rennweg in Thüringen im Landkreis Sonneberg.

Geografie[Bearbeiten]

Der staatlich anerkannte Erholungsort Steinheid liegt auf dem Kamm des Thüringer Schiefergebirges, unmittelbar am Rennsteig. Der Ort liegt halbmondförmig über dem Tal der Grümpen. Mit 820 Metern Höhe ist Steinheid neben Neuhaus am Rennweg (835 m) einer der höchstgelegenen Orte Thüringens. Der höchste Berg der Umgebung sowie der zweithöchste des Thüringer Schiefergebirges ist das 868 Meter hohe Kieferle, ca. 500 Meter östlich des Ortes.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Zu Steinheid gehören noch seit Mitte des 19. Jahrhunderts Limbach, etwa einen Kilometer westlich liegend, und Neumannsgrund, etwa einen Kilometer süd-westlich liegend.

Geschichte[Bearbeiten]

1362 wurde der Ort erstmals als die steynerne Heyde in einem Lehnsbrief des Markgrafen von Meißen urkundlich erwähnt. Einst wurde dort insbesondere der Goldbergbau betrieben. 1530 wurde Steinheid zur freien Bergstadt erhoben. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Grubenwesen der Stadt mit 51 Zechen völlig zerstört. Danach waren Glasbläserei und Schachtelmacherei als zuliefernde Gewerbe für den Olitätenhandel wichtige Erwerbszweige.

Steinheid war 1639 von Hexenverfolgung betroffen. Eine Witwe geriet in einen Hexenprozess.[1] Bis 1920 gehörte Steinheid zu Sachsen-Meiningen.

Zum 1. Dezember 2011 wurde Steinheid in die Stadt Neuhaus am Rennweg eingemeindet.[2] Zuvor war seit 1997 die Stadt Steinach erfüllende Gemeinde für Steinheid.

Wintersport[Bearbeiten]

Auf Grund der Höhenlage ist Steinheid ein traditionsreicher Wintersportort. Der organisierte Wintersport wurde im Jahr 1910 begründet. Inzwischen finden in der Gemeinde regelmäßig Skisportwettkämpfe statt. Sie werden vom SC Steinheid e.V. organisiert und durchgeführt.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Steinheid gab es früher Bergbau und Schieferabbau. Heute lebt der Ort hauptsächlich vom Tourismus. Die Glasindustrie ist mit dem größten Arbeitgeber Thüringer Baumschmuck Steinheid und zahlreichen Heimwerkstätten etabliert.

Verkehr[Bearbeiten]

Steinheid liegt an der B 281, die Saalfeld über Neuhaus am Rennweg mit Eisfeld verbindet. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Steinach, Scheibe-Alsbach und Schalkau.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Egbert Friedrich: Hexenjagd im Raum Rodach und die Hexenprozessordnung von Herzog Johann Casimir (Schriften des Rodacher Rückert-Kreises, Heft 19), Rodach 1995, S. 192-236
  2. Thüringer Gesetz zur freiwilligen Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden im Jahr 2011. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für den Freistaat Thüringen. 17. November 2011, S. 293ff, abgerufen am 26. Mai 2013 (PDF, §§ 1–13).
  3. Internetseite des SC Steinheid de.V.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Steinheid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Steinheid – Reiseführer