Steinkirchen (Oberbayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Steinkirchen
Steinkirchen (Oberbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Steinkirchen hervorgehoben
48.37473912.078867493Koordinaten: 48° 22′ N, 12° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Erding
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Steinkirchen
Höhe: 493 m ü. NHN
Fläche: 18,08 km²
Einwohner: 1148 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84439
Vorwahl: 08084
Kfz-Kennzeichen: ED
Gemeindeschlüssel: 09 1 77 138
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Steinkirchen
Am Kirchberg 2
84439 Steinkirchen
Webpräsenz: www.gemeinde-steinkirchen.de
Bürgermeisterin: Ursula Eibl (ÜWG)
Lage der Gemeinde Steinkirchen im Landkreis Erding
Oberding Eitting Berglern Langenpreising Moosinning Erding Bockhorn (Oberbayern) Taufkirchen (Vils) Dorfen Sankt Wolfgang (Oberbayern) Lengdorf Wartenberg (Oberbayern) Kirchberg (Oberbayern) Hohenpolding Steinkirchen (Oberbayern) Inning am Holz Fraunberg Isen Finsing Walpertskirchen Forstern Neuching Ottenhofen Pastetten Buch am Buchrain Wörth (Landkreis Erding) Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Ebersberg München Landkreis München Landkreis Landshut Landkreis FreisingKarte
Über dieses Bild
Das im 19. Jh. abgebrochene Schloss Niederstraubing im Ortsteil Niederstraubing

Steinkirchen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Erding und Mitglied der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

Geografie[Bearbeiten]

Steinkirchen liegt im östlichen Landkreis Erding, inmitten des hügeligen, waldreichen Erdinger Holzlandes[2], auch tertiäres Hügelland bzw. Isar-Inn-Hügelland genannt. Die Gemeinde liegt etwa 17 km nordwestlich von Dorfen, 26 km südlich von Landshut sowie jeweils 19 km von Moosburg an der Isar und der Kreisstadt Erding entfernt. Da Steinkirchen östlich des Flughafens München liegt, befindet sich dort (je nach Windrichtung) die Einflugschneise.
Es existieren folgende Gemarkungen: Hofstarring, Steinkirchen.

Geschichte[Bearbeiten]

1133 findet sich erstmals ein Hinweis auf den Namen 'Steinkirchen' in einer Urkunde. In einer Moosburger St. Kastulusurkunde wird ein 'Rüdiger de steininen Kirchen' als Zeuge genannt. Ab dieser Zeit finden sich weitere Erwähnungen, so z. B. 1159/61, als die Ministeriale Juditta von Steinkirchen ein Gut zu Grasbrunn dem Hochstift Freising schenkt und Isengrim de Steinenkirchen dabei als Zeuge fungiert. Im 13. Jahrhundert treten in Freisinger Handschriften Eberhard und seine Söhne Heinrich, Albert, Ulrich, Konrad und Friedrich de Stainkirchen sowie Vilbirgis de Steinchirc auf.

Seit 1315 war Steinkirchen Pfarrei mit ungewöhnlich vielen Filialen; am 6. April 1374 wurden dem Freisinger Dompropst Johannes von Kammerberg die Pfründe der Pfarrei Steinkirchen verliehen und gleichzeitig die Pfarrei mit der Freisinger Dompropstei vereinigt. In der Neuzeit war Steinkirchen lange Zeit niederbayerisch: Es gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Erding des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der von Montgelas eingeleiteten Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Seit 1978 besteht die Verwaltungsgemeinschaft Steinkirchen mit Sitz in Steinkirchen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Während der bayerischen Gemeindereform kam am 1. Oktober 1971 die Gemeinde Hofstarring zu Steinkirchen.[3]

Religionen[Bearbeiten]

Die überwiegende Zahl der Einwohner Steinkirchens sind römisch-katholisch. Der Pfarrgemeinde Steinkirchen steht momentan Pfarrer Jacek Jamiolkowski vor. Er folgte 2005 Pfarradministrator Herbert Aneder.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 1.069, 1987 dann 1.073 und im Jahr 2000 1.180 Einwohner gezählt.

Zum 31. Dezember 2010 wurden vom Landesamt für Statistik 1.153 Bürger gezählt.

Politik[Bearbeiten]

Steinkirchen ist eine der kleineren Gemeinden des Landkreises Erding. Gegenwärtige Bürgermeisterin ist Ursula Eibl von der Überparteilichen Wählergemeinschaft, die mit neun Sitzen auch die Mehrheit im Gemeinderat stellt. Die Freien Wähler besetzen drei Sitze.

Steinkirchen ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Steinkirchen, die aus den Gemeinden Hohenpolding, Inning, Kirchberg und Steinkirchen besteht.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 462 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 42 T€.

Die Gemeinde beteiligt sich am Ostbündnis.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wappen der Gemeinde Steinkirchen (Oberbayern)

Das Wappen der Gemeinde Steinkirchen wurde am 8. Februar 1983 festgelegt: „In Silber ein doppelter, gemauerter Spitzbogen, oben eine rote Krone, unten ein schwebender grüner Dreiberg.“

Neben dem Wappen führt die Gemeinde eine Flagge mit den Farben Grün-Weiß-Rot.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kath. Pfarrkirche St.Johannes d.T. und Ev. in Steinkirchen, erbaut 2. Hälfte 15. Jh., im 18. Jh. barockisiert

Erwähnenswert ist die nördlich von Hofstarring im Wald gelegene Bründlkapelle. Sie wurde 1707 vom Hofstarringer Wirt Markmair zum Dank für Rettung aus schwerer Krankheit über einer vielbesuchten Quelle erbaut. 1768 kaufte der damalige Pfarrer Deutinger für 2 Gulden einen kleinen Altar, in den der Wartenberger Maler Josef Zach eine Kopie des Passauer Maria-Hilf-Bildes einfügte. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde die Wallfahrt verstärkt, weil sie als Mahnstätte der ortsansässigen Veteranenvereine zum Frieden dient.

Einige Kilometer nordwestlich von Steinkirchen steht auf einer kleinen Anhöhe das Schloss Pirka [4]. Nur das Herrenhaus davon ist erhalten, wenn auch verändert gegenüber der Ansicht von Michael Wening um 1718.

Im Heimatmuseum in Thal (bei Schröding) wird seit 2008 ein historischer Hof gezeigt [5].

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Steinkirchen (Oberbayern)

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde Steinkirchen ist agrarisch geprägt. Industrie ist nicht vorhanden. Nur wenige Handwerks- und Gewerbebetriebe sind am Ort ansässig, der Großteil der Einwohner arbeitet als Pendler außerhalb. Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sechs, im produzierenden Gewerbe 41 und im Bereich Handel und Verkehr 57 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 22 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 436. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 64 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.178 ha, davon waren 866 ha Ackerfläche und 304 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Steinkirchen liegt an der Kreisstraße ED 26 und ED 28. Aufgrund der geringen Größe der Gemeinde ist die Verkehrsanbindung nicht besonders ausgeprägt. Lediglich der LKW-Verkehr der Strecke B15-Moosburg bringt ein etwas größeres Verkehrsaufkommen.

Bildung[Bearbeiten]

Im Gemeindebereich Steinkirchen gibt es einen kirchlich getragenen Kindergarten. Steinkirchen ist Mitglied im Schulverband Holzland mit zwei Grundschulen in Schröding und Hohenpolding. Weiterführende Schulen befinden sich in Taufkirchen (Vils) (Haupt- und Realschule), sowie in Dorfen (Förderschule, Hauptschule mit M-Zug, Gymnasium).


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.gemeinde-steinkirchen.de/index.php/stk-gemeinde/geschichte#gemeinde
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 457.
  4. http://www.burgeninventar.de/html/bay/ERDI_big.html#310
  5. http://www.oldtimerfreunde.gemeinde-kirchberg.de/

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Steinkirchen (Oberbayern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien