Stellungswechsel

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Dieser Artikel behandelt den Film Stellungswechsel aus dem Jahr 2007. Für die gleichnamige Doku-Soap siehe Stellungswechsel: Job bekannt, fremdes Land.
Filmdaten
Originaltitel Stellungswechsel
Stellungswechsel.JPG
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2007
Länge 97 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Maggie Peren
Drehbuch Maggie Peren
Christian Bayer
Produktion Jakob Claussen
Uli Putz
Thomas Wöbke
Musik Marc-Sidney Müller
Kamera Christian Rein
Schnitt Peter Kirschbaum
Besetzung

Stellungswechsel (Untertitel: Besser Sex für Geld als kein Sex und kein Geld) ist eine deutsche Filmkomödie der Regisseurin Maggie Peren aus dem Jahr 2007. Die Produktion beruht auf einem gemeinsamen Drehbuch Perens und des Autors Christian Bayer und handelt von fünf Münchner Männern unterschiedlichen Alters und sozialer Herkunft, die mit einem Begleitservice für Frauen ihrem beruflichen und privaten Erfolg auf die Sprünge helfen wollen. In den Hauptrollen sind Florian Lukas, Sebastian Bezzel, Gustav Peter Wöhler, Kostja Ullmann und Herbert Knaup zu sehen.

Der von der Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion umgesetzte sowie von den Fernsehsendern ARTE und ZDF co-produzierte Film wurde zwischen Januar und Februar 2007 in München gedreht und noch im September des Jahres erstmals auf dem Internationalen Filmfest Oldenburg uraufgeführt. Trotz geteilter Pressestimmen konnte der Film allein in Deutschland bis Jahresende rund 350.000 Besucher verzeichnen und sich damit unter den zwanzig erfolgreichsten deutschen Kinoproduktion des Jahres platzieren.

Handlung[Bearbeiten]

Als dem arbeitslosen Redakteur Frank bei einem Besuch der Arbeitsagentur von einer fremden Frau Geld für seine Liebesdienste angeboten wird, beschließt dieser mit seinen beiden Freunden, dem Feinkostladenbesitzer Olli und dem Polizisten Gy, einen Escortservice zu gründen. Verstärkt durch den jugendlichen Lasse und die ehemalige Führungskraft Giselher bieten die von Geldsorgen geplagten Herren im Internet ihre „Deutsche Feinkost zum Anfassen“ an. Aber erst nachdem eine Zeitung über den ungewöhnlichen Service berichtet, kommt es zu einer Nacht voller Aufträge. Ort der Handlung ist München.

Hintergrund[Bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten]

Stellungswechsel basiert auf einer Grundidee des Co-Autors Christian Bayer, der zu einem ähnlichen Thema bereits verschiedene Stoffe entwickelt hatte, die jedoch nicht in Produktion gegangen waren.[1] Anfang 2004 konnte Bayer schließlich die Drehbuchautorin Maggie Peren mit seiner Idee für sich gewinnen, die im selben Jahr ihr Regiedebüt mit dem Kurzfilm Hypochonder gegeben hatte.[1] Selektiv adaptierten Peren und Bayer ab Sommer 2004 gemeinsam Elemente des ursprünglichen Skripts für die spätere Fassung.[1] Inspirieren ließen sich dabei unter anderem auch von aktuellen Themen wie der hohen Arbeitslosenquote der Jahres 2005 und 2006.[2] In Produktion ging laut Peren schließlich der siebzehnte Entwurf des Drehbuchs.[1]

Produktion[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten zu Stellungswechsel umfassten 29 Tage und fanden zwischen dem 16. Januar und 26. Februar 2007 in München und Umgebung statt.[3] Besonders das Viertel rund um den Münchener Hauptbahnhof diente als Kulisse für zahlreiche Szenen. Zu den weiteren Drehorten zählten unter anderem ein stillgelegtes Fabrikgebäude, das alte Münchener Patentamt sowie das Vereinsheim des 1879 gegründeten MTV, Münchens ältester Männerturnverein. Die Filmkulisse für den Feinkostladen wurde am Rande einer Stadtautobahn im Stadtteil Giesing in einem leerstehenden Ladengeschäft erbaut.[3]

Hergestellt wurde der Film in Co-Produktion mit den Fernsehsendern ARTE und ZDF von der Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion unter der Leitung von Jakob Claussen, Uli Putz und Thomas Wöbke.[4] Die Filmförderungsanstalt unterstützte das Projekt mit 300.000 Euro, während der FilmFernsehFonds Bayern 350.000 Euro zur Produktions- und Verleihförderung beisteuerte.[5] Der 2007 in Kraft getretene Deutsche Filmförderfonds stellte 368.000 Euro zur Verfügung. Stellungswechsel galt als das erste unterstütztes Filmprojekt der Förderung.[6] Die Komödie war nebst Marco Kreuzpaintners Krabat (2008), Frieder Wittichs 13 Semester (2009) und Neele Vollmars Maria, ihm schmeckt’s nicht! (2009) ferner eine von ursprünglich fünf Produktionen, die im Rahmen eines Kooperationsvertrag zwischen C+W+P und der 20th Century Fox Deutschland vertrieben wurden.[7]

Besetzung[Bearbeiten]

Hauptdarstellter Florian Lukas überzeugte mit seinem Spiel in Sebastian Schippers Absolute Giganten (1998).

Für die Besetzung des Films zeichnete die Agentin An Dorthe Braker verantwortlich. Darsteller Florian Lukas hatte Peren mit seiner Darstellung in Sebastian Schippers Spielfilm Absolute Giganten (1998) begeistern können, empfahl sich jedoch erst nach einem gemeinsamen Treffen auf der Berlinale, bei dem die Regisseurin sich davon hatte überzeugen konnte, dass er entegegen seiner üblichen Besetzung in jugendlichen Rollen „auch alt genug“ aussah, um die Rolle des Frank zu füllen.[8] Nach Lukas' Zusage wurde gemeinsam mit ihm in mehreren Vorsprechen die Rolle des Gy gecastet.[8] Sebastian Bezzel überzeugte schließlich in einer von Peren entworfenen Castingszene, mit deren Improvisation er das Team amüsierte. Peren hatte im Nachhinein angemerkt, dass seine Rolle besonders schwer zu besetzen war, da es „kaum gut aussehende Schauspieler gibt, die wirklich witzig sind“.[1]

Gustav Peter Wöhler und Kostja Ullmann waren Vorschläge seitens der Produzenten.[1] Während Wöhler sofort zusagte, überzeugte auch Ullmann in einem Vorsprechen.[1] Peren hatte in der Rolle des Lasse ursprünglichen jemand weniger „hübsches“ casten wollen, ließ sich für Ullmanns Besetzung jedoch auf erforderliche Änderungen im Drehbuch ein.[8] Im Rahmen dessen entstand unter anderem auch die Rolle von Lasses dominanter Mutter Ulrike, die später mit Adriana Altaras besetzt wurde.[8] Herbert Knaup wurde seine Rolle nach einer Lesung von Peren angeboten.[8] Lisa Maria Potthoff hatte mit Sebastian Bezzel 2006 bereits in Marcus H. Rosenmüller Komödie Schwere Jungs gespielt. Um sich auf ihre Rolle einer Polizistin vorzubereiten, absolvierte sie ein zweitägiges Polizeipraktikum im Schichtdienst einer Polizeistation in Bayern.[9]

Rezeption[Bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten]

Kino.de bezeichnete den Film als Künststück, welches „der deutschen Social Comedy neue Impulse“ verleihe: „Natürlich kann Peren ihr Tempo nicht 90 Minuten lang hoch halten und Puristen könnten ihr den Vorwurf machen, ihre Geschichte hätte kein Kinoformat. Doch die Regienovizin versteht es, mit ihren Charakteren umzugehen […] Vielleicht ist es aber auch der weibliche Blick auf das andere Geschlecht, der diese Komödie so frech, so liebenswert, so anders macht.“[10]

Andreas Staben von Filmstarts schrieb: „Das sich hier andeutende Spektrum zwischen hintergründig erzählter Gesellschaftskomödie und Sitcom mit Sketchstruktur wird von Peren weder in seiner Breite ausgelotet noch bleibt sie konsequent bei einem der Pole. Viele einzelne Pointen treffen zwar ihr eindeutiges Ziel, die Versuche thematischer Vertiefung und Verdichtung bleiben indes halbherzig.“[11]

Thorsten Funke von Critic.de schrieb: „Aus dem Kontrast der einzelnen, vom Ensemble überzeugend dargestellten Typen zueinander ergibt sich manche gelungene Szene. Hin und wieder strahlt aus der glatten Oberfläche des Films auch etwas von der Verzweiflung der Protagonisten herüber, die eine solche Geschichte erst interessant macht. Der Rest aber ist eine Mischung aus familienfreundlichem Sex, Situations- und Verwechslungskomödie sowie Vulgärfeminismus. Selbstredend werden alle fünf Männer geläutert den Weg zur richtigen Frau finden. Und sogar die Sache mit dem Zuhören funktioniert am Ende, wenn auch nicht ganz.“[12]

Erfolg[Bearbeiten]

Der Film feierte am 12. September 2007 auf dem Internationalen Filmfest Oldenburg Uraufführung.[13] Der offizielle Kinostart folgte schließlich am 3. Oktober. Bis einschließlich Dezember 2007 lockte der Film mehr als 350.000 Besucher in die deutschen Kinos. Die Produktion rangiert mit einem Einspielergebnis von 2.173.654 € auf Platz 19 der zwanzig erfolgreichsten deutschen Filme des Kinojahres 2007.[14]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Interview mit Maggie Peren. Interview-Magazin.eu. Abgerufen am 6. Dezember 2011.
  2. Julia Teichmann: Wenn Männer es Frauen recht machen müssen. In: Berliner Zeitung. Berliner-Zeitung.de. 4. Oktober 2007. Abgerufen am 6. Dezember 2011.
  3. a b Stellungswechsel, Deutschland 2007, Spielfilm. In: Filmportal. Filmportal.de. Abgerufen am 6. Dezember 2011.
  4. Ein Herrenquintett wechselt die Stellung. In: Blickpunkt:Film. Mediabiz.de. 17. Januar 2007. Abgerufen am 6. Dezember 2011.
  5. Stellungswechsel. In: Blickpunkt:Film. Mediabiz.de. Abgerufen am 6. Dezember 2011.
  6. Erstes DFFF-Projekt "Stellungswechsel" endlich im Kino. In: Blickpunkt:Film. Mediabiz.de. 2. Oktober 2007. Abgerufen am 6. Dezember 2011.
  7. Fox und C+W kooperieren. In: Blickpunkt:Film. Mediabiz.de. 6. April 2006. Abgerufen am 6. Dezember 2011.
  8. a b c d e Interview: Männer sind oft selbst Schuld. Filmreporter.de. Abgerufen am 9. Dezember 2011.
  9. Besser Sex für Geld. Stadtpark.info. 8. September 2007. Abgerufen am 9. Dezember 2011.
  10. Kritik. In: Kino.de. Kino.de. Abgerufen am 15. September 2011.
  11. Andreas Staben: Stellungswechsel > Filmstarts-Kritik. In: Filmstarts. Filmstarts.de. Abgerufen am 15. September 2011.
  12. Thorsten Funke: Kritik. Critic.de. Abgerufen am 7. Dezember 2011.
  13. "Stellungswechsel" in Oldenburg. In: Blickpunkt:Film. Mediabiz.de. Abgerufen am 15. September 2011.
  14. Filmhitliste: Jahresliste (deutsch) 2007. In: Filmförderungsanstalt. FFA.de. Abgerufen am 2. September 2011.