Stena Germanica und Stena Scandinavica

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Stena Germanica mit offenem Bug im Kieler Hafen (2003)

Die Stena Germanica und Stena Scandinavica sind Passagierfähren der schwedischen Reederei Stena Line. Sie verkehren auf der Route Kiel - Göteborg.

Erste Generation[Bearbeiten]

Im Februar 1966 lief in bei Langesund Mekaniske Verksted im norwegischen Langesund die erste Stena Germanica vom Stapel. Sie wurde am 21. April 1967 getauft. Ab 24. April 1967 fuhr sie auf der Linie Kiel–Göteborg. Sie hatte 384 Betten, fasste insgesamt 1.300 Passagiere und 220 Pkw. Im Sommer 1967 wurden 20.000 Passagiere und 7.000 Fahrzeuge befördert. Im November 1967 wurde sie von der algerischen Reederei C.N.A.N. für Charterfahrten zwischen Marseille und Algier eingesetzt. 1968 wurde sie in Göteborg umgebaut, um die Bettenkapazität zu erhöhen. Im Sommer 1972 fuhr sie zwischen Kiel und Korsör, im folgenden Jahr zwischen Stockholm und Mariehamn, bevor sie im April 1974 wieder auf die Route Göteborg–Kiel zurückkehrte. In den nächsten beiden Jahren fuhr sie auf den Strecken Göteborg–Kiel–Korsör und Göteborg–Frederikshavn, übernahm ab 1975 aber auch Charterfahrten, unter anderem für B&I Line zwischen Swansea und Cork. Im 1978 wurde sie von der Shell U.K. Exploration & Production Division gechartert und erhielt einen Hubschrauberlandeplatz. Später wurde sie von Chevron gechartert. Im Winter 1978/79 kehrte sie kurz auf die Route Göteborg-Kiel zurück, bevor sie im Februar 1979 an Corsica Ferries verkauft und auf den Namen A. Regina umgetauft wurde. Dort verkehrte sie ab April 1979 vor allem zwischen Italien (insbesondere Sanremo und Livorno) und Korsika (hauptsächlich Bastia und L’Île-Rousse), lief aber auch Taormina, Valletta oder Tunis an. Im 1984 wurde sie von Dominican Ferries für die Strecke MayaguezSan Pedro de Macorís gechartert und verunfallte am 15. Februar 1985 auf Mona Island, 40 Meilen westlich Puerto Rico. Sie wurde 1989 abgebrochen.[1]

Das Schwesterschiff war die Stena Britannica. Sie wurde 1967 in Dienst gestellt. Auf der Kiel-Göteborg-Route wurde zu diesem Zeitpunkt jedoch kein weiteres Schiff benötigt und deshalb wurde das Schiff auf die Route Frederikshavn - Göteborg verlegt, bevor sie 1968 verkauft wurde. Daraufhin diente das Schiff bis 1974 bei Alaska Marine Highway als Wickersham. 2001 wurde das Schiff als Bella Sardegna verschrottet.[2]

Am 27. Juni 1973 wurde die erste Stena Scandinavica abgeliefert. Sie befuhr die Route bis Januar 1978. 2007 wurde sie in Alang verschrottet[3]. Das Schwesterschiff war die Stena Olympica. Sie wurde am 25. Juni 1972 geliefert und im April 1982 verkauft. Im März 2012 wurde sie nach Alang zum Abbruch verkauft[4]. Beide Schiffe wurden im Sommer zusätzlich zwischen Kiel und Korsör, sowie Göteborg und Frederikshavn eingesetzt.

Am 10. Mai 1982 wurde die ehemalige Prinsessan Birgitta von 1973 in Stena Scandinavica umbenannt. Sie befuhr die Route bis 5. April 1987 und wechselte danach auf die Route Göteborg - Frederikshavn[5].

Von 1982 bis 1988 befuhr die Kronprinsessan Victoria die Route Kiel - Göteborg.[6]

Zweite Generation[Bearbeiten]

Die Stena Scandinavica, 2006 im Kieler Hafen
Die Stena Germanica, 2009 im Kieler Hafen

Die 1987 bzw. 1988 in Dienst gestellten Schiffe wurden in Danzig (Polen) gebaut und 2006 renoviert. Sie wurden von 1987 bis 2010 auf der 236 Seemeilen (441 Kilometern) langen Strecke zwischen Kiel und Göteborg eingesetzt. Danach verkehrten sie auf der Strecke von Gdynia (Polen) nach Karlskrona (Schweden).

Die Stena Germanica verließ die Fährlinie Kiel–Göteborg am 31. August 2010. Sie fährt unter dem Namen Stena Vision, die Stena Scandinavica wurde 2011 in Stena Spirit umgetauft.

Schiffsdaten[Bearbeiten]

Beide Schiffe sind 176 Meter lang, 43,5 m hoch und 30 m breit und haben einen Tiefgang von 6,7 Metern. Die zwölf Decks (davon vier Autodecks) umfassenden Fähren nehmen bis zu 1.700 Passagiere sowie 600 Pkw oder 80 Lkw auf. Die Besatzungsstärke liegt bei circa 130 Personen.

Die Vermessung liegt bei 39.169 Bruttoregistertonnen. Die Fahrt liegt bei 22 Knoten, die Stoppstrecke bei 600 Metern. Als Hauptmotoren dienen vier Diesel mit jeweils 16 Zylindern und 40.000 PS. Ferner sind fünf achtzylindrige Hilfsdiesel zur Energieversorgung an Bord eingebaut. Des Weiteren verfügen die Schiffe über zwei Bugstrahlruder zu je 1500 PS und zwei Stabilisatoren. Der Treibstoffverbrauch auf der Strecke Kiel–Göteborg lag zwischen 28 und 40 Tonnen.

Weitere Schwesterfähren[Bearbeiten]

Ursprünglich bestellte die Stena Line vier Schiffe, aufgrund von Lieferverzögerungen durch die Werft wurden jedoch zwei Schiffe wieder abbestellt. Eine der Fähren wurde in Griechenland fertiggestellt[7] und fährt heute als El. Venizelos bei der griechischen Reederei ANEK Lines.
Das andere Schiff sollte ebenfalls in Griechenland fertiggestellt werden, kam aber nicht über den Rohbau hinaus[8]. Dieses Schiff wurde in Regent Sky umgetauft und sollte zum Kreuzfahrtschiff umgebaut werden. Dazu wurde es 1994 in einer griechischen Werft verlängert. Es wurde jedoch nie fertiggestellt. Im Juli 2011 wurde das Schiff nach Aliaga zur Verschrottung geschleppt.[9]

Dritte Generation[Bearbeiten]

Hauptartikel: Stena Scandinavica
Hauptartikel: Stena Germanica
Die Stena Germanica (III), 2010 im Kieler Hafen
Die Stena Scandinavica, 2011 auf der Kieler Förde

Das Schiff mit der IMO-Nr. 9145176 wurde 2001 als Stena Hollandica auf der Strecke Hoek van Holland–Harwich in Dienst gestellt. Es wechselte am 1. September 2010 auf die Strecke Kiel–Göteborg und erhielt den Namen Stena Germanica III. Am 21. September 2010 wurde es in Stena Germanica umbenannt.

Das Schiff mit der IMO-Nr. 9235517 wurde 2003 als Stena Britannica auf der Strecke Hoek van Holland–Harwich in Dienst gestellt. Es wechselte am 19. April 2011 auf die Strecke Kiel–Göteborg und erhielt den Namen Stena Scandinavica.

Um 2010/2011, in der ein Schiff der zweiten Generation (Stena Scandinavica) und der dritten Generation (Stena Germanica) die Route bedienten, für täglich gleiche Transportkapazitäten zu sorgen, fuhr in dieser Zeit die Stena Freighter immer parallel mit der Stena Scandinavica.[10].

Obwohl die neue Stena Scandinavica und die neue Stena Germanica gemeinsam auf der Route Kiel–Göteborg eingesetzt werden, sind sie keineswegs baugleich. Sie ähneln sich nur weitestgehend in den Abmessungen. Während die Stena Scandinavica 2003 in Korea gebaut wurde, lief die Stena Germanica bereits 2001 in Spanien vom Stapel. Das Schwesterschiff der Stena Scandinavica ist die Stena Adventurer. Ein Schwesterschiff der Stena Germanica wurde 2000 ebenfalls in Spanien gebaut und fuhr von 2001 bis 2003 als Stena Britannica, als Nachfolger der heutigen Stena Saga (vorher Stena Britannica). Sie fährt heute als Finnfellow bei Finnlines[11]. Weitere Schwesterschiffe waren die heutige Finnclipper und Finneagle, die noch während des Baus an Finnlines verkauft wurden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stena Germanica
  2. Stena Britannica - Wickersham - Viking 6 - Goelo - Sol Olympia - Moby Dream - Bella Sardegna. Abgerufen am 28. März 2014.
  3. M / S Stena Scandinavica. Abgerufen am 19. November 2013.
  4. M / S Stena Olympica. Abgerufen am 19. November 2013.
  5. M/S PRINSESSAN BIRGITTA. Abgerufen am 22. Dezember 2013.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatStena Line - 40 Jahre Kiel-Göteborg. Abgerufen am 2013-12-32.
  7. M/S EL. VENIZELOS.
  8. M/S STENA BALTICA. (Version vom 26. Januar 2007 im Internet Archive)
  9. August Seerreisenportal vom 22. August 2011
  10. Kieler Nachrichten 2. September 2010 (Version vom 4. September 2010 im Internet Archive)
  11. Finfellow Fotos. simplonpc.co.uk, abgerufen am 27. Juni 2013 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]