Stephan Harding

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Stephan Harding, auch Stephen Harding, (* um 1059 in Dorset, England; † 28. März 1134 im Kloster Cîteaux) war ein Abt der Zisterzienser und ist ein katholischer Heiliger.

Von 1109 bis 1134 stand er als dritter Abt der Abtei Cîteaux vor. In dieser Zeit entstand im Mutterkloster der Zisterzienser ein blühendes Skriptorium, in dem Abt Stephan wahrscheinlich selbst arbeitete. Die Zisterzienser verdanken Stephan Harding viele Texte, darunter die Erstfassung ihrer Verfassung, der Carta Caritatis, das Exordium parvum (die Geschichte der Klostergründung) und eine Revision der Bibel. Dieses Werk wird auch Bibel des hl. Stephan Harding genannt und sollte einen einheitlichen Bibeltext für alle Klöster des Ordens schaffen. Um 1113 nahm Stephan Harding den jungen Bernhard von Clairvaux in Cîteaux auf. Er wurde dadurch zu Bernhards geistlichem Vater. Stephan trug durch seine Forschungen zur zisterziensischen Reform bei; er war am Entstehen des Zisterzienserritus beteiligt, an einer Säuberung des Hymnars durch Kompositionen, die er sich aus Mailand erbat, da die Benediktsregel ausdrücklich die Ambrosianischen Hymnen erwähnt. Ebenso geht das Stephanusbrevier auf ihn zurück.

Als Stephan Harding im Jahr 1134 starb, zählte Cîteaux zahlreiche Tochterklöster, die ihrerseits nach dem zisterziensischen Filiationsprinzip schon zu Mutterklöstern geworden waren. Die Zisterzienser feiern das Hochfest des dritten Abtes von Cîteaux heute zusammen mit seinen beiden Vorgängern Alberich und Robert von Molesme am 26. Januar. Bis zur Neuordnung des Zisterzienserkalendariums wurde sein Festtag am 16. Juli begangen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Ernst: Der hl. Abt Stephan Harding von Cîteaux und seine Bibel im Kontext der Vulgata-Texte und Vulgata-Revisionen bis zum 13. Jh., in: Alkuin Volker Schachenmayr (Hg.), Aktuelle Wege der Cistercienserforschung (EUCist Studien 1, Heiligenkreuz 2008) 55-87. ISBN 978-3-9519898-2-2
  • Ekkehard Meffert, Die Zisterzienser und Bernhard von Clairvaux – Ihre spirituellen Impulse und die Verchristlichung der Erde Europas, mit einer Würdigung des 3.Abtes von Citeaux Stephan Harding, dem Schöpfer der Ordensverfassung „Carta Caritatis“, Stuttgart 2010
  • Chrysogonus Waddell: The Primitive Cistercian Breviary (Spicilegium Friburgense 44, Fribourg 2007). ISBN 978-3-7278-1561-4
  • Carta Caritatis, in: Hildegard Brem und Alberich Martin Altermatt (Hg.), Einmütig in der Liebe: die frühesten Quellentexte von Cîteaux lateinisch-deutsch (Quellen und Studien zur Zisterzienserliteratur 1, Langwaden 1998). ISBN 978-3-910082-58-8
  • Friedrich Wilhelm Bautz: Harding, Stephan. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 2, Bautz, Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8, Sp. 532–533.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stephan Harding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien