Stephan Krawczyk
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Stephan Krawczyk (* 31. Dezember 1955 in Weida) ist ein deutscher Liedermacher und Schriftsteller.
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[Bearbeiten] Leben
Krawczyk studierte nach dem Abitur Musik in Weimar. Von 1978 bis 1983 war Krawczyk Mitglied der Folk-Gruppe Liedehrlich. Er wurde für „hervorragende künstlerische Leistungen“ geehrt und erhielt 1981 den Hauptpreis beim DDR-Chansonwettbewerb. Das DDR-Platten-Label Amiga veröffentlichte eine Schallplatte von Liedehrlich, was unter den Verhältnissen in der DDR einer Anerkennung als „Staatskünstler“ gleich kam. Doch Krawczyk entschied sich für einen anderen Weg.
Seine zunehmend kritischen Texte führten 1985 zum Auftrittsverbot. Krawczyk konnte nur noch im Schutz der Kirche auftreten. Damit und mit seinen Liedern wurde er Ende der 1980er Jahre zu einer der bedeutendsten Personen der DDR-Opposition. Nachdem er jahrelang von der Staatssicherheit überwacht und drangsaliert worden war, wurde er 1988 verhaftet. Die Affäre um seine Inhaftierung erweckte deutschlandweit große Aufmerksamkeit. Die West-Medien berichteten ausführlich. Krawczyk selbst wurde in dieser Zeit im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen völlig isoliert. Um eine „Ausbürgerung“ wie im Fall Biermann 1976 zu vermeiden, zog die DDR-Staatssicherheit alle Register, um Krawczyk dazu zu nötigen, dass er einer „freiwilligen“ Ausreise aus der DDR zustimme. Sein Anwalt Wolfgang Schnur, der damals als Vertrauensanwalt der evangelischen Kirche in der DDR galt, aber fast 25 Jahre lang als Stasi-Spitzel unter dem Decknamen IM „Torsten“ im Auftrag der Stasi dem SED-Regime zuarbeitete, tat das Übrige. Er drängte Krawczyk, der Ausreise zuzustimmen. Am 2. Februar 1988 wurde Krawczyk mit seiner Frau Freya Klier, mit der er von 1986 bis 1992 verheiratet war, in die Bundesrepublik abgeschoben.
1994 unterstützte Krawczyk gemeinsam mit Bettina Wegner den Bundestagswahlkampf des parteilosen PDS-Kandidaten Stefan Heym im Wahlkreis Berlin-Mitte/Prenzlauer Berg[1] - ein Engagement, das er im Nachhinein bedauerte. Er hat seit den 1990er Jahren mehrere Bücher veröffentlicht, die sich insbesondere mit dem Lebensgefühl der in der DDR sozialisierten Generationen auseinandersetzen und stark autobiographisch sind, unter anderem Das irdische Kind. Daneben war er auch weiterhin als Musiker aktiv, veröffentlichte unter anderem als Stephan Krawczyk und Band das CD-Album Die Queen ist in der Stadt.
Zur Jahreswende 2007/2008 war er mit Freya Klier auf einer Tournee durch Ostdeutschland.
Stephan Krawczyk lebt als freier Schriftsteller, Komponist und Sänger seit den 1990er Jahren in Berlin-Neukölln.
[Bearbeiten] Werke
[Bearbeiten] LPs und CDs als Solokünstler
- 1987: Wieder stehen
- 1989: Wie geht s
- 1990: Schöne wunde Welt
- 1993: Terrormond
- 1995: Milonga
- 2000: Die Queen ist in der Stadt
- 2002: Kontrastprogramm (Live in Bremen-Vegesack)
- 2004: Heute fliegt die Schwalbe hoch
[Bearbeiten] Oper / Theater
- Der Taubstumme. Opernlibretto. Uraufführung im Theater am Halleschen Ufer, Berlin 1993
- Faustchen. Schauspiel. Kunsthaus Verlag, Boddin 2000, ISBN 3-933274-36-2
[Bearbeiten] Prosa / Lyrik
- Wieder stehen. Liedtexte. Knaur, München 1988, ISBN 3-426-02050-5
- Schöne Wunde Welt. Prosa, Lyrik. Selbstverlag, Berlin 1990
- Das irdische Kind. Erzählungen. Verlag Volk und Welt, Berlin 1993, ISBN 3-353-01062-9
- Bald. Roman. Verlag Volk und Welt, Berlin 1998, ISBN 3-353-01138-2
- Steine hüten. Betrachtungen. Verlag Volk und Welt, Berlin 2000, ISBN 3-353-01175-7
- Feurio. Betrachtungen. Verlag Volk und Welt, Berlin 2001, ISBN 3-353-01195-1
- Der Narr. Roman. Pendo Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-85842-547-8
- Das Wendedankfest. Satiren. Illustrationen: Rainer Hofmann-Battiston. Kunsthaus Verlag, Boddin 2005, ISBN 3-933274-53-2
[Bearbeiten] Dokumentarfilme über Stephan Krawczyk
- Rebellion hinter der Mauer - Kampf um Meinungsfreiheit. ARD/2005. Buch und Regie: Torsten Sasse.
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 1981: Hauptpreis beim DDR-Chansonwettbewerb
- 1992: Bettina-von-Arnim-Preis
- 2001: Verdienstorden des Landes Berlin
- 2005: „Das unerschrockene Wort“, Auszeichnung des Bundes der Lutherstädte
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Stephan Krawczyk im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- stephan-krawczyk.de Homepage von Stephan Krawczyk
- praschl.net Vom Stasi-Knast nach Klein-Istanbul. Das neue Leben von Stephan Krawczyk - ein Artikel von Gerald Praschl
- stiftung-hsh.de Kurzbiografie Krawczyks von der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, ehemalige zentrale Untersuchungshaftanstalt der Stasi
[Bearbeiten] Einzelnachweise
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Krawczyk, Stephan |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Liedermacher und Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 31. Dezember 1955 |
| GEBURTSORT | Weida |

