Stephan Reichenberger

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Stephan Reichenberger (* 24. Juni 1957 in Bayreuth) ist ein deutscher Fernsehautor, Formatentwickler und Creative Producer.

Leben[Bearbeiten]

Reichenberger begann seine berufliche Laufbahn als Zeitungs- und Hörfunkredakteur sowie als Fernsehspieldramaturg. In den 1990er Jahren entwickelte er für öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten zum Teil noch heute existierende Fernsehformate, u. a. 1996/97 für Nina Ruge das Prominentenmagazin Leute heute (ZDF), 1993 und 1997 für Bodo H. Hauser und Ulrich Kienzle das politisch-satirische Moderationsformat für Frontal (ZDF) und "Die Meinungsmacher", 1993 für Hubertus Meyer-Burckhardt die satirische Talkshow Sowieso (ARD), 1992 ebenfalls für Meyer-Burckhardt die erste Cross Media Business Show How Much? (ARD), sowie 1988 Leo's für Andreas Lukoschik (BR, ARD).

Werke[Bearbeiten]

Dokumentation

Als produzierender Autor und Regisseur bzw. Ko-Regisseur realisierte Reichenberger Dokumentationen und Doku-Shows, beispielsweise den Jubiläums-Event „70 Jahre Salzburger Festspiele“ (ORF, 1991) auf Schloss Leopoldskron, sowie biographische Sendungen über Wolfgang Rademann, Peter Alexander, Joachim Fuchsberger und Marcel Reich-Ranicki. Als Regisseur und Ko-Autor des Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG Mathias Döpfner begleitete er den österreichisch-britischen Verleger und Politikberater Lord Arthur George Weidenfeld auf Auslandsreisen nach Israel, New York und London für eine ARD-Dokumentation anlässlich von Weidenfelds 90. Geburtstag.

Film und Satire

Drehbücher schrieb Reichenberger u. a. für die Fernsehreihe Pfarrer Braun (mehrere Krimikomödien mit Ko-Autorin Cornelia Willinger).

2010 entwickelte Reichenberger u. a. mit Bruno Jonas für das Bayerische Fernsehen die Satireshow Klugscheißer.

Der Heimatfilm Die Posthalter-Christl (Reichenberger/Willinger nach Romanvorlage von Hans Ernst) wurde als HD-Pilotprojekt vollständig an Originalmotiven in den Alpen gedreht. An der Produktion, die Reichenberger auch als Ko-Produzent (Bavaria Film, Moviepool) betreute, wirkten neben bekannten bayerischen Volksschauspielern zahlreiche Laiendarsteller des traditionsreichen Volkstheaters Flintsbach mit.

Im Jahr 2004 erstellte Reichenberger aus Episoden der Fernsehserie Raumpatrouille von 1966 den Kino-Remix Raumpatrouille Orion – Rücksturz ins Kino. Der Komponist Peter Thomas steuerte dazu Urversionen seiner - damals nur mono ausgestrahlten und bis heute weltweit gecoverten und gesampelten - Stereo-Soundtracks bei, die ein aufwändiges Remastering der berühmten Filmmusik ermöglichten. Die Kinoversion wird seitdem auf Festivals und im Fernsehen eingesetzt. Die Europäische FilmPhilharmonie führte den neuen Soundtrack mehrfach im Rahmen von Science-fiction-Konzerten live zur Leinwandprojektion auf.

Im Auftrag des Theaterfestivals Steirischer Herbst schrieb Reichenberger mit dem Satiriker Jörg Metes die medienkritische Komödie Sonyboys, die 1998 unter Reichenbergers Regie in Graz uraufgeführt und von ORF/3sat ausgestrahlt wurde.

Sonstige Projekte

Nach mehrjährigem Auslandsaufenthalt in New York City und London überarbeitete und betreute Reichenberger von 1999 bis 2005 als künstlerischer Leiter die Gala-Events des Deutschen Filmpreises und entwickelte zusammen mit der New Yorker Künstlerin Mechthild Schmidt die neue Preis-Statuette Lola.

Im Auftrag der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und des EU-Kommissariats produzierte Reichenberger 2004 die international übertragene Eurovisions-Show zur Osterweiterung der Europäischen Union, deren Höhepunkt das vom Lichtkünstler Gert Hof im Hafen von Valetta inszenierte Feuerwerk auf Malta war.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Buchveröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Bodo H. Hauser, Ulrich Kienzle, Stephan Reichenberger: „Noch Fragen, Kienzle? Ja, Hauser!“, Heyne, 1997, ISBN 3453117670
  • Bodo H. Hauser, Ulrich Kienzle, Stephan Reichenberger: „Total Frontal“, Heyne, 1999, ISBN 3453155300
  • Bodo H. Hauser, Ulrich Kienzle, Stephan Reichenberger: „Bitte recht feindlich!“, Heyne, 2002, ISBN 3453164970
  • Bodo H. Hauser, Ulrich Kienzle, Stephan Reichenberger: „Küchenkabinett“, Heyne, 2002, ISBN 3453165365
  • Bodo H. Hauser, Ulrich Kienzle, Stephan Reichenberger: „SchwarzRotGeld“, Hoffmann und Campe, 2002, ISBN 3455110762
  • Stephan Reichenberger, Alex Rühle: „...und alle Fragen offen - Das Beste aus dem Literarischen Quartett“, Heyne, 2000, ISBN 3453165063

Weblinks[Bearbeiten]