Stephanos von Byzanz

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Stephanos von Byzanz (griechisch Stephanos Byzantios Στέφανος Βυζάντιος), auch als Stephanus Byzantinus bekannt, war ein spätantiker griechischer Grammatiker, der wohl in der Frühzeit von Kaiser Justinian I. an der Universität von Konstantinopel wirkte.

Seine genauen Lebensdaten sind unbekannt. Er war Verfasser eines umfassenden geographischen, aber nur in Auszügen erhaltenen Lexikons namens Ethnika (griechisch Ἐθνικά) in 50 bis 60 Büchern, durch das älteres Material über antike Geographie (Ortsnamen und ihre sprachwissenschaftliche Bestimmung), Orakel und Wundererzählungen erhalten sind. Das Werk ist, abgesehen von wenigen Fragmenten, nur noch in einer Epitome, einem Auszug, erhalten, die laut Suda ein ansonsten unbekannter Grammatiker Hermolaos angefertigt hatte. Dieser Hermolaos dedizierte seine Epitome an Justinian. Ob mit diesem Justinian I. oder Justinian II. gemeint ist, ist umstritten. Wahrscheinlich wirkte aber Stephanos im frühen 6. Jahrhundert.

Die Hauptfragmente des Originalwerkes sind bei Konstantinos Porphyrogennetos, De administrando imperio erhalten. Ein weiteres bedeutendes Fragment, vom Artikel Δύμη bis zum Ende von Δ, existiert als Manuskript in der Seguerischen Bibliothek. Konstantinos Porphyrogennetos war vermutlich der letzte, der das Gesamtwerk heranzog, Suda und Eustathios von Thessalonike nutzten schon die Epitome.

Die Qualität ist eher schwankend, dennoch stellen die Exzerpte eine nicht unwichtige Quelle dar, vor allem wegen ihrer Informationen zu Geographie, Mythologie und Religion des antiken Griechenland. Allerdings ging es Stephanos kaum um topographische oder geographische Genauigkeit, sondern er verfolgte eher philologische Interessen: Wichtiger als die Lage eines Ortes war ihm offenbar der genaue Name und dessen (vermeintliche) Etymologie. Der hauptsächliche Wert, den sein Werk für die moderne Forschung hat, besteht daher in den durch Stephanos bzw. Hermolaos überlieferten Zitaten aus heute ansonsten verlorenen älteren Werken.

[Bearbeiten] Ausgaben

  • Aldus Manutius (pr.), 1502, Στέφανος. Περὶ πολεῶν (Peri poleōn) = Stephanus. De urbibus ("Über Städte") (Venedig).
  • Wilhelm Xylander, 1568, Στέφανος. Περὶ πολεῶν = Stephanus. De urbibus (Basel).
  • Thomas de Pinedo, 1678, Στέφανος. Περὶ πολεῶν = Stephanus. De urbibus (Amsterdam).
  • Claudius Salmasius (Claude Saumaise) und Abraham van Berkel 1688, Στεφάνου Βυζαντίου Ἐθνικὰ κατ' ἐπιτομήν = Stephani Byzantini Gentilia per epitomen, antehac Περὶ πολεῶν De urbibus inscripta (Leiden)
  • Wilhelm Dindorf, 1825, Stephanus Byzantinus. Opera, 4 vols. (Leipzig), incorporating notes by L. Holsteinius, A. Berkelius, and T. de Pinedo.
  • Augustus Meineke, 1849, Stephani Byzantii ethnicorum quae supersunt (Berlin).
  • Margarethe Billerbeck, Oktober 2006, Stephani Byzantii Ethnica - Band I (Alfa - Gamma) ISBN 978-3-11-017449-6

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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