Stephanskapelle (Straßburg)

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Romanische Apsis der Stephanskapelle

Die Stephanskapelle (Chapelle Saint-Étienne), oft auch als Stephanskirche (Église Saint-Étienne) bezeichnet, ist ein Sakralbau in Straßburg. Die erhaltenen Teile des mehrfach zerstörten Gebäudes zählen zu den ältesten der Stadt.

Die ehemalige Kirche steht im Hof des katholischen Stephansgymnasiums am Rand der Altstadt und dient diesem als Kapelle. Das heute sichtbare Gebäude entstand im 8. Jahrhundert über den Fundamenten eines anders ausgerichteten Apsidenbaus (s. u.). Anfang des 13. Jahrhunderts wurde es im Stil der rheinischen Romanik errichtet und mit einem imposanten Westwerk versehen, das von einem ca. 60 Meter hohen Turm bekrönt wurde. 1714 wurde die Kirche mit einer Orgel von Andreas Silbermann ausgestattet, die sich heute in Bischheim befindet. Nach der Französischen Revolution wurde das Gebäude als Lagerhalle, dann als Synagoge und schließlich als Festsaal verwendet. 1802 wurden Fassade und Langhaus abgetragen und 1805 durch neoklassizistische Architektur ersetzt. 1823 wurde die ehemals katholische Kirche zur Kapelle des protestantischen „Kleinen Seminars“ und 1826 mit einer neuen Orgel ausgestattet, auf der bis 1974 noch weitere folgten.

1944 wurde das Gebäude durch anglo-amerikanische Bomben getroffen, wobei das neue Langhaus komplett vernichtet wurde. Ausgrabungen unter der Ruine und den erhaltenen Bauteilen in den Jahren 1948 und, vor allem, 1956, förderten Reste des römischen Lagers Argentoratum zutage sowie Fundamente der Apsis eines Gebäudes aus dem späten 4. bzw. frühen 5. Jahrhundert. Es handelte sich - wenn dieses eine Kirche wäre - um das älteste erhaltene Gemäuer eines christlichen Gotteshauses auf elsässischem Boden.[1] Tatsächlich liegt hier aber wahrscheinlicher die Principia des Lagers vor, deren Bausubstanz später in eine Kirche umgewandelt wurde.

1959–1965 wurde das heutige, sehr schlichte Langhaus in einem an gotischen Gewölben inspirierten Stil errichtet. Authentisch aus dem 13. Jahrhundert erhalten sind das Querschiff mit niedriger Vierungskuppel sowie der Chor und die Apsis. Von den ursprünglich in der Kirche aufbewahrten Kunstwerken sind im Frauenhausmuseum Wandteppiche sowie im Stephansgymnasium selber Reliquienbüsten aufbewahrt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fouilles romaines sous l'église Saint-Étienne à Strasbourg (französisch)

Weblinks[Bearbeiten]

48.5833333333337.7558333333333Koordinaten: 48° 35′ 0″ N, 7° 45′ 21″ O