Stephen Abas

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Stephen Anthony Abas (* 12. Januar 1978 in Santa Ana, Kalifornien) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Ringer. Er war Gewinner der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2004 im freien Stil im Bantamgewicht.

Werdegang[Bearbeiten]

Stephen Abas wuchs in Hayward, Kalifornien auf und begann an der James Logan High School in Hayward mit dem Ringen. Im Anschluss daran besuchte er von 1998 bis 2002 die California State University in Fresno. Er wurde dort von Dennis Delido trainiert und entwickelte sich zu einem hervorragenden Freistilringer. Während seines Studiums gewann Stephen Abas dreimal die NCAA Division I Collegiat Championships, was dem US-amerikanischen Studentenmeister entspricht.

Stephen Abas startete in jenen Jahren ferner für den Wan Zu Wazuri Wrestling Club in Moreno Valley, Kalifornien. Für diesen Club wurde er 1996 US-amerikanischer Juniorenmeister im Fliegengewicht und 1999, 2001, 2002 und 2004 US-amerikanischer Meister bei den Senioren im Bantamgewicht. Später ging er dann für die Sunkist Kids in Phoenix, Arizona an den Start.

Die internationale Ringerkarriere von Stephen Abas begann bereits 1994 mit einem 3. Platz bei der Junioren-Weltmeisterschaft (Cadets = bis zum 16. Lebensjahr) in Frankfort/USA in der Gewichtsklasse bis 51 kg Körpergewicht. 1996 und 1997 erreichte er bei den Junioren-Weltmeisterschaften (Juniors = bis zum 18. Lebensjahr) den 6. und den 5. Platz und im Jahre 1998 gelang ihm bei der Junioren-Weltmeisterschaft (Espoirs = bis zum 20. Lebensjahr) in Las Vegas ein ganz großer Erfolg, denn er wurde im Bantamgewicht vor dem Usbeken Mais Ibadow und dem Iraner Mehdi Nikmanesh Junioren-Weltmeister.

Bei den Senioren benötigte Stephen Abas dann einige Zeit, bis er an diese großen Erfolge im Juniorenbereich anknüpfen konnte. Immerhin erreichte er im Jahre 2000 bei der Studenten-Weltmeisterschaft in Tokio, die ausgezeichnet besetzt war, einen guten 4.Platz im Bantamgewicht. Bei der Weltmeisterschaft 2001 in Sofia erreichte er nur den 16. Platz, weil er gleich in der 1. Runde gegen den späteren Weltmeister German Kontojew aus Weißrussland verlor.

Stephen Abas gab aber nicht auf und gewann 2002 und 2003 jeweils ein stark besetztes Weltcup-Turnier und wurde im Jahre 2003 Sieger bei den Panamerikanischen Spielen in Santo Domingo. Bei der US-amerikanischen Ausscheidung (Trials) für die Olympischen Spiele in Athen besiegte er dann seinen großen Konkurrenten Samuel Henson und durfte die USA bei diesen Spielen im Bantamgewicht vertreten. Er kämpfte sich dort mit Siegen gegen Ghenadie Tulbea aus Moldawien, René Montero aus Kuba, Li Zhengyu aus China und Chikaru Tanabe aus Japan bis in das Finale durch. In diesem war er jedoch letztlich gegen Mawlet Batirow aus Russland chancenlos und unterlag deutlich mit 1:9 Punkten. Er konnte sich aber über die Silbermedaille freuen.

Nach 2004 war Stephen Abas nur mehr bei einem Weltcup-Turnier in Taschkent am Start, das er auch gewann. Stephen Abas versuchte sich 2008 bei den Olympia-Trials für die Olympischen Spiele in Peking zu qualifizieren. Er scheiterte aber im entscheidenden Kampf gegen Henry Cejudo, der später in Peking auch Olympiasieger wurde. Seit einigen Jahren arbeitet er als Assistenztrainer an der California State University in Fresno.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse
1994 3. Junioren-WM (Cadets) in Frankfort/USA bis 51 kg hinter Cemil Kaskaya, Türkei u. Sanjay Kumar, Indien u. vor Dumitru Socaliuc, Rumänien u. Masaru Noguchi, Japan
1996 6. Junioren-WM (Juniors) in Moskau Fliegen hinter Mais Ibadow, Usbekistan, Akbar Behtari, Iran, Otar Tuschischwili, Georgien, Aslanbek Estebesons, Kirgisistan u. Agaren Akopjan, Armenien
1997 5. Junioren-WM (Juniors) in Helsinki bis 56 kg hinter Alireza Dabir, Iran, Bator Dschargalow, Russland, Octavian Cuciuc, Moldawien u. Viktor Bilokupniy, Ukraine u. vor Mais Ibadow
1998 1. Junioren-WM (Espoirs) in Las Vegas Fliegen vor Mais Ibadow, Mehdi Nikmanesh, Iran, Sanjay Kumar u. Wassili Fedoryschin, Ukraine
2000 1. Dave-Schultz-Memorial in Colorado Springs Fliegen vor Wilfredo Garcia Quintana und René Montero, beide Kuba
2000 4. Studenten-WM in Tokio Fliegen hinter Aleksander Karnitzki, Ukraine, Kiril Pawlow, Bulgarien u. Luwsangiin Enchbajar, Mongolei u. vor Shingo Harai, Japan u. Saeed Azarbayjani, Kanada
2001 4. World Cup in Baltimore Fliegen hinter Gholamreza Mohammadi, Iran, Atscham Achilow, Usbekistan, Alexander Kontojew, Russland u. vor Treague Moore, USA u. Vedat Özdemir, Türkei
2001 16. WM in Sofia Fliegen Sieger: Herman Kontojew, Weißrussland vor Babah Noursad, Iran u. Alexander Kontojew
2002 1. Welt Cup in Spokane/USA Bantam vor Kim Jong-dae, Südkorea, Bajaraagiin Naranbaatar, Mongolei, Michail Japaridze, Kanada u. Nassie Abdulajew, Russland
2003 1. Welt Cup in Boise/USA Bantam vor Teague Moore, Vasili Zeiher, Deutschland, Alexander Kontojew u. Gevor Markarjan, Ukraine
2003 1. Pan Amerikanische Spiele in Santo Domingo Bantam vor René Montero, Kuba, Michail Japaridze u. Antonio Gonzalez, Panama
2003 5. WM in New York Bantam hinter Dilshod Mansurov, Usbekistan, Ghenadie Tulbea, Moldawien, Alexander Sacharjuk, Ukraine u. Mohamed Aslani, Iran u. vor Amiran Kartanow, Griechenland
2004 Silber OS in Athen Bantam hinter Mawlet Batirow, Russland u. vor Chikura Tanabe, Japen, Amiran Kartanow u. Li Zhengyu, China
2005 1. Welt Cup in Taschkent Bantam vor Magomed Kjukajew, Russland, Adchan Achilow, Juri Golub, Ukraine u. Alexander Ibanez Rojas, Kuba
2008 3. Dave-Schultz-Memorial in Colorado Springs Bantam hinter Bajaraagiin Naranbaatar, Mongolei und Rischwan Gadschijew, Weißrussland

Erläuterungen[Bearbeiten]

  • alle Wettkämpfe im freien Stil
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft
  • Fliegengewicht, bis 1956 bis 52 kg, bis 2001 bis 54 kg, Bantamgewicht, seit 2002 bis 55 kg Körpergewicht

Quellen[Bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Der Ringer, Nummern: 12/2001, Seiten 4 bis 10, 10/2003, Seiten 10 bis 16 u. 9/2003, Seiten 6 bis 10
  • Database des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig

Weblinks[Bearbeiten]