Stephen McIntyre

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Stephen McIntyre (* 1947) ist ein kanadischer Bergbauspezialist und ein Kritiker der gebräuchlichen Thesen zur globalen Erwärmung, insbesondere gegenüber Michael E. Mann innerhalb der Hockeyschläger-Kontroverse sowie dem NASA Goddard Institute for Space Studies. Dabei wurde eine für die öffentliche Diskussion des Klimawandels bedeutende Veröffentlichung mit Mitteln eines Blogs und der Überprüfung statistischer Daten konterkariert. Im Web ist er mit dem Blog ClimateAudit aktiv.[1][2]

Wissenschaftlicher Hintergrund und Berufstätigkeit[Bearbeiten]

Er hat einen Bachelor of Science in Mathematik der Universität von Toronto. Ein Stipendium des MIT hat er ausgeschlagen und stattdessen philosophische, politische und wirtschaftswissenschaftliche Studien an der University of Oxford absolviert. McIntyre hat über 30 Jahre im Bereich Erzexploration gearbeitet und hier insbesondere auch Machbarkeitsstudien und wirtschaftliche Voraussagen erstellt und beurteilt, daneben auch politische Analysen für die kanadische Regierung. Er bezeichnet seine hier erarbeiteten Erfahrungen, insbesondere mit Datenreihen und entsprechenden wirtschaftlichen Folgerungen, als essentiell für seine Kritik und Methodik bei seiner Zurückweisung des Hockeyschlägerdiagramms.

Die Kontroverse um das Hockeyschläger-Diagramm[Bearbeiten]

Zusammen mit Ross McKitrick hat McIntyre die Aussagekraft des sogenannten Hockeyschläger-Diagramms aus einer Publikation von Michael E. Mann und weiteren Autoren in Frage gestellt. Kernpunkt der Diskussion war die einzigartige Geschwindigkeit der gegenwärtigen Erwärmung wie auch die regionale Ausbreitung der sogenannten Mittelalterlichen Warmzeit. McIntyre stellte in einer späteren Publikation die Sinnhaftigkeit einer globalen Durchschnittstemperatur insgesamt in Frage.

Nach Kontroversen, bei denen Mann die Herausgabe der zugrundeliegenden Daten verweigerte und die grundsätzliche wissenschaftliche Eignung der Kritiker in Frage stellte, wurde McIntyres Kritik international bekannt und teilweise anerkannt. Mann verwies auch darauf, dass viele seiner Unsicherheiten und möglichen methodischen Ungenauigkeiten im Rahmen seiner Originalstudie angesprochen wurden, was bei der Übernahme des Diagramms in andere Studien unter den Tisch gefallen sei. In der Kontroverse um die globale Erwärmung, wird bis heute die Frage nach der Richtigkeit und Bedeutung dieser Arbeit diskutiert, während das Hockeyschlägerdiagramm in der wissenschaftlichen Diskussion des Klimawandels nur eine untergeordnete Rolle spielt. Der Vierte Sachstandsbericht des IPCC von 2007 weist die Einwände von McIntyre zurück.

In Zusammenhang mit 2009 an die Öffentlichkeit geratenen Emails Manns forderte McIntyre öffentlich, Mann künftig von Peer Review-Verfahren wie von der Redaktion der IPCC-Berichte auszuschließen. Dem schlossen sich unter anderem Hans von Storch und Eduardo Zorita an, die die Auseinandersetzung mit McIntyre für die IPCC-Berichte aufgearbeitet hatten.[3] Michael Mann wehrte sich in einer Stellungnahme gegen die Vorwürfe und erläuterte den Kontext der beanstandeten Emails.[4]

Persönliches[Bearbeiten]

McIntyre ist verheiratet und hat drei Kinder und zwei Enkel.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wallstreet Journal EUROPENOVEMBER 18, 2009, 5:39 A.M. ET.OPINION Revenge of the Climate Laymen, Global warming's most dangerous apostate speaks out about the state of climate change science
  2. Kommentar von Judith Cirry
  3. Rücktrittsforderung durch von Storch gegenüber Mann im Zusammenhang mit dem Hockeyschlägerdiagramm
  4. Stellungnahme von Michael E. Mann

Weblinks[Bearbeiten]