Stephen Yaxley-Lennon

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Stephen Yaxley-Lennon (* 1983 in Luton), oft auch nur Stephen Lennon, ist ein britischer Hooligan und Anführer der rechtsextremen English Defence League (EDL). In der Öffentlichkeit tritt er als Tommy Robinson auf. Unter diesem Pseudonym verfasste er auch zwei Bücher über seine Zeit als Hooligan bei den Luton Town MIGs.

Am 8. Oktober 2013 gab die Quilliam Foundation bekannt, dass Tommy Robinson und ein anderer EDL-Funktionär, Kevin Carroll, die Organisation verlassen wollen.[1]

Leben[Bearbeiten]

Stephen Yaxley-Lennon wurde 1983 im britischen Luton geboren. Um das Jahr 2001 war er in der örtlichen Hooligan-Szene um den Club Luton Town aktiv und galt als Anführer einer gewaltbereiten Gruppe namens Luton Town MIGs (Men in Gear). Bereits damals trat er unter dem Pseudonym Tommy Robinson auf.[2] 2006 und 2007 erschienen unter dem gleichen Namen zwei Bücher, die die Geschichte der Hooligangruppe aus der Binnenperspektive erzählten. Im August 2009 stieg Yaxley-Lennon zur Führungsfigur der neu gegründeten English Defence League auf, nachdem er aus einem Richtungsstreit als Sieger hervorgegangen war. Zunächst trat er in der Öffentlichkeit nur maskiert auf, bis es im April 2010 einem Fotografen gelang, sein Gesicht zu fotografieren. Im Juni des gleichen Jahres enthüllte die antifaschistische Zeitschrift Searchlight, dass es sich bei Tommy Robinson um Yaxley-Lennon handele, der wegen des Angriffs auf einen Polizisten außer Dienst zu zwölf Monaten Gefängnis verurteilt worden war und dass dieser entgegen seiner aktuellen Distanzierung von der rechtsextremen British National Party (BNP) für zwölf Monate deren Mitglied gewesen sei.[3] 2011 bestritt Yaxley-Lennon Behauptungen von Anders Behring Breivik, wonach dieser über umfangreiche Kontakte zur EDL verfüge und an einer ihrer Demonstrationen in Bradford teilgenommen habe.[4][5][6] Er bezeichnete Breivik in einer Dokumentation als „Monster“, gab jedoch gleichzeitig an, dessen Ideologien zu teilen.[7]

Am 7. Januar 2013 wurde Yaxley-Lennon von einem britischen Gericht zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt, weil er mit dem Reisepass eines Freundes illegal in die USA eingereist war.[8] Er legte gegen das Urteil Berufung ein und wurde am 22. Februar 2013 mit einem elektronischen Ortungssystem ausgestattet und aus der Untersuchungshaft, in welcher er sich seit Ende Oktober des Vorjahres befunden hatte, entlassen.[9][10]

Publikationen[Bearbeiten]

Quellen und Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Nigel Copsey: The English Defence League: Challenging our Country and our Values of Social Inclusion, Fairness and Equality. Faith Matters, www.faith-matters.com, 2010. (Online als PDF)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.quilliamfoundation.org/press-releases/quilliam-facilitates-tommy-robinson-leaving-the-english-defence-league/
  2. Copsey 2010, S. 8.
  3. Copsey 2010, S. 13–14.
  4. Mark Hughes: The Daily Telegraph: Norway killer Anders Behring Breivik had extensive links to English Defence League. In: The Daily Telegraph, 25. Juli 2011. Abgerufen am 17. September 2011. 
  5. Gordon Rayner: Norway killer Anders Behring Breivik emailed 'manifesto' to 250 British contacts, Telegraph. 26. Juli 2011. Abgerufen am 29. November 2011. 
  6. BigJay: Official Statement – Anders Brievik. BigJay. Abgerufen am 20. Oktober 2013.
  7. Video ZDFzeit: Deutschland in Gefahr? in der ZDFmediathek, abgerufen am 9. Februar 2014 (offline)
  8. BBC World News: EDL leader Stephen Lennon jailed for false passport offence
  9. Christopher Arden: English Defence League leader 'released from jail', Guardian. 22. Februar 2013. 
  10. Dominic Gover: EDL Leader Tommy Robinson Faces Trial for Passport Allegation after 9/11 US Speech, International Business Times. 22. Oktober 2012. Abgerufen am 22. Februar 2013.