Stereologie

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Stereologie (von griechisch stereos = fest, körperlich) im ursprünglichen Wortsinn ist die räumliche Interpretation von Schnitten. Sie beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Schnitten durch Körper (und Projektionen) zu den Körpern selbst. Zur Anwendung kommen dabei überwiegend Methoden der Geometrie und Statistik, insbesondere der Stochastischen Geometrie.

Praktische Anwendung findet die Stereologie in der Materialwissenschaft, insbesondere in der Metallographie, wo auf Grundlage angeätzter Schliffe eine quantitative Beschreibung des Materials gewonnen wird, sowie in der Histologie.

Da es zumeist nicht möglich und notwendig ist die räumliche Struktur exakt zu erfassen, beschränkt man sich darauf einige wesentlich Eigenschaften des Materials durch Parameter auszudrücken. Diese werden gewonnen, indem charakteristische Parameter der ebenen Fläche (z. B. die mittlere Fläche der einzelnen Kristalle, Risshäufigkeit) umgerechnet werden.

Viele Arbeiten auf diesem Gebiet werden im Journal of Microscopy und in der Zeitschrift Image Analysis and Stereology veröffentlicht. Beides sind offizielle Organe der International Society for Stereology, einer wissenschaftlichen Gesellschaft mit Mitgliedern aus vielen verschiedenen Arbeitsfeldern, u.a. Mathematik und Statistik, Medizin, Materialwissenschaft, Geologie und Informatik.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Adrian Baddeley, Eva B. Vedel Jensen: Stereology for Statisticians. Chapman and Hall/CRC, Boca Raton (2004). ISBN 1-58488-405-3.
  • Steven Evans, Ann Marie Janson, Jens Nyengaard: Quantitative methods in neuroscience. Oxford University Press, Oxford (2004). ISBN 0-19-850528-0.
  • John C. Russ, Robert T. DeHoff: Practical stereology. Plenum Press, New York (2000). ISBN 0-306-46476-4.
  • Dietrich Stoyan, Wilfried S. Kendall, Josef Mecke: Stochastic Geometry and Its Applications. 2. Auflage, Wiley, Chichester (1995). ISBN 978-0-471-95099-8.
  • Mouton, Peter R.: History of Modern Stereology, IBRO History of Neuroscience(2005).