Stern von Vergina

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Der Stern von Vergina
Inoffizielle Flagge der griechischen Region Makedonien
Flagge der Republik Mazedonien 1992–1995

Der Stern von Vergina, ein sechzehnstrahliges Sonnensymbol (die englische Bezeichnung Vergina sun ist daher korrekter), war nach Meinung des griechischen Archäologen Manolis Andronikos das Emblem der makedonischen Königsdynastie zur Zeit Philipps II. und Alexanders des Großen.

Geschichte des Fundes[Bearbeiten]

Das Symbol des Sterns von Vergina wurde 1978 bei archäologischen Ausgrabungen in den gleichnamigen Königsgräbern in der griechischen Region Makedonien entdeckt. Die griechische Post ELTA verausgabte zwei Mal eine Briefmarke mit den Stern von Vergina, 1979 und 1992, die griechische Nationalbank 1990 eine Münze. Als 1987 die Regionen Griechenlands abgeschafft wurde (später wiedereingeführt) entwickelte sich eine Flagge, die den Stern von Vergina in Gold auf blauem Grund trägt zum identitätsstiftenden Zeichen der Griechischen Makedonier. In Anbetracht dass die griechische Regierung dies als separatistischen Schritt fehl-interpretierte, erlangte die Flagge nie offiziellen Status, gelangte jedoch auch in den amtlichen Gebrauch, z.B. benutzen zwei Einheiten der griechischen Streitkräfte das Symbol auf einem Schild in ihrer Fahne.

Der Stern von Vergina war Bestandteil der ersten, von Griechenland nicht anerkannten Flagge des Staates Mazedonien, wurde aber nach Protesten Griechenlands, das den Stern ebenfalls als nationales Symbol beansprucht, durch eine achtstrahlige Sonne ersetzt.

Griechenland hat 1995 bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) die exklusiven internationalen Rechte für den Stern von Vergina beansprucht.

Historische Herleitung[Bearbeiten]

Die Identifizierung als Emblem wird von Manolis Andronikos mit der Häufung des Symbols im Grabzusammenhang begründet.[1] Neben dem sechzehnstrahligen Stern auf der großen Aschenkiste gibt es einen zwölfstrahligen - als "Rang" gedeutet - Stern auf der kleinen Aschenkiste (die als einer Witwe zugehörig angesehen wird), tauchen Reste des Symbols auch auf gefundenen Schilden auf. Außerdem taucht der Stern häufig auf hellenistischen Münzen und Schilden auf.[2]
Erhebliche Zweifel an der Identifizierung als "Emblem" bietet die weite Verbreitung ähnlicher "Sterne" mit verschiedener Anzahl von Strahlen sowohl in der griechischen wie auch nichtgriechischen Kunst als einfaches Verzierungsmuster,[3] so taucht das Symbol unter anderem auch auf der Schulter eines Kriegers auf einer athenischen Grabstele auf.[4] Demnach ist der "Stern von Vergina" nichts weiter als ein vom Handwerker mehr oder weniger zufällig ausgewähltes Dekor. In völligem Kontrast zur wissenschaftlich zweifelhaften Deutung steht der dem Symbol von der Republik Mazedonien und Griechenland zugemessene Wert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Florian Martin Müller: Der „Stern von Vergina“ – Vom Emblem der makedonischen Königsdynastie zum nationalen Symbol Griechenlands? In: Elisabeth Walde (Hrsg.): Bildmagie und Brunnensturz. Visuelle Rhetorik von der klassischen Antike bis zur aktuellen medialen Kriegsberichterstattung. StudienVerlag, Innsbruck/Wien/Bozen 2009, S. 364–380, ISBN 978-3-7065-4686-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sun of Vergina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Μανόλης Ανδρόνικος, Βεργίνα, Θεσσαλονίκη, 1983
  2. Νικόλαος Μάρτης: Γιατί ο τάφος της Βεργίνας ανήκει στον βασιλέα της Μακεδονίας Φίλιππο Β', Το ΒΗΜΑ. January 10, 1999. 
  3. W. Lindsay Adams and Eugene N. Borza, eds. Philip II, Alexander the Great and the Macedonian Heritage, p. 82. University Press of America, 1982;
    Adams, J.P. The Larnakes from Tomb II at Vergina. Archaeological News. 12:1-7
  4. Argeads and the Vergina Sun