Sternburg (Bier)

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Der Name Sternburg, umgangssprachlich auch „Sterni“, bezeichnet zum einen die zur Radeberger Gruppe gehörende Biermarke aus Leipzig, doch zum anderen wird er häufig für deren meistverkauftes Produkt „Sternburg Export“ verwendet. Mit einem Marktanteil von 9,5 % im Jahr 2006[1] ist Sternburg die Biermarke mit dem größten Absatz in Ostdeutschland, wobei bis 2011 komplett auf Werbung verzichtet wurde.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Sternburg Export
Sternburg Hefeweizen im Kaufhallenregal

Der Ursprung von Sternburg reicht bis in das Jahr 1278 zurück, in dem eine Brauerei im Rittergut zwischen Elster und Mühlteich erstmals urkundlich erwähnt wurde. Nachdem das Rittergut Lützschena sowie die gutsherrliche Brauerei 1405 von Wilhelm von Mechfritz erworben wurden, ging das Rittergut 1822 in den Besitz von Maximillian Speck über, der es erworben hatte, um dort Schafe zu züchten. Als Maximillian Speck geadelt wurde, bat er, sich Sternburg nennen zu dürfen. Zunächst durfte aber das Bier in Leipzig nicht verkauft werden, und so erwarb Speck den Leipziger Burgkeller und erhielt im April 1823 die Ausschankgenehmigung vom Leipziger Stadtrat. Damals wurden etwa 30.000 Hektoliter Bier pro Jahr verkauft.

1948 wurde der Besitz in Volkseigentum überführt, um 1968 einen Betriebsteil des VEB Getränkekombinates Leipzig zu bilden. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde 1990 das eigenständige Unternehmen „Sternburg Brauerei GmbH“ in Kooperation mit dem Stuttgarter Hofbräu gegründet. Durch den Wegfall von Exportmöglichkeiten ging das Produktionsvolumen auf 60.000 Hektoliter zurück.

So erfolgte der Verkauf an die Sachsenbräu AG, der mit der Schließung des Brauereistandortes Lützschena und der Verlagerung der Produktion in die Reudnitzer Brauerei einherging. Das Unternehmen wurde somit zur 100-prozentigen Tochter der Dortmunder Brau & Brunnen AG.

1992 erfolgte die Wiedereinführung von „Sternburg Export“ und „Sternburg Pilsener“ im Niedrigpreissegment. 1997 wurde die Sorte „Sternburg Schwarzbier“ eingeführt und „Sternburg Export“ erhielt das CMA-Gütesiegel. Sowohl „Sternburg Pilsener“ erhielt ein Jahr später das CMA-Gütesiegel, als auch „Sternburg Schwarzbier“ im Jahr 1999.

2002 erreichte Sternburg Export in Deutschland einen Exportbiermarktanteil von 48 %[3] und die Sorte „Sternburg Radler“ wurde eingeführt, „Sternburg Diesel“ folgte 2003 und „Sternburg Doppelkaramel“ 2004. Im Jahr 2005 folgte die Sorte „Sternburg Hefeweizen“.

Seit dem 1. Januar 2006 ist die Marke Teil der Radeberger Gruppe KG. Die letzte Neueinführung war im Jahr 2008 das „Sternburg Urtyp“.

Sorten mit Jahr der Einführung (nach der Wende)[Bearbeiten]

Firmierungs-Chronik[Bearbeiten]

Bierausstoß der Sternburg Brauerei in hl
2002
  
1,400.000 [4]
2003
  
1,700.000 [4]
2004
  
1,830.000 [5]
2005
  
2,000.000 [5]
2006
  
1,870.000 [6]
2007
  
1,740.000 [7]
2008
  
1,640.000 [8]
2009
  
1,410.000 [9]
2010
  
1,233.000 [10]
2011
  
1,078.000 [11]
  • ab 1882: Alexander Freiherr Speck von Sternburg’sche Dampfbrauerei
  • ab 1912: Freiherrlich von Sternburg’sche Brauerei
  • ab 1948: Brauerei Sternburg GmbH
  • ab 1949: VVB Venag, VEB Brauerei Sternburg
  • ab 1952: VVB d. Brau- und Malzindustrie, VEB Brauerei Sternburg
  • ab 1958: VEB Brauerei Sternburg Lützschena
  • ab 1964: VEB (K) Brau- und Malzkombinat Sternburg Lützschena, Werk I
  • ab 1969: VEB Brau- und Malzkombinat Sternburg Lützschena, Werk I
  • ab 1990: VEB Exportbierbrauerei Sternburg im VEB Getränkekombinat Leipzig
  • ab 1991: Sternburg Brauerei Lützschena GmbH

Trivia[Bearbeiten]

Magazin
Zur Biermarke Sternburg gibt es ein eigenes Fan-Magazin. Das Sterni erscheint als eMagazin regelmäßig auf der Sternburg-Homepage. Es wurde im Jahr 2006 von der Leipziger Agentur 4iMEDIA entwickelt und wird heute noch produziert. Inhalt sind Geschichten von Fans der Marke und Bands, die Songs über Sternburg geschrieben haben. Die Leser können auch an Umfragen teilnehmen, die sich um Musik oder die Lieblings-Bier-Sorte drehen.
Werbeaktion
Im Vorfeld der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2011 fiel Sternburg durch eine Guerilla-Marketing-Kampagne auf, bei der Werbeplakate für das Bier mit wahlkampftypischen Slogans zwischen echten Wahlplakaten politischer Parteien aufgehängt wurden.[12][13]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leipziger Volkszeitung (Supplement) vom 4. Mai 2007
  2. http://www.ogilvy.de/Ogilvy-Deutschland/Ogilvy-Mather-Berlin/Presse/2011/Ogilvy-Mather-Berlin-gewinnt-Sternburg
  3. http://www.sternburg-bier.de/tradition.html
  4. a b http://fzarchiv.de/Fachzeitschriften/Getraenke-Fachzeitschriften/Brauindustrie/2004/03_04/BI_03-04_Brauindustrie_in_Zahlen.pdf
  5. a b http://www.oettinger-bier.de/presse33.htm
  6. http://aktiongutesbier.de/statistik-bier-und-brauereien/
  7. http://www.iec.tu-freiberg.de/studenten/lehrv/pdf/TU-Vorlesung_9-12.pdf
  8. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/3350/umfrage/biermarken-mit-dem-groessten-absatz-im-jahr-2008/
  9. http://www.inside-getraenke.de/fileadmin/_temp_/Bierhitliste_2009.pdf
  10. http://www.inside-getraenke.de/fileadmin/user_upload/PDF/Bierhitliste_2010.pdf
  11. http://www.inside-getraenke.de/fileadmin/user_upload/PDF/Bierhitliste_2011.pdf
  12. Blogrebellen Kreuzberg
  13. Tommy Berlin