Stetschkin APS

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stetschkin APS
Pistol APS.jpg
Allgemeine Information
Zivile Bezeichnung: Stetschkin APS
Militärische Bezeichnung: 56-A-126 (GRAU-Index)
Entwickler/Hersteller: Igor Jakowlewitsch Stetschkin,
Tulski Oruscheiny Sawod (TOS)
Entwicklungsjahr: 1948
Herstellerland: Sowjetunion
Produktionszeit: 1951 bis 1975
Waffenkategorie: Reihenfeuerpistole
Ausstattung
Gesamtlänge: 225 mm
Gesamthöhe: 152 mm
Gewicht: (ungeladen) 1,22 kg
Lauflänge: 140 mm
Technische Daten
Kaliber: 9,2 x 18 mm
Mögliche Magazinfüllungen: 20 + 1 Patronen
Kadenz: theor.: 600 - 750 Schuss Schuss/min
Feuerarten: Einzelschuss, Dauerfeuer
Anzahl Züge: 4
Drall: Rechts
Ladeprinzip: Rückstoßlader
Listen zum Thema

Die Stetschkin APS (russisch Автоматический Пистолет Стечкина – Awtomatitscheskij Pistolet Stetschkina) ist eine Reihenfeuerpistole, die in der Sowjetunion hergestellt wurde.

Entwicklung und Aufbau[Bearbeiten]

Der ursprüngliche Entwurf von Igor Stetschkin entstand kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und verwendete die Tokarew-Patrone 7,62 x 25 mm TT (M30). Als sich mit der Makarow-Pistole das Kaliber 9,2 x 18 als neue Standard-Pistolenmunition der Roten Armee durchsetzte, rüstete er seine Pistole darauf um. Dies war nicht die einzige Gemeinsamkeit: wie die Makarow ist die Waffe ein unverriegelter Rückstoßlader mit Spannabzug (Double Action). Die Energie der Patrone ist noch im Rahmen dessen, was ein so einfacher Verschlussmechanismus verkraften kann. Die Stetschkin war jedoch nicht als normale Faustfeuerwaffe konzipiert, sondern sollte zusätzlich auch Dauerfeuer schießen können und damit Aufgaben einer Maschinenpistole erfüllen können. Dafür gab es die Option, am Griff einen Anschlagschaft zu montieren. Die Feuerart kann am Sicherungshebel gewählt werden.

Einsatz[Bearbeiten]

Die Eignungstests verliefen sehr erfolgreich, wobei die Präzision und der geringe Rückstoß der Waffe hervorgehoben wurde. Durch den langen Lauf vergrößerte sich auch die Visierlinie und die Mündungslastigkeit. Die APS sollte vor allem bei Besatzungen von gepanzerten Fahrzeugen und als persönliche Waffe bei höheren Offizieren Verwendung finden. Als Pistole war sie jedoch recht schwer, der zusätzliche Holzkolben sperrig. Sturmgewehre des Typs AK-47 mit Klappschaft wurden dieser Rolle meist besser gerecht. Deshalb fand die Pistole keine große Verbreitung, und die Produktion wurde 1975 eingestellt.

Modernisierung[Bearbeiten]

Mit dem Einsatz von sowjetischen Spezialkräften wie den Speznas während des Afghanistan-Krieges stieg der Bedarf an kompakten Feuerwaffen. Dazu ersetzte man den Schaft durch eine Schulterstütze aus Profilstahl und versah die Waffe mit einem Schalldämpfer. Das Modell wurde als Stetschkin APB geführt. Damit erlangte die Waffe wieder neue Bedeutung. In der jüngeren Vergangenheit wurden neben Truppen des russischen Innenministeriums MWD auch Polizeieinheiten damit ausgerüstet.

Weblinks[Bearbeiten]