Steuerfachangestellter

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Ein Steuerfachangestellter (frühere Bezeichnung „Steuerfachgehilfe“ bzw. „Fachgehilfe in wirtschafts- und steuerberatenden Berufen“) ist der qualifizierte Mitarbeiter der Steuerberater.

Berufsbild[Bearbeiten]

In Deutschland erfordert die Führung der Berufsbezeichnung Steuerfachangestellter eine erfolgreich abgelegte Ausbildung inklusive Abschlussprüfung gemäß § 34 Berufsbildungsgesetz (BBiG) vor der regional zuständigen Steuerberaterkammer.

Die Hauptaufgabe des Steuerfachangestellten besteht darin, den Steuerberater zu unterstützen. Daher gehören zu seinen wesentlichen Aufgaben:

  • Büro- und Verwaltungsarbeiten
  • Erstellen der Finanzbuchführungen
  • Erledigen der Buchhaltung
  • Erledigen der Lohn- und Gehaltsabrechnungen
  • Erstellen von Jahresabschlüssen
  • Bearbeiten von Steuererklärungen
  • Prüfen von Steuerbescheiden
  • Ermitteln von Kosten und Erarbeiten von Einsparungsvorschlägen für Mandanten
  • An- und Abmeldungen bei Sozialversicherungsträgern sowie die Verwaltung der entsprechenden Nachweise (Lohnsteuerkarten usw.)

Auch unterstützt er den Praxisinhaber bei seiner steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Beratung der Mandanten aus Industrie, Handel, Handwerk, dem Dienstleistungsbereich sowie von Freiberuflern und Privatpersonen.

Steuerfachangestellte arbeiten keinesfalls isoliert mit Akten und Taschenrechner: Der ständige Kontakt zu Mandanten, Finanzämtern und anderen Institutionen ist ein wichtiges Aufgabenfeld. In diesem Zusammenhang sind viele Einzelfragen, manchmal erst nach gründlicher Prüfung des Einzelfalls, exakt zu beantworten.

Ausbildung[Bearbeiten]

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Die Ausbildungszeit kann unter bestimmten Voraussetzungen auf 2,5 Jahre verkürzt werden. Außerdem kann die Ausbildung in der Regel bei guten Leistungen während der Ausbildung um ein (weiteres) Halbjahr verkürzt werden. Neben der Ausbildung in der Praxis besuchen die Auszubildenden an ein bis zwei Tagen in der Woche die Berufsschule. Es wird eine Ausbildungsvergütung gezahlt, deren Höhe sich an den Empfehlungen der regional zuständigen Steuerberaterkammer orientiert.

In einigen Bundesländern, wie z.B. in Berlin, kann außerdem in einem vierjährigen dualen Ausbildungsgang der Beruf des Steuerfachangestellten erlernt sowie die allgemeine Hochschulreife erworben werden.

Ausbildungsinhalte sind nach der Ausbildungsordnung [1] vor allem folgende Fachgebiete:

  • Steuerwesen
Abgabenordnung, Bewertungsgesetz, Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer
  • Rechnungswesen
Buchführungs- und Bilanzierungsvorschriften, Buchführungs- und Abschlusstechnik, Lohn- und Gehaltsabrechnung
  • Betriebswirtschaft
  • Wirtschaftsrecht

Im Jahr 2012 wurden in Deutschland 6.702 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Auf der Rangliste der Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen in Deutschland steht der Ausbildungsberuf damit auf Rang 25.[2] Bundesweit befanden sich 2012 insgesamt 17.450 Personen in einer Ausbildung zum Steuerfachangestellten.[3] Bei weiblichen Auszubildenden liegt die Ausbildung auf Rang 16.[4]

Fortbildung[Bearbeiten]

Nach drei Jahren Berufstätigkeit als Steuerfachangestellter kann die Fortbildungsprüfung zum Steuerfachwirt erfolgen.

Steuerfachangestellte können nach zehnjähriger Berufstätigkeit außerdem die Steuerberaterprüfung ablegen. Steuerfachwirte können diese Prüfung bereits nach sieben Jahren (gerechnet ab dem Datum der Abschlussprüfung zum Steuerfachangestellten) absolvieren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verordnung über die Berufsausbildung zum Steuerfachangestellten / zur Steuerfachangestellten
  2. Rangliste der Ausbildungsberufe des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)
  3. Pressemitteilung der Bundessteuerberaterkammer
  4. Rangliste der Ausbildungsberufe – Frauen

Weblinks[Bearbeiten]