Steuerpacht

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Die Steuerpacht ist ein Verfahren zur Steuererhebung, bei dem ein Staat Steuern und Abgaben nicht selbst einzieht, sondern über Privatleute (Steuerpächter), an die die Steuereinnahmen gegen Vorkasse oder laufende Zahlungen verpachtet werden. Die Zahlungen der Steuerpächter können vom Staat festgesetzt sein oder das Recht zur Steuererhebung kann im Vorhinein ersteigert werden.

Von besonderem historischen Interesse ist die Steuerpacht („Abonnement fiscal“) im absolutistischen Frankreich, Ferme générale sowie bei den altrömischen publicani. Zu Vor- und Nachteilen der Steuerpacht siehe publicani.

Auch im Osmanischen Reich war die Steuerpacht („malikâne“ / „iltizam“) bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts üblich (Abschaffung während der Tanzimat-Ära). Als willkürlich empfundene Gewalttaten der Steuerpächter („mültezim“, Ez.) bewirkten eine allgemeine Unzufriedenheit im Volk.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl H. Becker: Steuerpacht und Lehnwesen. Eine historische Studie über die Entstehung des islamischen Lehnswesens. In: Der Islam. Bd. 5, Nr. 1, 1914, ISSN 0021-1818, S. 81–92, doi:10.1515/islm.1914.5.1.81.
  • Martin Hackenberg: Die Verpachtung von Zöllen und Steuern. Ein Rechtsgeschäft territorialer Finanzverwaltung im Alten Reich, dargestellt am Beispiel des Kurfürstentums Köln (= Studien zu Policey und Policeywissenschaft). Klostermann, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-465-03177-6 (Zugleich: Frankfurt am Main, Universität, Dissertation, 2000).
  • Fritz Herrenbrück: Steuerpacht und Moral. Zur Beurteilung des „telônes“ in der Umwelt des Neuen Testaments. In: Hildegard Temporini, Wolfgang Haase (Hrsg.): Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. Teil 2: Principat. Band 26: Wolfgang Haase (Hrsg.): Religion – Vorkonstantinisches Christentum: Neues Testament (Sachthemen). Teilband 3. de Gruyter, Berlin u. a. 1996, ISBN 3-11-015006-9, S. 2221–2297, (zugehöriges Quellenverzeichnis).

Weblinks[Bearbeiten]