Steyerberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Fleckens Steyerberg
Steyerberg
Deutschlandkarte, Position des Fleckens Steyerberg hervorgehoben
52.5702777777789.023611111111127Koordinaten: 52° 34′ N, 9° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Nienburg/Weser
Höhe: 27 m ü. NHN
Fläche: 101,92 km²
Einwohner: 5200 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31595
Vorwahlen: 05764, 05023 (Wellie)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: NI
Gemeindeschlüssel: 03 2 56 030
Fleckengliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Fleckenverwaltung:
Lange Str. 21
31595 Steyerberg
Webpräsenz: steyerberg.de
Bürgermeister: Heinz-Jürgen Weber[2] (CDU)
Lage des Fleckens Steyerberg im Landkreis Nienburg/Weser
Steinhuder Meer Nordrhein-Westfalen Landkreis Diepholz Landkreis Oldenburg Landkreis Schaumburg Landkreis Heidekreis Landkreis Verden Region Hannover Balge Binnen Binnen Binnen Binnen Bücken Diepenau Drakenburg Estorf (Weser) Eystrup Eystrup Gandesbergen Hämelhausen Hämelhausen Haßbergen Haßbergen Hassel (Weser) Hassel (Weser) Heemsen Hilgermissen Hoya Hoyerhagen Husum (bei Nienburg) Landesbergen Leese Liebenau (Niedersachsen) Linsburg Linsburg Marklohe Nienburg/Weser Pennigsehl Raddestorf Rehburg-Loccum Rodewald Rohrsen Schweringen Steimbke Steyerberg Steyerberg Stöckse Stolzenau Uchte Warmsen Wietzen WarpeKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Flecken

Steyerberg ist ein Flecken im Landkreis Nienburg (Niedersachsen). Der Flecken Steyerberg hat eine Verwaltungskooperation mit der Samtgemeinde Marklohe und der Samtgemeinde Liebenau in Form des Zweckverbandes „Linkes Weserufer“ geschlossen.

Geographie[Bearbeiten]

Steyerberg liegt in der Mittelweserregion. An den Flecken grenzt die Samtgemeinde Liebenau im Norden, die Samtgemeinde Uchte im Westen, die Samtgemeinde Landesbergen im Osten und die Gemeinde Stolzenau im Süden. Durch Steyerberg fließt die Große Aue. Auffällig ist der 'Steyerberger Berg', die einzige größere Erhebung im Flecken.

Fleckengliederung[Bearbeiten]

Ortsteile mit der Anzahl der Einwohner (Stand: 30. Juni 2010)
Bruchhagen 0233 Einwohner
Deblinghausen 0553 Einwohner
Düdinghausen 0287 Einwohner
Sarninghausen 0214 Einwohner
Sehnsen 0114 Einwohner
Steyerberg 3061 Einwohner
Voigtei 0356 Einwohner
Wellie 0502 Einwohner

Der frühere Ort „Rießen“ ist nun ein Teil des Fleckens Steyerberg - Eine Straße, in der sich die Kirche befindet.

Geschichte[Bearbeiten]

Steyerberg 1654
Der Amtshof
Amtshof (Luftaufnahme)

Steyerberg wurde 1259 erstmals urkundlich erwähnt. Steyerberg war eine Burg, die zum Schutz des Territoriums der Hoyaer Grafen vor den Mindener Bischöfen und als Gegenburg gegen die Festung Novum Castrum (Neues Haus) erbaut wurde. Möglicherweise stand die Steyerberg auf dem Land der Bischöfe, die das als Provokation ansahen. Ab 1265 war Steyerberg daher Streitapfel zwischen den Grafen von Hoya und den Bischöfen von Minden, die beide Besitzansprüche erhoben. Durch die Errichtung einer Burg auf dem Knappsberg konnten sich die Grafen von Hoya als Landesherren behaupten. Seitdem war Steyerberg Amtssitz. Nach Aussterben der Hoyaer Grafen fiel Steyerberg 1582 an die Herzöge zu Braunschweig Lüneburg. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Steyerberg 1625 und 1636 geplündert und in Brand gesteckt. Um 1800 wurde Steyerberg durch Truppen Napoleons besetzt. Ab 1829 gehörte Steyerberg zum Amt Stolzenau. Nach Aufhebung der Ämter 1867 gehörte Steyerberg zum Kreis Stolzenau, der 1932 mit dem Landkreis Nienburg/Weser vereinigt wurde. Die 1968 gebildete Samtgemeinde Steyerberg wurde 1974 zur Einheitsgemeinde Flecken Steyerberg zusammengeschlossen. Die ehemals selbstständigen 8 Gemeinden wurden damit zu Ortsteilen.

Wann die Grafen von Hoya den Ort zu einem Flecken erhoben lässt sich nicht genau ermitteln, es wird aber im 14. Jahrhundert gewesen sein. Von 1549 bis 1766 hatte eine Linie der Adelsfamilie Münchhausen als Drosten ihren Sitz in Steyerberg. 1573 verstarb hier der bekannte Feldobrist Hilmar von Münchhausen. Später wurden seine Söhne mit Steyerberg belehnt, darunter Statius von Münchhausen. Seit 1589 gibt es Schützenfeste in Steyerberg.

Zwischen 1939 und 1945 bestand in unmittelbarer Umgebung der Orte Steyerberg und Liebenau unter dem Decknamen "Karl" die größte Munitionsfabrik des deutschen Chemie- und Rüstungsunternehmens EIBIA G.m.b.H.[3]

Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Steyerberg von den Briten eingenommen, nachdem im Steyerberger Bahnhof ein Zug mit Munitionsgütern gesprengt wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Bruchhagen, Deblinghausen, Düdinghausen, Sarninghausen, Sehnsen, Vogtei und Wellie eingegliedert.[4]

Politik[Bearbeiten]

Rat[Bearbeiten]

Die 17 Sitze des Rates des Fleckens Steyerberg verteilen sich wie folgt:

Bürgermeister Weber (CDU) 1 Sitz (Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011; Bürgermeisterwahl 22. September 2013)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Kirche Sankt Katharinen zu Rießen am östlichen Ortseingang von Steyerberg wurde in wesentlichen Teilen etwa von 1180 bis 1250 erbaut. Die Orgel von Christian Vater stammt aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. In der Turmhalle steht ein romanischer Taufstein, der vermutlich aus dem 10. Jahrhundert stammt. Die Grabkammer der Familie des Söldnerführers Hilmar von Münchhausen mit einem hölzernen Epitaph ist an die Kirche angebaut.

Der Amtshof der Grafen von Hoya wurde auf den Resten der Burg Steyerberg um 1550 erbaut.

In der Kriegsgräberstätte Deblinghausen wurden etwa 2.000 tote Zwangsarbeiter der Pulverfabrik - darunter viele sowjetische Kriegsgefangene - beigesetzt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Erwerbstätige[Bearbeiten]

Am 30. Juni 2010 arbeiteten 1.489 Männer und Frauen als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Flecken Steyerberg.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahn und Busverkehr

Nächstgelegene Bahnhöfe sind Nienburg (Weser) an der Bahnstrecke Bremen–Hannover und Leese-Stolzenau an der Weser-Aller-Bahn, außerdem Rahden an der Ravensberger Bahn.

Die Verbindung der Ortsteile untereinander und mit den umliegenden Orten erfolgt über Orts- und Regiobuslinien der Verkehrsgesellschaft Landkreis Nienburg (Linien 10, 15, 16, 17 und 19).

Straße

Der Flecken Steyerberg ist über die L 349 und L 350 zu erreichen. Außerdem verfügt er über eine eigene Umgehungsstraße mit 5 Abfahrten in Richtung Ortszentrum. Die nächsten Autobahnanschlüsse sind

Industrie[Bearbeiten]

In der Gemeinde Steyerberg gibt es mehrere Gewerbegebiete: Auf dem Acker, Am Hasenberge und Auf dem Lichtenberge (in Planung). Im Gewerbegebiet 'Auf dem Acker' sind ein Büromöbelwerk, ein Autohaus, zwei Tankstellen, eine Spedition, ein Bekleidungswerk und weitere Betriebe angesiedelt. Im Gewerbegebiet 'Am Hasenberge' befindet sich ein Chemiewerk. Im Ortsteil Wellie gibt es zwei Ziegeleien, von denen eine aber seit einigen Jahren stillgelegt ist.

Bildung[Bearbeiten]

Im Ort Steyerberg sowie in den Ortsteilen gibt es mehrere Bildungs- und Betreuungseinrichtungen:

  • Kindergarten 'Wurzelhöhle', Steyerberg
  • Kindergarten 'Wolkentraum', Steyerberg
  • Kindergarten 'Lummerland', Voigtei
  • Grundschule Deblinghausen
  • Grund- und Hauptschule 'Waldschule' Steyerberg
  • Mit dem Lebensgarten[5] beherbergt Steyerberg eine der größten (100 Bewohner) und ältesten (1984) Lebensgemeinschaften in Deutschland. Der Lebensgarten ist auch Sitz eines Bildungs- und Seminarzentrums und des Ende 2005 gegründeten Vereins für Achtsamkeit & Verständigung e.V.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Gade: Historisch-geographisch-statistische Beschreibung der Grafschaften Hoya und Diepholz. Nienburg 1901
  • Arnold Pieper: Aus Steyerbergs vergangenen Tagen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Wechsel im Bürgermeisteramt auf dieharke.de, abgerufen am 14. Oktober 2013.
  3. Website zur Geschichte der Pulverfabrik
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 199.
  5. http://www.lebensgarten.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Steyerberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien