Stift Arnoldstein

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Das Stift Arnoldstein ist ein ehemaliges Kloster der Benediktiner (OSB) in Arnoldstein in Kärnten in Österreich.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Die Burg Arnoldstein

Der spätere Stift Arnoldstein wird als Burg erstmals urkundlich in den Jahren 1085/90 erwähnt. Ihren Namen erhielt die Burg nach ihrem Bauherren Arnold, welcher wahrscheinlich ein bambergischer Ministeriale war, ansonsten jedoch nicht urkundlich erwähnt ist.

[Bearbeiten] Benediktinerkloster Arnoldstein (1106 - 1783)

Das Kloster wurde 1007 durch Bischof Otto von Bamberg gegründet. Der erste beurkundete Abt von St. Paul im Lavanttal war 1126 Ingram. Zuvor scheint Arnoldstein nur ein Priorat gewesen zu sein. 1126 wurde der Friedhof des Stiftes geweiht. Die weiteren wenigen Nachrichten über den Konvent schildern die Probleme mit den Vögten. Da unter anderem die Herren von Ras ihre Machtposition als Schutzherren missbraucht haben, zog 1176 der Kärntner Herzog die Vogtei an sich. Missernten, ein Heuschreckeneinfall und schließlich das Erdbeben vom 25. Jänner 1348, welches einen gewaltigen Felssturz vom Dobratsch zur Folge hatte, brachten das Kloster in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Durch den Felssturz waren Besitzungen des Klosters, der Kirche und das Dorf St. Johann verschüttet worden. Trotz der Wiederherstellungen, welche durch Urkunden bis 1391 belegt werden, ging die Bevölkerung zurück, wohl auch unter Einfluss der europaweiten Pestepidemie. 1391 übergab der Patriarch von Aquileja dem Stift die Pfarre Hermagor als Kompensation für die wirtschaftlichen Probleme. Trotz weiterer Schenkungen, Stiftungen und Privilegien war es dem Konvent nicht möglich, seine Schulden zu begleichen. Im 15. Jahrhundert hatten die Arnoldsteiner Mönche Schwierigkeiten, die Pfarre Hermagor zu betreuen, selbst ein geschlossener Vergleich konnte diese nicht beheben. Im Zuge dieses Streites kam es zum ersten urkundlich belegten Kärntner Hexenprozess im Landgericht Grünburg im Jahr 1465. Abt Friedrich beklagte sich noch 1507 über die Baufälligkeit und Armut des Klosters. Im Zuge der Reformation im 16. Jahrhundert war das Kloster am Rande des Ruins. Als Folge der landesfürstlichen Türkensteueren, Vernachlässigung der seelsorgerischen Pflichten sowie Streitereien mit Adeligen und Untertanen wurde das Ansehen des Klosters geschwächt. Lutherische Prediger besetzten, entgegen Mandaten der Bamberger Bischöfe, Stifte wie Thörl und saßen auf den benachbarten Schlössern.

Im Jahr 1580 besaß das Kloster Arnoldstein kurze Zeit keinen Abt. Der in diesem Jahr eingesetzte Franke Johannes Pünlein führte laut einem Visitationsbericht des Erzpriesters von 1594 ein durchaus weltliches Leben. Er las einmal im Jahr die Messe, hatte nur einen Mönch zur Seite, sein gesamtes Stiftpersonal war protestantisch, die Kirche besaß weder Kerzen noch Messgewänder, und der Altar war nicht geschmückt. Sein Nachfolger, ebenfalls ein Franke, Abt Emerich Molitor konnte die Hoffnungen des Bistums Bamberg auf Rekatholisierung nicht erfüllen. Durch Unterschlagung entstand dem Kloster ein Schaden von etwa 60.000 Gulden. In einer Bulle des Erzherzogs Ferdinand II. vom 12. April 1600 sollte das Kloster einem in St. Veit errichteten Jesuitenkolleg angeschlossen werden. Der Bischof von Bamberg konnte dies schlussendlich durch eine Zusicherung von Beiträgen zum geplanten Jesuitenkolleg abwenden. Nach der freien Wahl von Abt Daniel im Jahr 1630 blühte das Kloster auf, bis zum Großbrand im Oktober 1642. Die folgenden kurzen Aufschwünge des Klosters wurden in das Gebäude und die Ausstattung investiert. Mit der Auflösung des Patriarchats von Aquileja und dem Verkauf der bambergischen Güter an den österreichischen Staat 1759 unterstand das Kloster nun direkt dem Landesfürst.

[Bearbeiten] Die Auflösung des Klosters bis heute

1782 beschloss Kaiser Joseph II. die Aufhebung aller österreichischen Klöster die keinen Beitrag zur Krankenpflege oder Jugenderziehung leisteten. Ursprünglich wollte er das Stift St. Paul im Lavanttal aufheben, die Hofbehörden überzeugten ihn jedoch davon, dass die Aufhebung des Klosters Arnoldstein weniger Schaden anrichten würde. Am 24. November 1783 wurde somit per Hofdekret das Kloster aufgehoben. Dem Abt Otto von Größing sowie den 18 Patres wurde freigestellt in ein anderes Kloster zu wechseln oder in den Weltklerus überzutreten. Das Stiftsvermögen und die Realitäten gingen in die staatliche Verwaltung über. Die Klosterbibliothek kam an die heutige Universitätsbibliothek Klagenfurt (bis 1971 Klagenfurter Studienbibliothek). Ein Teil des Klosterarchivs ging an den Geschichtsverein für Kärnten und ist heute im Kärntner Landesarchiv in Klagenfurt. Die Räume des Klosters nutzte nun die Staatsgüterverwaltung, einigen Mietparteien und bis 1854 der Volksschule samt Lehrerwohnungen. Mit den Verwaltungsreformen von 1848 diente das ehemalige Kloster der k. k. Forstverwaltung, dem Bezirksgericht mit Steuer- und Grundbuchsamt, dem Notariat und der Kanzlei der Gemeinde Arnoldstein als Unterkunft. Ein Brand zerstörte am 16. August 1883 die Dächer und Holzdecken des Gebäudes, da man jedoch nicht bereit war Mittel für die Wiederherstellung aufzubringen, ist das Kloster seit damals eine Ruine. Im Zuge des Erwerbs des Klostergeländes durch die Gemeinde am 14. Mai 1980 wurde der Revitalisierungsverein der Klosterruine Arnoldstein gegründet.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Deuer Wilhelm: Die Klosterruine Arnoldstein, Arnoldstein 2006.

[Bearbeiten] Weblinks

46.54854722222213.709377777778Koordinaten: 46° 32′ 55″ N, 13° 42′ 34″ O

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