Stift Engelszell

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Stift Engelszell
Fassade der Stiftskirche
Fassade der Stiftskirche
Lage OsterreichÖsterreich Österreich
Koordinaten: 48° 30′ N, 13° 44′ O48.49888888888913.734166666667Koordinaten: 48° 29′ 56″ N, 13° 44′ 3″ O
Ordnungsnummer
nach Janauschek
691
Gründungsjahr 1293
Jahr der Auflösung/
Aufhebung
1786
Jahr der Wiederbesiedlung 1925 (Trappisten)
Mutterkloster Stift Wilhering
Primarabtei Kloster Morimond

Das Stift Engelszell (Cella Angelorum)[1] ist eine Trappistenabtei in der Nähe des Ortes Engelhartszell im Innviertel in Oberösterreich und das einzige Trappistenkloster in Österreich; es teilte das wechselvolle Schicksal des Landes Oberösterreich.[2] [3]

Geschichte[Bearbeiten]

Siegel der Zisterziensermönche aus mittelalterlicher Zeit
Stift Engelszell um 1674. Stich von Georg Matthäus Vischer
Teilansicht der Klosteranlage
Prachtvoller Schrein mit Ganzkörperreliquie

Das Stift wurde 1293 durch Bischof Bernhard (Wernhart) von Prambach gegründet[4] und 1295 vom Zisterzienserorden besiedelt. Als Tochterkloster von Stift Wilhering gehörte es der Filiation der Primarabtei Morimond an.

Klostergründung[Bearbeiten]

Am 12. März 1293 bekräftigte Wernhart von Prambach, Fürstbischof von Passau, er habe jenen Ort an der Donau, den man jetzt Cella Angelica - Engelszelle nennt, für die Situierung eines Zisterzienserklosters besonders geeignet gehalten. An dieser Stätte, die seit urdenklichen Zeiten Anlass zu Streit und Fehde zwischen dem Bistum Passau und seinen Nachbarn gegeben hat, sollten 12 Zisterzienser aus Wilhering als "wahre Söhne des Friedens" für alle Zeiten Ruhe und Ordnung stiften. Zudem wäre die unwirtliche Gegend kultiviert und auf halben Wege zwischen Efferding und Passau entstünde ein Gotteshaus, und Pilger und müde Wanderer bekämen eine Herberge. Diese Klostergründung wurde durch einen Stiftsbrief vom 12. März 1293 überliefert.

Der das Kloster betreffende Absatz in deutscher Sprache lautet:

Gerade in dem Bemühen nun, uns diese Einladung zunutze zu machen, haben wir jenen Ort unserer Diözese, der jetzt Engelszell genannt wird, für geeignet gehalten zur Errichtung eines Klosters des Cisterzienserordens und haben zunächst die dort gelegene Kirche, allgemein bekannt unter dem Namen Engelhartszell, gänzlich von unserer Machtbefugnis befreit, sowohl bezüglich des Diözesangesetzes, als auch in Bezug auf die Juridikationsgewalt, und haben sie unter gütiger Zustimmung unseres Kapitels für exemt erklärt mit samt ihren Kapellen, Zehenten und Annexen. Und weil wir wollen, dass diese Kirche jene uneingeschränkte Freiheit genieße, deren sich die Klöster des Cistercienserordens erfreuen, haben wir sie zugleich mit dem Markte Engelhartszell feierlich dem soeben genannten Orden geschenkt ….

Der Konvent war von 1577 bis 1618 während der Reformationszeit aufgehoben und brachte dem Stift einen erheblichen wirtschaftlichen und geistigen Niedergang. 1571 hatte eine Pestepidemie innerhalb von drei Wochen die Insassen bis auf den letzten Mönch hinweg gerafft und Administratoren verwalteten den Grundbesitz und die Einkünfte der dazu gehörigen Grundherrschaft. Dieser Niedergang wurde während der Rekatholisierung ab 1618 unter Abt Martinus Ridt, wiederum durch das Engagement des Mutterklosters Wilhering gestoppt. Das Stift kam zum Orden der Zisterzienser zurück.

Im Jahr 1699 brannten die Gebäude bis auf den Kapitelsaal nieder, auch die Klosterkirche wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Schulden zwangen dazu, Engelszell bis 1740 von Wilhering aus zu verwalten. Während der Amtszeit des Abtes Leopold Reichl wurden Kloster und Kirche im Stil des Barock in Stand gesetzt und wo nötig, neu aufgebaut. Der Fürstbischof aus Passau Graf Leopold Ernst von Firmian erteilte 1764 der neuerbauten Stiftskirche die Konsekration.[5]

Einen Tag nach dem Tod von Abt Leopold Reichl, am 7. Mai 1786 wurde das Kloster durch Kaiser Joseph II. im Zuge der Säkularisierung aufgehoben. Die Einrichtung wurde verkauft. Wertgegenstände, wie Silber und Bücher wurden konfisziert, die Orgel kam nach Linz und Bestände der Bibliothek nach Wien. Das Archiv wurde als "wertloses Papier" vernichtet. In der Folge dienten die Klostergebäude bis 1810 weltlichen Besitzern, unter anderem als Porzellanfabrik und repräsentativem Wohnsitz. Unter Kaiser Napoleon erhielt sie der Feldmarschall Carl Philipp von Wrede, nach 1868 die Grafen Pachta auf Burg Vichtenstein. [6]

1925 nach dem Ende der Monarchie Österreich-Ungarn im Jahr 1918 fanden die aus der elsässischen Abtei Oelenberg vertriebenen Trappisten, die zuvor im fränkischen Kloster Banz eine vorübergehende Bleibe gefunden hatten, in Engelszell ihr neues Zuhause. 1931 wurde Stift Engelszell zur Abtei erhoben, Prior P. Gregorius Eisvogel zum Abt gewählt und erhielt durch Johannes Maria Gföllner, Bischof der Diözese Linz im Stift Wilhering die Benediktion.

Zwischen 1939 und 1949 während des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich war Engelzell aufgelöst. Die Gestapo schloss 1939 das Kloster und vertrieb oder verhaftete die 73 Mönche. Fünf Brüder, von denen vier starben, wurden in ein Konzentrationslager deportiert.[7] Dreiundzwanzig Mönche kehrten nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 zurück und führten ihr monastisches Leben weiter. Fünf deutsche, aus der Abtei Mariastern geflohene Trappisten kamen hinzu und verstärkten den Konvent. Sie betreuten das im Kloster befindliche Pflegeheim, das in der Kriegszeit eingerichtet wurde. Das Heim wird heute von der Caritas unterhalten. Die Ordensgemeinschaft wurde im Laufe der Zeit durch das Wegsterben der Mönche immer kleiner. Von den heute hier lebenden neun Brüdern, sind vier hochbetagt; die anderen fünf sind in den laufenden Betrieb eingebunden und kümmern sich um die Pfarrseelsorge in den umliegenden Gemeinden. Sie werden durch Angestellte aus dem Laienbereich unterstützt.[8]

Das Stift Engelszell bewirtschaftet etwa 120 Hektar Wald und 80 Hektar Anbaufläche. 2 Hektar davon sind Gartenland, genug um täglich bis 160 Personen zu verpflegen. Zusätzlich ist das Kloster im Besitz gewerblicher Betriebe, eines kleinen Elektrizitätswerkes, einer Säge, einer Schlosserei und einer Schneiderei. Die Produkte der Likörfabrik und der Brauerei sind in ganz Österreich bekannt und eine beachtliche Einnahmequelle.

Stiftskirche[Bearbeiten]

Innenraum der Stiftskirche

Die heutige Stiftskirche Engelszell (1754 bis 1764 erbaut) ist eine beeindruckende Kirche im Stil des Rokoko [9] und geht auf Vorgängerbauten im Stil des Barock und der Gotik zurück, von welchen heute noch Bauteile erhalten sind. Das Gotteshaus der Marktes Engelhartszell, der 1194 als Mautstelle erstmals urkundlich erwähnt wurde, liegt in Sichtweite des Klosters Engelszell und hat eine gesonderte Baugeschichte.

Die Stiftskirche beeindruckt durch einen 76 Meter hohen, weit sichtbaren Turm und ist mit sehenswerten Kunstwerken von Johann Georg Üblhör, Joseph Deutschmann und Bartolomeo Altomonte ausgestattet. Der Baubeginn lag während der Zeit des Abtes Leopold Reichl am 9. Juni 1754. Sein Ziel war es, dem Konvent, nach dem verheerenden Brand im Jahre 1699 wieder ein renoviertes Gotteshaus zur Verfügung zu stellen. Wer die Pläne für den Bau zeichnete, ist nicht bekannt. Der Fürstbischof von Passau Graf Leopold Ernst von Firmian erteilte der Kirche am 21. Oktober 1764 die Konsekration.

Während der Bauzeit wurde ein neuer Klosterhof angelegt, an den sich auch das Refektorium, das Dormitorium und die Klosterbibliothek befanden. Zum Zeitpunkt der Weihe war vermutlich schon ein großer Teil der Inneneinrichtung im eindrucksvollen Stil des ausklingenden Barock fertig; diese Annahme ergibt sich aus der stilistischen Einordnung der Figuren und den Datierungen auf den Altarblättern. Sie Stiftskirche von Engelszell bietet ein harmonischen Gesamteindruck im Stil der Zeit des Rokoko. Möglicherweise hat Abt Leopold Reichl einen der Pläne, die für das Mutterkloster Stift Wilhering gezeichnet wurden, für Engelszell übernommen.[10]

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Außenansicht[Bearbeiten]

Von Engelhartszell führt eine Allee auf die hoch aufragende Turmfront des Stiftes Engelszell. Das Kirchengebäude ist mit der Längsseite an das Klostergebäude angelehnt, dessen hell verputzte Mauern durch gelbe Streifen gegliedert wurden, die unten und oben durch ein umlaufendes Band verbunden sind. Der mittlere Abschnitt des Langhauses ist durch Pilaster gegliedert. Die großen Fenster sind glockenförmig. Der Baukörper wird im oberen Teil durch ein Kranzgesims zum Dach hin abgegrenzt. Den Abschluss der Kirche bildet die prächtige Einturmfassade an der Westseite. Das hohe Eingangsportal ist rechts und links von einem gebänderten Sockel begleitet, die Fassade ist durch dorische Pilaster gegliedert, ein Dreiecksgiebel schließt den Portalbereich ab. Die weißen architektonischen Elemente heben sich vom gelben Untergrund ab. Eine Attika leitet vom Unterbau auf die Turmobergeschosse über. Ionische Pilaster legen sich um die Kanten des Glockengeschosses. Im Gebälk ist eine Uhr eingebaut. Die mit einem Kreuz bekrönte Haube ist mehrfach geschweift und im oberen Teil mehrfach durchbrochen.[11]´Das mit 1763 bezeichnete Portal baute der Bildhauer Joseph Deutschmann, es trägt die Initialen des Abtes Leopoldus Abbas Engelszellae (Abt Leopold II von Engelszell). Das Portal ist reich verziert und mit Putten bestückt, bekrönt ist es mit dem Wappen des Abtes.

Innenraum[Bearbeiten]

Kleine Orgelempore über dem Chorgestühl

Der Innenraum ist durch das Portal im Stile des Rokoko erschlossen, durch das man zuerst in die Turmvorhalle gelangt, die Anräume besitzt. Das Gitter in der Vorhalle trägt die Jahreszahl 1748. Der querrechteckige Altarraum mit quadratischem Chor schließt mit einer Apsis. Die Altarnischen sind durch hohe Pfeiler mit aufgelegten Pilastern abgeteilt, diese Pfeiler sind typisch für den gesamten Bau. Die Altarnischen besitzen Quertonnengewölbe. Der Chor macht den Eindruck, er wäre eine Vierung, an die sich ein kleines Querhaus anschließt. Dieser Eindruck wird auch durch das Kuppelgewölbe verstärkt. Das angenommene Querschiff entpuppt sich bei näherem Hinsehen als zwei Nischen, in dem das Chorgestühl steht. Das Langhaus ist in verschiedene Joche mit Kuppelgewölben unterteilt.[12] Ursprünglich bemalte Bartolomeo Altomonte alle Gewölbe mir Fresken. Von diesen Arbeiten sind nur die Bilder im Altarraum erhalten, sie entstanden um 1760. Das große Bild im Langhaus wurde 1839 wegen eines Gewölbeschadens abgebrochen. Die Decke des Kirchenschiff-Langhauses wurde nach einem Bauschaden ca. 1957 mit einem Gemälde von Fritz Fröhlich aus Linz zeitgemäß gestaltet. Das Fresko umfasst etwa 400 qm und ist eines der größten nachbarocken Deckenfresken. Es ist in der Formensprache der des 20. Jahrhunderts gehalten und zeigt Maria, die von einer Schar Engel umringt wird. Eine gemalte Scheinarchitektur leitet über zu Szenen aus dem alten und neuen Testament.[13] Der Chorraum ist durch eine Stufe von der übrigen Kirche erhöht. Das Chorgestühl, eine Arbeit von Joseph Deutschmann, das in zwei Reihen steht, ist mit goldgefasstem Muschelwerk und Reliefs beschnitzt. Die geschnitzten Reliefs zeigen Robert von Molesme, Bernhard von Clairvaux, Stephan Harding, die vier Evangelisten, sowie die Kirchenväter. In Muschelnischen an den Chorfenstern stehen Darstellungen der Erzengel Michael, Raphael und Gabriel. Die feingliedrig geschnitzten Figuren in Gestalt eines Jünglings schuf Deutschmann um 1753. Die Ornamentschnitzereien an der Emporenbrüstung im Bereich des Chores sind ebenfalls typisch für die Werkstatt Deutschmann.

Ausgestaltung der Stiftskirche[Bearbeiten]

Einer der sechs Seitenaltäre
  • Der Hochaltar fügt sich im Aufbau der Rundung der Apsis ein. Durch die weißen Ornamente aus Stuck und der marmorierten Fassung in Rosa und Braun erzielt er seine eindrucksvolle Wirkung. Am Tabernakel wurde Gold verwendet. Der Aufbau mit sechs Säulen erhebt sich über einem hohen Sockel mit Durchgängen an des Seiten. Hohe Fenster lassen zwischen den stuckierten Marmorsäulen ausreichend Licht in das Innere. Das Gebälk ist geschwungen und passt sich dem Verlauf des Kirchenschiffes an. Der Auszug ist reich mit Putten besetzt, in seiner Mitte befindet sich ein rundes Fenster. Der Tabernakel ist mit weißen und goldenen Ornamenten aus Stuck und Putten verziert. Ein Lamm mit dem Buch mit sieben Siegeln bekrönt ihn. Die vier lebensgroßen männlichen Heiligen vor den Säulen stellen nach neuerer Überzeugung die Heiligen Erzbischof Konrad II von Salzburg, Otto von Freising, Papst Eugen III. und Bischof Reginbert von Passau dar.[14] Johann Übler, der von 1703 bis 1763 lebte, fertigte die übrigen Stuckfiguren des Hochaltares an, bis auf die Figur des Petrus von Tarentaise waren sie wohl bis zu seinem Tod noch nicht vollendet, die unterschiedliche Qualität der Arbeiten weist darauf hin.
  • Die sechs Seitenaltäre wurden von den Künstlern, die auch den Hochaltar schufen, gebaut. So bekommt der Innenraum ein einheitliches Bild. Die Altarblätter sind durchgehend datiert, sie stammen aus der Zeit von 1759 bis 1762. Die Altäre sind braun marmoriert und besitzen jeweils einen Aufbau mit. Die Auszüge mit Voluten sind mit Putti bekrönt.[15]

Orgel[Bearbeiten]

Blick auf die Orgelempore

Die große Orgel war 1768–1770 von Franz Xaver Krismann erbaut worden, der sie aber 1788, nach der Aufhebung des Klosters, ohne Gehäuse in den Alten Dom von Linz transferieren musste. Dort wurde sie in ein neues Gehäuse eingebaut und später unter Anleitung Anton Bruckners, der sie 1855–1868 als Organist des Alten Domes spielte, durch die Orgelwerkstätte Breinbauer umgebaut. In das leerstehende Gehäuse in Engelszell stellte Johann Lachmayr 1892 ein Instrument mit 15 Registern, das aber dem Erscheinungsbild des großen Gehäuses nicht entsprach bzw. generell zu klein war. 1996 wurde die Lachmayr-Orgel ausgebaut und in der Pfarrkirche von Rauris aufgestellt, in Engelszell eine Kögler-Orgel mit 1640 Pfeifen angeschafft. Sie hat 28 Register auf zwei Manualen und Pedal.[16]

Hauptwerk C–
Principal 8′
Flauto commune 8′
Viola di Gamba 8′
Voce umana 8′
Ottava 4′
Flauto di ottava 4′
Flauto di duodecima 22/3
Quintadecima 2′
Flauto in quintadecima 2′
Flauto in decimanona 11/3
Cornetta soprana 3′
Ripieno IV
Ripieno III
Trombocini 8′
Brüstungspositiv C–
Copl 8′
Principalino 4′
Flautino 4′
Ottava 2′
Ripieno II
Trombocini 8′
Kanaltremulant
Pedalwerk C–
Contrabassi principale 16′
Bordoni 16′
Ottava 8′
Quinta 51/3
Ottava 4′
Ripieno V
Bombardoni 16′
Tromboni 8′

Gegenwart[Bearbeiten]

Deckenfresko

Seit 1995 steht Abt Marianus Hauseder der Klostergemeinschaft von 7 Mönchen (Stand 2012) vor. Eine wesentliche Rolle für die wirtschaftliche Existenz der Abtei spielt der Tourismus und der damit verbundene Verkauf von klostereigenen Produkten, wie Klosterliköre. Seit 2012 produziert das Stift auch ein Trappistenbier. Weltweit existieren neben Stift Engelszell nur sieben weitere Trappistenbrauereien: Westmalle, Achel, Chimay, Orval, Rochefort und Westvleteren in Belgien; sowie La Trappe in den Niederlanden. Das Rezept für den Magenbitter erfand ein Apotheker aus der Schweiz, es wird als Geheimnis gehütet und wird im Klosterarchiv aufbewahrt. Die Grundlage bilden 42 Kräuter, Gewürze und Wurzeln wie Bitterklee, Johanniskraut und Galgant. Insgesamt entwickelten die Brüder zwölf verschiedene Liköre.[17]

Stiftsgarten[Bearbeiten]

Der Engelsqueller Stiftsgarten dient als Ort zur Therapie für die Patienten des Pflegeheimes, ist aber auch Besuchern offen. Er ist der Meditation förderlich und erhält die Pflanzenvielfalt der Region. Der Garten umfasst folgende Bereiche:

  • Alte Weinsorten

Hier werden alte Rebsorten aus der Region angepflanzt und erhalten. Sie stammen schwerpunktmäßig aus Sigharting, Schardenberg, Pyrawang, Engelhartszell und Oberranna. Die Namen dieser Sorten sind zum großen Teil in Vergessenheit geraten.

  • Der Zweiundvierzig Kräutergarten

Die Anlage von Kräutergärten hat in Klöstern große Tradition. Sie dienten der Heilkunde und der Herstellung von Spirituosen. Viele der hier angebauten Kräuter sind Bestandteil der produzierten Liköre. Der Garten ist nach barockem Vorbild angelegt und berücksichtigt in der Wirkungsweise der Kräuter, die speziellen Körperfunktionen.

  • Der Meditationsgarten mit Labyrinth

Dieser Gartenteil befindet sich auf der Klosterwiese, er ist im Stil eines klassischen Labyrinths angelegt, die aus der Kretischen Urform entstand und christliche Symbole aufnimmt. Die Kreuzform im Zentrum steht als Sinnbild für die christlichen Werte. Die Wandelgänge sind mit Flusssteinen eingefasst, Ruhe und Verinnerlichung sollen gefunden werden und danach die Weltoffenheit fördern.

  • Alte Obstbaumsorten

In diesem Schaugarten werden regionale, alte und vom Aussterben bedrohte Obstsorten, wie Birnen, Äpfel, Kirschen und Zwetschgen angepflanzt. Ziel ist es diese Sorten zu erhalten und deren Nutzen zu vermitteln.

  • Der Wasser-Sinnesweg

Im Bereich der Mini-Donau wurde dieser Bach nach den Lehren des Hydrotherapeuthen Sebastian Kneipp angelegt. Die dort wachsenden Wasserpflanzen sind typisch für die Region.

  • Der Garten der verwirrten Sinne

Dieser Teil der Anlage ist nicht öffentlich zugängig. Er wurde für die Patienten der Caritas-Einrichtung invita angelegt, die hier therapiert werden.[18]

Cella angelorum[Bearbeiten]

Der Klosterbienenstand Cella angelorum greift eine alte klösterliche Tradition auf. Zur Produktion von Bienenwachskerzen, die für die Liturgie unerlässlich waren, hielten die Mönche seit jeher Bienenvölker, aber auch, um Honig zu gewinnen. Die Bienenstöcke werden im Hochland nach alter Tradition gehalten.

Höhere Obere[Bearbeiten]

  • Gregorius Eisvogel, 1925–1950, Titularprior, ab 1931 Abt
  • Basile Sartorio, 1950–1951, Sup. intérimaire
  • Bonaventure Diamant, 1951–1952, Superior ad nutum
  • Benno Stumpf, 1952–1966, Superior ad nutum, ab 1953 Abt
  • Willibald Knoll, 1966–1983, Abt
  • Klaus Jansen, 1982–1989, Apostol. Administrator, ab 1983 Abt
  • Nivard Volkmer, 1989–1991, Superior ad nutum
  • Marianus Hauseder, seit 1991, Superior ad nutum, ab 1995 Abt

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stift Engelszell Peda Kunstführer HrsG Stift Engelszell Kunstverlag Peda Passau ISBN 3-927296-75-9
  • Gerhard Stenzel: Von Stift zu Stift in Österreich. Mit Flugbildaufnahmen von Lothar Beckel. Verlag Kremayr & Scheriau Wien 1977, ISBN 3 218 00298 2, dort: Seite 75, Die Zelle des Friedens, Engelhartszell, Oberösterreich, Trappistenkloster, ehemaliges Zisterzienserstift Engelszell mit einer Luftbildaufnahme der Rokokokirche 1754-1763 und der zweitürigen Anlage; und Seite 177 mit einem Beitrag zur Stiftgeschichte Engelhartszell

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cella Angelorum
  2. Einziges Trappistenkloster in Österreich
  3. Wechselvolle Geschichte
  4. Gründung des Klosters
  5. Brand und Wiederaufbau
  6. Auflösung des Klosters
  7. Schließung durch die Gestapo und Deportation
  8. [1]
  9. Rokokostil
  10. Stift Engelszell Peda Kunstführer HrsG Stift Engelszell Kunstverlag Peda Passau ISBN 3-927296-75-9 Seiten 5 bis 7
  11. Stift Engelszell Peda Kunstführer HrsG Stift Engelszell Kunstverlag Peda Passau ISBN 3-927296-75-9 Seiten 7 und 8
  12. Stift Engelszell Peda Kunstführer HrsG Stift Engelszell Kunstverlag Peda Passau ISBN 3-927296-75-9 Seiten 8 und 9
  13. Stift Engelszell Peda Kunstführer HrsG Stift Engelszell Kunstverlag Peda Passau ISBN 3-927296-75-9 Seite 11
  14. Stift Engelszell Peda Kunstführer HrsG Stift Engelszell Kunstverlag Peda Passau ISBN 3-927296-75-9 Seite 15
  15. Stift Engelszell Peda Kunstführer HrsG Stift Engelszell Kunstverlag Peda Passau ISBN 3-927296-75-9 Seite 20
  16. Informationen zur Orgel
  17. Rezept
  18. Sinnesgarten

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stift Engelszell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien