Stift Obermünster (Regensburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen des Reichsstifts Obermünster
Grundriss der romanischen Basilika
Ruine der Stiftskirche Obermünster, Reste des Chorbereichs
Campanile der Stiftskirche Obermünster
Madonna im Strahlenkranz / Mondsichelmadonna. Unbekannter Künstler, 17. Jh. Ehemaliger Bestandteil der Ausstattung der zerstörten Obermünsterkirche. Heute in der Stadtpfarrkirche St. Josef in Dingolfing

Stift Obermünster ist ein ehemaliges Kanonissenstift in Regensburg in Bayern in der Diözese Regensburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Maria Himmelfahrt geweihte Stift wurde vermutlich im späten 8. Jahrhundert durch Herzog Tassilo III. oder im frühen 9. Jahrhundert durch das Herrscherhaus der Karolinger gegründet. Eindeutige urkundliche Belege fehlen. 1010 wurde es durch Heinrich II. durch Schenkungen und Gewährung von Privilegien aufgewertet, seine Position als Reichsstift blieb jedoch umstritten. 1216 wurde die Reichsunmittelbarkeit durch Friedrich II. bestätigt und gefestigt. Das Reichsstift wurde 1810 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Bis 1822 Ruhesitz der letzten Kanonissen, war es dann Klerikerseminar. 1882 wurde das bischöfliche Studienseminar St. Wolfgang in den Gebäuden eingerichtet. Im März 1945 zerstörten Bomben die Kirche mit Ausnahme des frei stehenden Turms und einen Teil der Stiftsgebäude. Nach dem Krieg wurden das bischöfliche Zentralarchiv, die Bibliothek, ein Teil der Bistumsmuseen und andere Dienststellen der Diözese in den Gebäuden untergebracht. In der Kriegsruine der Kirche empfangen die Regensburger Pfadfinder alljährlich das Friedenslicht von Bethlehem.

Äbtissinnen von Obermünster[Bearbeiten]

  • Mathilde ca. 900/945
  • Irmgard
  • Salome
  • Wikpurg 1020–1029
  •  ?
  • Willa 1052–1089
  • Hazecha 1089– ?
  • Hadamuda 1117
  • Hadwiga 1142–1177
  • Euphemia von Helffenstein 1193
  • Gertrud I. 1216
  • Jutta 1259
  • Gertrud II. 1265
  • Wilburg von Leuchtenberg 1272
  • Ryssa I. von Leuchtenberg 1286–1292
  • Ryssa II. von Dornberg 1299
  • Bertha Walterin –1325
  • Adelheid von Arenbach
  • Katharina von Murach
  • Agnes I. von Wunebach –1374
  • Elisabeth I. von Parsberg 1374–1400
  • Elisabeth II. von Murach 1400–1402
  • Margarethe I. Sattelbogerin –1435
  • Barbara von Absberg 1435–1456
  • Kunigunde von Egloffstein 1456–1479
  • Sibylla von Paulsdorff 1479–1500
  • Agnes II. von Paulsdorff 1500– ?
  • Katharina II. von Redwitz 1533–1536, †1560
  • Wandula von Schaumberg 1533–1545
  • Barbara II. von Sandizell –1564
  • Barbara III. Ratzin 1564–1579
  • Magdalena von Gleissenthal 1579–1594
  • Margarethe II. Mufflin 1594–1608
  • Katharina Praxedis von Perckhausen 1608–1649
  • Maria Elisabeth von Salis 1649–1683
  • Maria Theresia von Sandizell 1683–1719
  • Anna Magdalena Franziska von Dondorff 1719–1765
  • Maria Franziska von Freudenberg 1765–1775
  • Maria Josepha von Neuenstein-Hubacker 1775–1803

Literatur[Bearbeiten]

  • Anke Borgmeyer, Achim Hubel, Andreas Tillmann, Angelika Wellnhofer: Stadt Regensburg, Denkmäler in Bayern. Band III.37, Regensburg 1997, S. 422-433, ISBN 3-927529-92-3.
  • Claudia Märtl: Die Damenstifte Obermünster, Niedermünster, St. Paul. In Peter Schmid (Hrsg): Geschichte der Stadt Regensburg, Bd. 2, Friedrich Pustet, Regensburg 2000, S. 745-763, ISBN 3-7917-1682-4.
  • Reichsstift Obermünster in Regensburg einst und heute. (Hg. Paul Mai/Karl Hausberger) (Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg 42) Regensburg 2008

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Obermünster (Regensburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

49.0158712.095346Koordinaten: 49° 0′ 57″ N, 12° 5′ 43″ O