Stift St. Paul im Lavanttal
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Stift Sankt Paul ist ein im Jahr 1091 gegründetes Kloster der Benediktiner in Unterkärnten in Österreich.
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[Bearbeiten] Lage
Die Anlagen des Stifts St. Paul befinden sich auf einer felsigen Kuppe östlich von Sankt Paul im Lavanttal und sind weithin sichtbar.
[Bearbeiten] Geschichte
Im Frühmittelalter befand sich auf dem heutigen Gelände des Stifts die Stammburg der Kärntner Herzöge. Engelbert von Spanheim, Sohn von Graf Siegfried von Spanheim, der auf dieser Burg residierte, begab sich 1091 zum Kloster Hirsau, um die Mönche dort um eine Klostergründung in St. Paul zu bitten. Sie willigten ein, und so siedelten einige Hirsauer Mönche auf das neue Stift um. Schon vor 1064 war unter Graf Siegfried mit dem Bau der dem Hl. Paulus geweihten Kirche begonnen worden. Das Kloster trug zunächst den Namen der Landschaft (Lauent, Lauenda) und erhielt erst im Lauf der Zeit den Namen des ihm zu Füßen liegenden Markts St. Paul.
Es wurde auch eine Lateinschule gegründet, in der Paracelsus wahrscheinlich unterrichtet wurde. 1367 war die Decke der Basilika in Feuer aufgegangen. 1439 und 1442 zogen die Soldaten des Grafen von Cilli über das Stift und die Ortschaft her. 1476 zogen die Türken mit schweren Verwüstungen durch das Lavanttal. Im 17. Jahrhundert wurde das Stift unter dem Abt Hieronymus Marchstaller zu seiner heutigen Form umgebaut. 1787 löste Kaiser Josef II. das Stift so wie viele weitere in Österreich auf, doch bereits 1809, einige Jahre nach seinem Tod, bezogen unter dem Fürstabt Dr. Berthold Rottler Mönche aus dem ebenfalls aufgelösten Kloster St. Blasien im Schwarzwald das Kloster in Sankt Paul. 1940 wurde das Stift von den Nationalsozialisten aufgehoben, es wurde erst 1947 wieder errichtet. Heute ist das Stift das älteste noch aktive Kloster in Kärnten.
[Bearbeiten] Stiftskirche
Innerhalb der Klosteranlage, auf dem höchsten Punkt des Hügels, befindet sich die doppeltürmige Stifts- und Pfarrkirche Hl. Paul. Der Vorgängerbau der romanischen Basilika, die Ende des 12. Jahrhunderts erbaut wurde, wurde vor der Pilgerfahrt des Grafen Siegfried ins Heilige Land begonnen und erst nach dessen Tod 1065 vollendet. Die Weihe einer Kirche wurde im Jahr 1093, also zwei Jahre nach der Gründung des Klosters, erwähnt, wobei es sich wohl nicht um einen vollkommenen Neubau handelt. Der heute bestehende Kirchenbau wurde wahrscheinlich unter Abt Pilgrim (1159–1192) errichtet, die alte Paulskirche dabei abgetragen. Nach einem Brand 1367 wurde ein gotisches Gewölbe eingefügt, das 44 Fresken der Südtiroler Meister Friedrich Pacher und Michael Pacher zeigt. Die Inneneinrichtung der Kirche vom steirischen Künstler Philipp Jakob Straub stammt aus dem 18. Jahrhundert. Unter dem barocken Hochaltar befindet sich eine Gruft, in der die Särge von 13 frühen Vertretern der Familie Habsburg liegen.
[Bearbeiten] Kunstsammlungen und Bibliothek
Das Kloster ist im Besitz einer der größten Kunstsammlungen Europas. Sie umfasst Grafiken, Münzen, sakrale Kunst, eine Gemäldesammlung mit Werken von z. B. Peter Paul Rubens, Anthonis van Dyck, Albrecht Dürer, Hans Holbein und Kremser Schmidt sowie eine umfangreiche und bedeutende Bibliothek mit über 180.000 Bänden und 4000 Handschriften aus dem 5. bis 18. Jahrhundert.
Seit 26. April 2009 läuft in St. Paul die Europaausstellung unter dem Titel „Macht des Wortes – Benediktinisches Mönchtum im Spiegel Europas“. Sie kann noch bis 8. November 2009 besucht werden.[1]
Seit dem Umbau 2008/2009 beherbergt das Stift das größte Museum Kärntens.
[Bearbeiten] Stiftsgymnasium
Das Stiftsgymnasium der Benediktiner in Sankt Paul ist eine Allgemeinbildende Höhere Schule. 2001 wurde das Gymnasium renoviert.
[Bearbeiten] Äbte
- ...
- Hieronymus Marchstaller, im 16. Jahrhundert
- Albert Reichart
- ...
- Fürstabt Berthold Rottler
- Bruno Rader, OSB
- ...
- 57. Abt Heinrich Ferenczy, Abt-Administrator von 1999 bis 2008, seit 2008 Abt[2]
[Bearbeiten] Literatur
- Schatzhaus Kärntens. Landesausstellung St. Paul 1991. 900 Jahre Benediktinerstift. Band I: Katalog. Universitätsverlag Carinthia, Klagenfurt 1991, ISBN 3-85378-376-7
- Schatzhaus Kärntens. Landesausstellung St. Paul 1991. 900 Jahre Benediktinerstift. Band II: Beiträge. Universitätsverlag Carinthia, Klagenfurt 1991, ISBN 3-85378-377-5
- Österreichische Kunsttopographie. Band 37: Die Kunstdenkmäler des Benediktinerstiftes St. Paul im Lavanttal und seiner Filialkirchen. Bearbeitet von Karl Ginhart. Wien 1969.
- Gerfried Sitar: Die Abtei im Paradies. Das Stift St. Paul im Lavanttal. Verlag Schnell und Steiner, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7954-2179-3.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Europaausstellung: Großer Andrang bei Eröffnung , Kleine Zeitung, 26. April 2009
- ↑ „Carinthian Benedictines Elect Abbot Dr. Heinrich Ferenczy OSB“, osb.org, September 2008
[Bearbeiten] Weblinks
- Webauftritt des Stiftes
- Kärntner Medienzentrum: 900 Jahre Benediktinerstift St. Paul (PDF)
- Handbuch der historischen Buchbestände: Bibliothek des Benediktinerstiftes
46.70048888888914.872758333333Koordinaten: 46° 42′ 2″ N, 14° 52′ 22″ O

