Stiftung Lebendige Stadt

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Logo Stiftung „Lebendige Stadt“

Die Stiftung „Lebendige Stadt“ wurde im Jahre 2000 von Alexander Otto gegründet, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung des ECE Projektmanagements, das gewerbliche Großimmobilien, insbesondere innerstädtische Einkaufszentren, entwickelt, errichtet, vermietet und betreibt. Nach eigener Darstellung handelt es sich dabei um ein Projekt von Kommunen und sich engagierenden Wirtschaftsvertretern, um kreative und umsetzbare Ideen zur Stadtgestaltung zu prämieren.

Arbeitsansatz[Bearbeiten]

Nach eigenen Angaben engagiert sich die Stiftung für die Zukunft der Städte.

„Die urbane Vielfalt aus Arbeit, Kultur und Wohnen gilt es zu erhalten und mit zu gestalten. Themenschwerpunkte bilden die Bereiche Licht, Grün und Gestaltung öffentlicher Räume [...] Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Medien haben auf Seiten der Stiftung daran mitgewirkt.“[1]

Gremien der Stiftung[Bearbeiten]

Der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Lebendige Stadt ist Alexander Otto.[2] Zum Kuratorium gehören außerdem Wolfgang Tiefensee als stellvertretender Vorsitzender, Torsten Albig, Willi Alda, Jürgen Bersuch, Jan Bettink, Hildegard Müller, Wolfgang Schuster und Michael Vesper. Das Kuratorium entscheidet über die Verwendung der Stiftungsmittel und überwacht die Vorstandsarbeit. Der Vorstand führt als Ansprechpartner für alle Institutionen und Einzelpersonen die Geschäfte. Vorstandsmitglieder sind Andreas Mattner (Vorstandsvorsitzender), Michael Batz, Friederike Beyer, Peter Harry Carstensen, Gerhard Fuchs, Robert Heinemann, Dittmar Machule und Fritz Schramma. Der Stiftungsrat besteht aus Persönlichkeiten wie Hanspeter Georgi, Arved Fuchs, Herlind Gundelach, Joachim Herrmann, Maik Klokow und Matthias Platzeck. Er berät die Grundsätze der Stiftung und gibt Empfehlungen für deren Umsetzung.

Die Mitglieder der Gremien wie Vorstand, Kuratorium oder Stiftungsrat nehmen ihre Tätigkeit ehrenamtlich wahr.

Projektförderung[Bearbeiten]

Nach Auswertung ihrer bisherigen Aktivitäten konzentriert sich die Stiftung zugunsten einer besseren Fokussierung der Förderfelder und der Förderaktivitäten auf Maßnahmen und Aktivitäten in öffentlichen städtischen Räumen, die den einzelnen Leitthemen der Stiftung – Licht, Grün oder Gebauter Raum – oder gleichzeitig mehreren dieser Themen zugeordnet werden können.

Licht[Bearbeiten]

Künstlerische Illumination des Reichstagsgebäudes – Kunst und Energieeffizienz für das deutsche Parlament

Anlässlich des 60. Gründungstags der Bundesrepublik Deutschland erhielt das Berliner Reichstagsgebäude auf Initiative der Stiftung „Lebendige Stadt“ eine dauerhafte künstlerische Licht-Inszenierung. Die künstlerische Leitidee des Siegerentwurfs beinhaltet die Annoncierung aller vier Gebäudeseiten, wobei die architektonischen Besonderheiten der Fassade in ein zurückhaltend-ruhiges und klassisch-repräsentatives Licht gesetzt sind. Gleichzeitig wurde der Energieverbrauch aufgrund der neuen Technik deutlich reduziert. Die Stiftung lobte dazu einen bundesweiten künstlerischen Wettbewerb aus.

Speicherstadt abends
Illumination Speicherstadt Hamburg - Ein Lagerhauskomplex als Lichtkunstwerk

Die Illumination der Speicherstadt zählt zu den interessantesten Kunst- und Stadtentwicklungsprojekten in Hamburg. Inzwischen umfasst die Illumination rund 55 % des Lagerhauskomplexes. Würdevoll werden durch das wohl dosierte Licht die Konturen von Fenstern, Türen, Erkern, Giebeln, Türmchen und Spitzdächern des Gebäudeensembles modelliert. Für die Illumination des historischen Kontorhausviertels sammelten die Stiftung „Lebendige Stadt“ und die Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG (HHLA) über eine halbe Million Euro.

31 Bahnunterführungen im neuen Licht – Raum aufwerten, Energieverbrauch senken, Geld sparen

Dunkle Bahnunterführungen sind Unorte und manchmal sogar soziale Brennpunkte. Die Stiftung „Lebendige Stadt“ hat ein Illuminationsprogramm zur Revitalisierung solcher öffentlichen Orte initiiert. In 24 deutschen Städten wurden 31 Bahnunterführungen dauerhaft künstlerisch illuminiert. Dadurch wurde der Raum aufgewertet, die mit der Unterführung oft verbundene städtebauliche Trennung überwunden, das Sicherheitsempfinden der Passanten erhöht und durch den Einsatz moderner Lichttechnik der Stromverbrauch und damit die -kosten gesenkt. Damit erfährt das Projekt nicht nur eine künstlerisch-kulturelle Komponente, sondern leistet zudem einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit Energie und Geld. Mit ihrem Illuminationsprogramm ist die Stiftung „Lebendige Stadt“ zum Bundessieger in der Kategorie „Kultur“ beim Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen 2013/14“ gekürt worden. Über 1.000 Bewerbungen waren dafür eingegangen.

Grün[Bearbeiten]

Bundeswettbewerb „Lebenswerte Stadt“

Deutsche Umwelthilfe und Stiftung „Lebendige Stadt“ riefen Städte und Gemeinden zur Teilnahme am Wettbewerb „Lebenswerte Stadt – Natur und städtisches Leben ohne Widerspruch“ auf. Gesucht wurden kreative Stadtentwicklungsprojekte, die städtisches Grün fördern und dabei die Bevölkerung aktiv einbeziehen. Als Bundessieger wurde die Stadt Andernach ausgezeichnet. Die Stadt am Mittelrhein hat sich unter 160 Bewerberprojekten aus ganz Deutschland durchsetzt. Verbunden ist mit der Auszeichnung ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro. Andernach ergänzt die gewohnten Grünflächen und Blumenrabatten in den Stadtparks mit Zucchini, Mangold und anderen Gemüsearten. Die Bürgerinnen und Bürger packen bei der Beetpflege und der Ernte selbst mit an. So hat sich das Stadtbild positiv verändert. Neben Andernach wurden auch Arnsberg, Bad Hersfeld und Sondershausen, sowie die Bezirke Berlin-Pankow und Hamburg-Mitte als „Lebenswerte Städte“ ausgezeichnet. Alle Preisträger erhielten ein Preisgeld von jeweils 3.000 Euro

Wettbewerb „Bundeshauptstadt der Biodiversität“ – Auszeichnung für Anstrengungen im Artenschutz

Gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe e.V. lobte die Stiftung „Lebendige Stadt“ im Jahr 2010, dem Jahr der „internationalen Biodiversität“, den nationalen Wettbewerb „Bundeshauptstadt der Biodiversität“ aus. Gesucht wurde die Stadt, die sich in besonderem Maße für die Vielfalt von Ökosystemen und Arten einsetzt. Verbunden mit dem Ziel, die relevanten Akteure in den Städten und Gemeinden zu mehr Anstrengungen und konkreten Maßnahmen zum Schutz von Natur und Artenvielfalt zu motivieren und dabei zu unterstützen. Gewinner des Wettbewerbs war die Landeshauptstadt Hannover, die sich aufgrund ihres besonderen Engagements zum Erhalt der biologischen Vielfalt „Bundeshauptstadt der Biodiversität“ nennen darf. Verbunden war damit ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro. Neben dem Gesamtsieger Hannover wurden 13 weitere Kommunen für ihre Anstrengungen zum Erhalt einer vielfältigen Natur ausgezeichnet.

Restaurierung Bürgergärten von Arnsberg – Vergessenes Kleinod erwacht

Zur Förderung des Denkmal- und Landschaftsschutzes unterstützte die Stiftung die Restaurierung und Neugestaltung der Bürgergärten in Arnsberg. Die Stadt Arnsberg hat zwei vom Verfall bedrohte klassizistische Gartenhäuser, die zu den letzten ihrer Zeit in Westfalen gehören, mit umgebenden Flächen erworben und sie so vor dem Verfall und Abriss gerettet. Durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung „Lebendige Stadt“ war es möglich, die Erschließung der Anlage und die Gestaltung der Wege vorzunehmen. Sie sind ein wichtiger Teil des Gesamtkonzeptes und wurden unter Berücksichtigung der historischen Situation angelegt.

Gestalteter Raum[Bearbeiten]

Neugestaltung Leipziger Nikolaikirchhof – Erinnerung an die friedliche Revolution von 1989

Mit Unterstützung der Stiftung „Lebendige Stadt“ wurde in Leipzig der geschichtsträchtige Kirchhof von St. Nikolai zu einem Ort der Besinnung umgestaltet. Kernstücke der Neugestaltung sind die Lichtinstallation des Leipziger Künstlers Tilo Schulz mit Lichtwürfeln sowie ein von David Chipperfield entworfener Granit-Brunnen. Die Lichtinstallation mit ihren 150 farbigen Lichtwürfeln symbolisiert das langsame Aufbauen friedlicher Versammlungen wie 1989 bei den Leipziger „Montagsdemonstrationen“.

Die Renaissance des Jungfernstieg

Die Neugestaltung des Hamburger Jungfernstiegs wurde von der Stiftung "Lebendige Stadt" initiiert und gefördert. Dazu hat die Stiftung 2002 den Verein "Lebendiger Jungfernstieg" gegründet, der Bauherr der wasserseitigen Umgestaltung war. Dieser hat alle vom Umbau betroffenen Akteure zusammengebracht und die notwendigen Spenden für dieses Vorhaben gesammelt. Die Stiftung lobte für die Neugestaltung einen bundesweiten Architektenwettbewerb aus. Dessen Siegerentwurf beinhaltete eine großzügige Treppenanlage, die die gesamte Breite des Jungfernstiegs einnimmt und bis an das Wasser führt. Auf diese Weise wurde der räumlich abgeschnittene Alsteranleger zurückgewonnen und ist heute ein beliebter Flanier- und Verweilort. Die Stadt kam bei diesem PPP-Projekt für die straßen- und häuserseitigen Maßnahmen auf. Dafür wurde der Jungfernstieg mit dem BDA-Architekturpreis ausgezeichnet.

Umgestaltung Pausenhof Dom-Schule Lübeck – Leben kehrt auf den Schulhof zurück

Anlässlich des 175-jährigen Jubiläums der Lübecker Dom-Schule wurde der Pausenhof mit Unterstützung der Stiftung „Lebendige Stadt“ neugestaltet. Rund 260 Schülern im Alter von sechs bis elf Jahren bietet der neue Schulhof zukünftig Raum für sensorische und motorische Erlebnisse sowie Erholung, Bewegung und Kommunikation. Die Nutzungsmöglichkeiten des Schulhofs waren aufgrund fehlenden und veralteten Spielgeräts stark eingeschränkt und viele Verwinkelungen wurden als Abstellflächen zweckentfremdet, so dass wertvoller Raum zum Spielen der Kinder verloren ging.

Stiftungspreis[Bearbeiten]

Jährlich prämiert die Stiftung in einer anderen Kategorie Projekte in Städten und Gemeinden mit Vorbildcharakter (Good-practice, Best-practice). Europaweit ruft die Stiftung zu Beginn jedes Jahres Städte, Gemeinden, Institutionen, Universitäten, Vereine und Privatpersonen auf, sich mit ihren Projekten zu bewerben. Eine Fachjury bewertet die Bewerbungen und wählt den oder die Sieger aus. In der Vergangenheit wurden Preise und Anerkennungen für besonders innovative und gelungene Konzepte wie Museen, Stadtplätze, innerstädtische Wohnräume, Sportstätten, Spiel- und Freizeitplätze oder für Seniorenfreundlichkeit vergeben. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

2014 - Die lebendigste Erinnerungsstadt: Gedenken – Bewusst machen – Identität stiften

Sieger des Stiftungspreises 2014 ist die Stadt Leipzig mit der "Leipziger Notenspur". Die Notenspur veranschaulicht an unterschiedlichsten Orten Leipzigs die 800 jährige Musikgeschichte der Stadt. In Bürgerhäusern, Kirchen, Kaffeehäusern, Verlagen und Ausbildungsstätten kann man erfahren, wie u.a. die Komponisten Bach, Mendelssohn und Schumann gewirkt haben. Ein Wege- und Audioleitsystem verbindet die Orte und erläutert ihre musikalische Bedeutung. Gleichzeitig werden mittels Stadt- und Kulturgeschichte, Stadtentwicklung, Bildung, Stadtgrün und Mobilität neue Zugänge zur Musik geschaffen.

2013 - Das schönste Stadtfest: innovativ – bürgernah – beliebt

Stiftungspreissieger ist die Stadt Karlsruhe mit dem Stadtgeburtstag. Seit 2001 feiern rund 200.000 Menschen aus Karlsruhe und Umgebung alle zwei Jahre drei Tage lang den Geburtstag der Stadt. Die Karlsruher Bürgerinnen und Bürger sind sowohl in die Planungen als auch in die Umsetzung über Workshops eingebunden, die bereits eineinhalb Jahre vor der Veranstaltung beginnen. Der Karlsruher Stadtgeburtstag trägt zur Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt sowie zur Integration der verschiedenen Bevölkerungsgruppen bei. Über die Festaktivitäten werden Themen und Inhalte mit Stadtbezug transportiert, wodurch es gelingt, die Stärken der Stadt zur Geltung zu bringen.

2012 - Die barrierefreie Stadt – Eigenständigkeit; mobilität, Teilhabe

Den ersten Preis teilen sich zwei Projekte aus der Landeshauptstadt Schwerin. Dies verdeutlicht umso mehr, dass die Stadt den Titel barrierefreie Stadt verdient hat. Die Stiftung würdigt mit dem 1. Preis die Arbeit des gemeinnützigen Vereins Haus der Begegnung Schwerin e. V. sowie des Schweriner Amts für Stadtentwicklung.

2011 - Die unverwechselbare Stadt: Identität, Heimat, Marke

Aufgrund ihrer überzeugenden Konzepte entschied sich die unabhängige Fachjury, mit Hiddenhausen und Ingelheim zwei Sieger zu küren. Die ostwestfälische Gemeinde Hiddenhausen setzt auf das Konzept „Jung kauft alt“: Sie vermittelt Beratungsleistungen und bezuschusst Altbaugutachten sowie den Erwerb von Altbauten. Auf diese Weise wurden bereits 133 Häuser saniert; die Umwandlung von Freiflächen in Siedlungsraum wird vermieden. Ingelheim am Rhein ist beispielgebend dafür, wie die Balance zwischen Denkmalpflege und Stadtsanierung gelingen kann. In Ingelheim wurde erst spät die mittelalterliche Kaiserpfalz von Karl dem Großen aus ihrem unbeachteten Dasein hervorgeholt. Bei der Stadtsanierung orientierte man sich an den histori-schen Gebäudeformen des Mittelalters; die einzigartige Bauform der Kaiserpfalz wurde betont und wieder sichtbar gemacht.

2010 - Seniorenfreundlichste Stadt

Die Fachjury entschied sich einstimmig für den Wettbewerbssieger Arnsberg in Nordrhein-Westfalen. Die Jury überzeugte der Ansatz der knapp 80.000 Einwohner zählenden Stadt, Bürger aktiv bei der Umsetzung seniorenfreundlicher Maßnahmen einzubeziehen. Mit ihrem ganzheitlichen Konzept verfolgt die Stadt das Ziel, der alternden Gesellschaft gerecht zu werden.

2009 - Kinderfreundlichstes Mobilitätskonzept

Griesheim in Hessen wurde für sein kinderfreundliches Mobilitätskonzept für Wege in die Stadt ausgezeichnet. Anerkennungen gingen nach Kiel, Kaiserslautern und Oberursel. Preiswürdig waren Konzepte und Vorhaben, die zur Sicherheit und Mobilität von Kindern im öffentlichen Verkehr beitragen.[3][4]

2008 - Schönster Wochenmarkt

Gekürt wurde der Grünmarkt in Nienburg zu Europas schönstem Wochenmarkt. Anerkennungen gingen nach Bremen, Münster, Freiburg im Breisgau, Frankenberg und Wuppertal. Preiswürdig waren innovative und lebendige Wochenmarktkonzepte, die sich durch Angebotsvielfalt, Qualität und attraktive Warenpräsentation auszeichnen.[5][6]

2007 - Beste Parkraumkonzept

„Lebendige Stadt“ prämierte Europas beste Parkraumkonzepte. Sieger war die Parkgarage „P23“ in Amsterdam. Die Parkgarage ist ein Teil der Neustrukturierung des Stadtteils Amsterdam-Zuid-Oost mit sozialem Wohnungsbau aus den 60er und 70er Jahren. Die Parkgarage ist unter einer bestehenden Hochstraße platziert. Eine „problematische Freifläche“ konnte für Parkplätze umgenutzt werden als auch die Sicherheit in dem Stadtteil erhöhen. Neben dem Konzept überzeugte die besondere Gestaltung der Parkgarage.[7] Anerkennungen gingen nach Bruchsal, Göhren (Rügen), Graz, Innsbruck, München, Ulm und Wiesbaden.[8]

2006 - Bester Spiel- und Freizeitplatz

Der Georg-Freundorfer-Platz in München wurde als bester Spiel- und Freizeitplatz bzw. Abenteuerspielplatz prämiert. Preiswürdig waren Spiel- und Freizeitplätze, die kreative und innovative Lösungen bieten – bei der Gestaltung wie bei der Betriebsform.[9] Sieben weitere Anerkennungen wurden verliehen: die Waldschule Tempelsee in Offenbach, das Projekt „H2O“ in Hannover, der alte Flugplatz in Frankfurt, die „Dreirosenanlage“[10] in Basel, ein Naturspielplatzprojekt[11] in Freiberg und der Kinderbauernhof „Pinke-Panke“[12] in Berlin. Ebenfalls gewürdigt wurden die „Sinnes- und Erlebnisräume“ in Würzburg mit einem sonderpädagogischen Ganztagesangebot. In den Mittelpunkt rückte die Integration sehbehinderter und nicht sehbehinderter Kinder. Der Spielplatz sei so ausgestattet, dass er die Sinne der behinderten Kinder anspreche und trainiere. Zudem sah die Jury die konsequente Kooperation mit dem Behinderteninstitut Würzburg als vorbildlich an.[13]

2005 - Beste Sportstätten

Die Trendsporthalle Funbox Amalie[14] in Essen und die Schule am Mummelsoll[15] in Berlin sind als innovativste Sportstätten ausgezeichnet worden. Die Schule am Mummelsoll ist ein Schul- und Sportgebäude für geistig Behinderte. Die Jury lobte die Architektur, welche zur Integration des Gebäudes in die Umgebung beitrage: Geschickte Abschirmung nach außen, jedoch große Transparenz im Innern helfen den Kindern, emotionale Barrieren zu überbrücken, sich selber zu öffnen und sich anderen zu nähern.[16] Sieben weitere Sportstätten erhielten Anerkennungen: die Sporthalle an der Europastraße in Tübingen, die Spiel- und Sportstätte Niebuhrstraße in Berlin, der Sportpark Flandernhöhe in Esslingen, das Bendix-Gymnasium/Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in Dülmen, die Dreifeldsporthalle in Barleben, „Camp 24|sieben“ in Kiel sowie der Sportgarten in Bremen.

Kritik[Bearbeiten]

Die Stiftung geriet vor allem aufgrund von Interessenskonflikten in die Kritik, die durch die Verflechtung der Stiftung mit dem ECE-Projektmanagement sowie politischen Entscheidungsträgern im Stiftungsrat entstehen. Alexander Otto, ist nicht nur Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung sondern auch ECE-Geschäftsführer und Vorsitzender der Beiräte des International Council of Shopping Centres (ICSC).[2] Die Stiftung Lebendige Stadt teilt mit ECE außerdem eine Adresse. Sie unterwirft sich jedoch den allgemein anerkannten Grundsätzen des guten Stiftungshandeln des Bundesverband Deutscher Stiftungen und belegt dies auf ihrer Homepage. Des Weiteren ist die Stiftung Lebendige Stadt Mitglied der Initiative Transparente Zivilgesellschaft von Transparency International Deutschland und verpflichtet sich damit freiwillig, Informationen u.a. zur Satzung, Namen der wesentlichen Entscheidungsträger sowie Angaben über Mittelherkunft, Mittelverwendung und Personalstruktur auf ihrer Homepage leicht zugänglich zu machen.

Die Transparenzorganisation Lobbycontrol warf der ECE vor, die gemeinnütze Stiftung Lebendige Stadt zur politischen Einflussnahme zu benutzen und die eigene öffentliche Wahrnehmung zu verbessern.[17]

Bei dem im Zuge von Stuttgart 21 geplanten ECE-Projekt „Quartier am Mailänder Platz“ wurde der Landesverkehrsministerin Tanja Gönner im Oktober 2010 ein Interessenskonflikt wegen ihrer Mitgliedschaft im Stiftungsrat vorgeworfen. Auf politischem Druck ließ sie ihre Mitgliedschaft schließlich ruhen.[18]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Hermann Albers: Corporate Urban Responsibility : die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in der Stadtentwicklung. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-593-39506-7.[19]
  • Holger Pump-Uhlmann: Die Stiftung Lebendige Stadt. In: Was die Stadt im Innersten zusammenhält. Stadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe. In: Almanach 2005/2006 der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung. Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung, Berlin 2006, ISBN 3-9809331-3-X, S. 80–86.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. lebendige-stadt.de
  2. a b Vgl. ece.de
  3. kinderfreundliches Mobilitätskonzept (12. September 2010)
  4. Stadt Griesheim (12. September 2010)
  5. schönster Wochenmarkt (12. September 2010)
  6. Stadt Nienburg|Weser (12. September 2010)
  7. Neustrukturierung des Stadtteils (12. September 2010)
  8. Parkraumkonzept (12. September 2010)
  9. bester Spiele- und Freizeitplatz (12. September 2010)
  10. Bau- und Verkehrsdepartment Kanton Basel-Stadt (12. September 2010; PDF; 898 kB)
  11. Freiburger Agenda 21. e. V. (12. September 2010)
  12. Klick auf die Karte und erkunde unseren Bauernhof (12. September 2010)
  13. Stiftung „lebendige Stadt“ (12. September 2010)
  14. Funbox Amalie (16. September 2010)
  15. Schule am Mummelsoll (16. September 2010)
  16. berlin.de(16. September 2010)
  17. Vgl. Plusminus: Einkaufszentren - Beleben überdachte Center die Innenstädte?
  18. Gönner poltert gegen Filz-Vorwurf. In: Handelsblatt online. 11. Oktober 2010, abgerufen am 11. Oktober 2010.
  19. Dissertation von Hans-Hermann Albers: dort u.a. Analyse der Stiftung Lebendige Stadt (ECE GmbH & Co. KG, Hamburg)

Weblinks[Bearbeiten]