Stiftung Louisenlund
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Stiftung Louisenlund | |
|---|---|
| Typ | Internats-Gymnasium |
| Gründung | 1949 |
| Ort | Güby |
| Bundesland | Schleswig-Holstein |
| Koordinaten | 54° 29′ 34,8″ N, 9° 41′ 6″ O54.4939.6850111111111Koordinaten: 54° 29′ 34,8″ N, 9° 41′ 6″ O |
| Träger | Stiftung Louisenlund |
| Leitung | Werner Maria Esser |
| Website | www.louisenlund.de |
Die Stiftung Louisenlund ist ein staatlich anerkanntes Gymnasium mit Internat in Schleswig-Holstein. Louisenlund liegt hinter dem dazugehörigem Wald an der Großen Breite des Ostseearms Schlei zwischen Schleswig und Eckernförde im Gemeindegebiet von Güby.
Die Schule wurde 1949 von Friedrich Herzog zu Schleswig-Holstein gegründet. Der Pädagoge Kurt Hahn beriet und unterstützte die Stifterfamilie während der Gründungsphase. Nach den in der Satzung festgelegten Zielen sollen die Schüler ihre Fähigkeiten im Dienst für die Gemeinschaft entdecken und trainieren.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Schloss
Das auch oft als Schloss Louisenlund bezeichnete Herrenhaus wurde von 1772 bis 1776 von Hermann von Motz auf dem Gut Tegelhave (Ziegelhof) erbaut, das sich seit 1530 im Besitz der uradeligen Familie von Sestede befunden hatte. 1563 kaufte Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf das Gut.
Das frühklassizistische Gebäude war einst der Sommersitz des Gottorfer Statthalters des Königreichs Dänemark, des Landgrafen Carl von Hessen und seiner Frau Louise. Sie war als Tochter des dänischen Königs Friedrich V. die Schwester des Thronfolgers Christian VII, in dessen Besitz das Gut übergegangen war. Nach ihr wurde der Ziegelbau mit Schieferdach benannt. Der Park wurde von Johann Caspar Bechstedt angelegt.
1790 errichtete der aktive Freimaurer Carl von Hessen im Park des Herrenhauses einen „Freimaurerturm“, in dem Versammlungen abgehalten und alchimistische Experimente, unter anderem von Saint Germain, durchgeführt wurden.
Später ging das Schloss an die herzogliche Linie Holstein-Sonderburg-Glücksburg über. Nach 1850 wurde das Gebäude mehrfach umgebaut. Während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmte die Kriegsmarine das Herrenhaus. Gegen Kriegsende waren darin auch Flüchtlinge untergebracht. Im Mai 1945 besetzten britische Truppen das Herrenhaus und nutzten es bis 1947; norwegische Einheiten folgten.[1] 1949 stellte Friedrich zu Schleswig-Holstein das Herrenhaus der Stiftung Louisenlund als Landerziehungsheim und Seglerinternat zur Verfügung. Das zur früheren Gemeinde Karlsburg gehörende Herrenhaus Carlsburg nahm ab 1951 die unteren Schulstufen auf.
Das Schloss ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich, doch führt ein Wanderweg über das Gelände.
[Bearbeiten] Schule
Die Stiftung Louisenlund ist ein Internats-Gymnasium in freier Trägerschaft.
Das Internat besteht aus zwei Komplexen: dem Hof- und dem Schloss-Bereich. Der Hof-Bereich liegt etwa 600 m vom Schloss-Bereich entfernt. Die Schule gehört mit etwa 380 Schülern (im Schlossbereich etwa 290 Schüler, auf dem Hof etwa 90) zu den bekanntesten Internaten Deutschlands.
Auf dem Hof leben die Schüler der Klassen 5 bis einschließlich 9. Seit 2005 besitzt der Hof eine eigene Sporthalle. Die Wohn- und Arbeitsbereiche auf dem Hof sind in der Meierei, dem Allee- und Weidenhaus, dem Kuhhaus sowie in der Scheune untergebracht.
Im Schlossbereich leben die Schüler der Klassen 10 bis 13. Als Wohngebäude werden (ganz oder teilweise) u.a. das Schloss, das Kavalier- und Glockenhaus, die Försterei, das Ahorn-, Birken-, Gilden-, das Eschenhaus, die Gärtnerei sowie der Melonengarten genutzt.
Im Jahr 2006 wurde die ursprünglich 1966 erbaute Turnhalle zum Sport- und Kulturzentrum erweitert. Darüber hinaus stehen dem Internat Tennisplätze, eine Golfanlage, ein Feuerwehrhaus sowie ein Segelhafen zur Verfügung.
Louisenlund ist zudem ein Stützpunkt des Technischen Hilfswerkes (THW).
Louisenlund gehört der Round Square Conference an, einem internationalen Zusammenschluss von Internatsschulen. Diese Schulen unternehmen gemeinsame Projekte und pflegen ihren Schüleraustausch über alle Kontinente.
[Bearbeiten] Ehemalige
Mit Schule und Stiftung sind Familien des Uradels wie die Rantzaus aus Schleswig-Holstein verbunden. Heino von Rantzau, der die Schule von 1968 bis 1971 besuchte, ist Vorstandsvorsitzender des Alt-Louisenlunder Bundes.[2] Internatsleiterin ist Annette von Rantzau.[3] Die Malerin Ingeborg von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (* 1956) besuchte die Schule und ist Mitglied des Stiftungsvorstands.[4] Sie ist die Tochter des Stiftungsgründers.[5] Zu den Absolventen gehört Philipp Herzog von Württemberg, Deutschland-Repräsentant des Auktionshauses Sotheby’s, ebenso wie Donatus Prinz von Hessen, Besitzer von Gut Panker.[6] Die Schule besuchten außerdem der Unternehmer Albert Darboven, der Reeder Nikolaus W.Schües (* 1936) und der Hamburger Bankier Max Warburg (* 1955).
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Homepage der Stiftung Louisenlund
- Das Geheimnis von Louisenlund (Dr. Peter Schraud)
- Caroline Deuss: Hier wird im Abendkleid gefeiert In: Hamburger Abendblatt vom 2. Juli 2003</ref>
[Bearbeiten] Literatur
- Franz Wegener: Der Freimaurergarten. Die geheimen Gärten der Freimaurer des 18. Jahrhunderts. Gladbeck 2008, ISBN 978-3-931300-22-7.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Horst Wilhelm: Die Entstehung und Entwicklung der Freimaurerlogen in Schleswig-Holstein. S. 138–139 (Digitalisat)
- ↑ Vorstand des Alt-Louisenlunder Bundes
- ↑ Sozialbehörde zahlt Internatsplätze In: Hamburger Abendblatt vom 17. Januar 2008
- ↑ Nataly Bombeck: Kunst aus Internat Louisenlund - für Schüler in Afghanistan In: Hamburger Abendblatt vom 28. Januar 2005
- ↑ Ständige Verjüngung ist ein Privileg In: Kieler Nachrichten online
- ↑ Prinz von Hessen (PDF-Datei)

