Stig Wennerström

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Stig Wennerström (* 22. August 1906 in Stockholm; † 22. März 2006 in Enebyberg, Stockholm) war ein schwedischer Offizier, der Geheimnisse der schwedischen Landesverteidigung an sowjetische Geheimdienste weitergab. In den Jahren 1938 bis 1947 war er Adjutant von Gustav Adolf von Schweden.

Leben[Bearbeiten]

Stig Wennerström war als Oberst der schwedischen Luftwaffe (Flygvapnet) in Spionagetätigkeiten mit Deutschland während des Zweiten Weltkrieges verwickelt. Sowjetische Agenten fanden dies heraus und konfrontierten ihn mit ihrem Wissen. Sie setzten ihn unter Druck, nach Ende des Krieges für sie Informationen zu beschaffen. Von da ab führte der Militärgeheimdienst GRU Wennerström als Spion.

In seiner Funktion als Offizier und später als Diplomat verschaffte er sich Informationen über die Luftverteidigung seines Landes und gab sie an seine sowjetischen Führungsoffiziere weiter. Dies umfasste auch die Baupläne für das Kampfflugzeug Draken.

1963 wurde er enttarnt, als seine von der Säkerhetspolisen angeworbene Haushälterin Carin Rosen auf dem Dachboden seines Hauses eine verdächtige Filmrolle entdeckte.[1] Er wurde wegen Landesverrats[2] zu lebenslanger Haft verurteilt. Er kam aber bereits 1974 wieder frei, führte aber ein Leben am Rande der Gesellschaft und wurde als Verräter geächtet.

Sein Spitzname war „Adler“.

Werke[Bearbeiten]

  • Mein Verrat. Erinnerungen eines Spions („Från början till slutet“). Ullstein, Frankfurt/M. 1990, ISBN 3-548-33131-9.

Literatur[Bearbeiten]

  • Birgitta Bergmark: Stig Wennerström. Spionen som teg. Bonnier Alba, Stockholm 1993, ISBN 91-34-51357-4.
  • Hans K. Rönblom: Wennerström the spy. Hodder & Stoughton, London 1966 (früherer Titel The spy without a country).
  • Anders Sundelin: Fallet Wennerström. Nordstedts, Stockholm 1999, ISBN 91-1-300740-8.

Filme[Bearbeiten]

Das ZDF strahlte im Oktober 1965 einen Zweiteiler unter dem Titel "Oberst Wennerström" aus, in dem Paul Hoffmann die Rolle des Stig Wennerström verkörperte und der die Geschichte des Doppelspions nachzeichnet. Regie führte Helmuth Ashley, Produzent war Helmut Ringelmann.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Borchert, Thomas, „Märkische Oderzeitung“, 29. März 2006, S. 3
  2. Forsberg, Tore, „Spioner som spionerar på spioner“, Stockholm 2003, ISBN 91-89660-66-8 S. 265
  3. http://krimiserien.heimat.eu/fernsehspiele/1965-oberstwennerstroem.htm