Stijn Coninx

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stijn Coninx 2014

Stijn Coninx (* 21. Februar 1957 in Neerpelt, Belgien) ist ein flämischer Filmregisseur. Bekannt wurde er in Europa vor allem durch die Filme Priester der Entrechteten mit Jan Decleir und Die Stunde des Lichts mit Joachim Król.

Leben[Bearbeiten]

Coninx besuchte ab 1975 die Filmschule in Brüssel, die er 1980 mit Auszeichnung abschloss. Als Regieassistent arbeitete er in den folgenden Jahren mit führenden Filmemachern Flamens zusammen, so mit Paul Collet, Patrick Lebon, Jaco Van Dormael und Dominique Deruddere. 1987 führte er erstmals Regie. Die Komödie Hector mit dem Komiker Urbanus war ein großer Erfolg in Belgien und den Niederlanden, so dass Coninx drei Jahre später mit Koko Flanel eine weitere Urbanus-Komödie erfolgreich in die Kinos brachte.

Im Jahr 1991 realisierte Coninx den historischen Film Priester der Entrechteten auf der Grundlage der Geschichte des Priesters Pieter Daens, der sich erfolgreich im Belgien des 19. Jahrhunderts für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kinderarbeitern in Weberfabriken eingesetzt hatte. Der Film brachte ihn erstmals mit Kameramann Walther van den Ende zusammen, dessen Arbeit an Toto der Held ihm viel Lob eingetragen hatte. Der zweisprachig in Französisch und Flämisch gedrehte Film wurde der bis dahin erfolgreichste belgische Film überhaupt und 1993 für den Oscar nominiert. Bei Bekanntgabe der Nominierung wurde Coninx durch König Albert II. zum Baron geadelt.

Nach fünf Jahren arbeitete Coninx an einem neuen Film. Das Projekt einer Liebesgeschichte in der Arktis zwischen einer Studentin (Francesca Vanthielen) und einem Trapper (Joachim Król) wurde unter harten klimatischen Bedingungen gedreht. Der Film lief 1998 unter dem Titel Die Stunde des Lichts in den europäischen Kinos und erhielt Preise auf mehreren nordischen Festivals. Während Coninx auf die Finanzierung seines nächsten Projektes wartete, übernahm er Arbeiten fürs Fernsehen, inszenierte etwa für die Comedy-Reihen Het Peulengaleis und Nefast voor de feestvreugde.

Im Jahr 2003 kam Das Meer der Stille in die Kinos. In wieder einem anderen Genre näherte sich Coninx diesmal der Perspektive eines neunjährigen Mädchens, deren Familie vor ihrer Erstkommunion auseinanderzufallen droht, da der Vater trinkt. Der Film gewann alle Hauptpreise auf dem Frankfurter Lucas-Kinderfilmfestival und wurde daraufhin auch in Deutschland in die Kinos gebracht.

Coninx ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in der Nähe von Brüssel.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1987: Hector
  • 1990: Koko Flanel
  • 1992: Priester der Entrechteten (Daens)
  • 1998: Die Stunde des Lichts (When the Light Comes)
  • 2003: Das Meer der Stille (Verder dan de maan)
  • 2009: Sœur Sourire – Die singende Nonne (Sœur Sourire)
  • 2013: Marina

Weblinks[Bearbeiten]