Stintenburginsel

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Stintenburginsel
Stintenburg - Sitz der Familie Bernstorff
Stintenburg - Sitz der Familie Bernstorff
Gewässer Schaalsee
Geographische Lage 53° 35′ 36″ N, 10° 56′ 39″ O53.59333333333310.944166666667Koordinaten: 53° 35′ 36″ N, 10° 56′ 39″ O
Stintenburginsel (Mecklenburg-Vorpommern)
Stintenburginsel
Länge 400 m
Breite 190 m
Fläche 5 ha

Die Stintenburginsel ist eine kleine bewohnte Insel im Schaalsee.

Lage[Bearbeiten]

Die Insel besitzt bei einer Länge von 400 Metern und einer maximalen Breite von bis zu 190 Metern eine Oberfläche von gut fünf Hektar. Die Insel liegt im östlichen Schaalsee und grenzt an die Teilseen Lassahner See im Norden und Borgsee im Süden.

Die Stintenburginsel liegt nur wenige Meter über dem 35 Meter über NN gelegenen Spiegel des Schaalsees und ist von hoch aufragendem Baumbestand umgeben. Die Ufer der Insel werden durch einen Schilfgürtel geprägt. Historisch gehörte Stintenburg immer zum Herzogtum Sachsen-Lauenburg. Erst seit dem Barber-Ljaschtschenko-Abkommen von 1945 mecklenburgisch, gehört die Insel heute zur Stadt Zarrentin am Schaalsee.

Ein befahrbarer Damm verbindet heute die Insel mit der mecklenburgischen Seite im Osten sowie der bewohnten und ebenfalls noch zu Mecklenburg-Vorpommern gehörenden Insel Kampenwerder im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gut Stintenburg befand sich im 13. Jahrhundert im Besitz der Grafen von Schwerin. Danach folgte Herzogin Margarethe von Lauenburg in den Jahren 1642-1680. Weiterhin kamen und gingen die von Lützow, von Bülow und von Hammerstein. 1740 gelangte das Gut in den Besitz der Familie von Bernstorff. Im Jahr 1767 hielt sich der deutsche Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock auf der Stintenburginsel auf und widmete ihr die Ode Stintenburg.[1]

Das heutige Gebäude des Herrenhauses, der Stintenburg, wurde in den Jahren 1810 bis 1817, vermutlich unter der Leitung von Joseph Christian Lillie, auf den deutlich älteren Fundamenten eines möglicherweise schon im 14. Jahrhundert errichteten Vorgängerbaus errichtet.

Der Herrensitz wurde zu NS-Zeiten wegen angeblich staatsfeindlicher Gesinnung der Besitzerfamilie von Bernstorff enteignet; der letzte Besitzer, Albrecht Graf von Bernstorff wurde Ende April 1945 von der Gestapo in Berlin erschossen.

Zu DDR-Zeiten wurde das Gebäude wegen seiner Grenznähe (die innerdeutsche Grenze verlief nur zwei Kilometer weiter westlich) als ein Objekt der Hauptabteilung I des Ministeriums für Staatssicherheit zur Ausbildung einer geheimen Elitetruppe für die Grenztruppen der DDR genutzt. Dazu war die Anlage als ein Objekt der Grenztruppen legendiert.[2]

Heute[Bearbeiten]

Seit der Restitution im Jahr 1993 sind Gut und Herrenhaus wieder im Besitz der Familie von Bernstorff. Die Insel wird von der Familie und einigen Angestellten bewohnt und befindet sich im Biosphärenreservat Schaalsee. Sie unterliegt somit einigen besonderen Schutzbestimmungen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bernd Wurlitzer: Mecklenburg-Vorpommern. Von der Ostsee mit ihren Hansestädten und den Inseln Rügen und Usedom bis zur Seenplatte. DuMont Buchverlag, Köln 1996.
  2. Stintenburg auf gutshaeuser.de, abgerufen am 16. November 2014

Weblinks[Bearbeiten]