Stoßzahn

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Stoßzähne des Elefanten
Schädel eines Zwergflusspferdes

Als Stoßzähne werden stark ausgebildete, wurzellose, ständig nachwachsende Zähne im Oberkiefer bestimmter Säugetiere bezeichnet, die weit aus dem Kiefer eines Tieres herausragen. Dabei kann es sich sowohl um Schneidezähne als auch um Eckzähne handeln. Eine festgelegte Definition der Stoßzähne gibt es nicht. Stoßzähne finden sich bei verschiedenen Tiergruppen.

Elefanten[Bearbeiten]

Die Stoßzähne der Elefanten und ihrer ausgestorbenen Verwandten (Mammut, Mastodonten u. a.) stellen extrem verlängerte und nach außen verlagerte Schneidezähne des Oberkiefers (bei den Mastodonten auch des Unterkiefers) dar. Der größte Stoßzahn eines Elefanten ist 3,49 m lang (an der äußeren Krümmung gemessen), stammt aus Zaire und befindet sich im Besitz der New Yorker Zoologischen Gesellschaft im Bronx Zoo, den mit 5m längsten Stoßzahn aus prähistorischer Zeit besaß der Elefant Hesperoloxodon antiqus germanicus, der vor etwa 2 Millionen Jahren lebte;[1] der schwerste stammt aus Dahomey (Benin), wiegt 117 kg und wurde auf der Pariser Weltausstellung 1900 ausgestellt;[2] der schwerste fossile Stoßzahn wiegt bei einem Umfang von 89 cm und einer Länge von 3,58 m 150 kg und gehörte einer Mammutart.[1]

Die Stoßzähne der asiatischen Elefanten sind im Allgemeinen kleiner als die der afrikanischen. Elefantenstoßzähne stellen die Hauptquelle des Elfenbeins dar.

Narwal, Walross[Bearbeiten]

Der lange, gedrehte Stoßzahn des Narwals ist ein umgebildeter Eckzahn (Caninus). Das wahrscheinlich größte Exemplar befindet sich im Deutschen Ledermuseum in Offenbach am Main. Während die Länge normalerweise um 2 m beträgt, bringt es dieser Zahn auf 2,74m.[2] Der Narwalzahn wurde im Mittelalter und der frühen Neuzeit für das Horn eines Einhorns gehalten und daher als Ainkhürn bezeichnet. Die Stoßzähne des Walrosses werden ebenfalls von den oberen Eckzähnen gebildet.

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Guinness-Buch der Rekorde 2002, Hoffmann und Campe, ISBN 3896810057
  2. a b Guinness-Buch der Rekorde 1992, Ullstein, ISBN 3550077505