Stockard Channing

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Stockard Channing, eigentlich Susan Antonia Williams Stockard, (* 13. Februar 1944 in New York City) ist eine US-amerikanische Theater- und Filmschauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Privatleben[Bearbeiten]

Stockard Channing wurde als Susan Antonia Williams Stockard in New York geboren. Sie hat eine ältere Schwester, Leslie Smith, die später in der Politik Karriere machte und Bürgermeisterin von Palm Beach wurde. Ihr Vater Lester war ein erfolgreicher Geschäftsmann, der mit seiner Familie viel reiste. Er starb, als seine jüngste Tochter fünfzehn Jahre alt war, an Krebs. Susan Stockard besuchte das Radcliffe College sowie die Harvard-Universität in Cambridge, wo sie 1967 in amerikanischer Geschichte und Literatur den Abschluss als Bachelor of Arts mit der Auszeichnung summa cum laude machte. Gemäß dem Wunsch ihrer Mutter heiratete sie 1963 den Künstler und Geschäftsmann Walter Channing, der nach Ansicht von Mary Alice Stockard für ihre Tochter eine standesgemäße Partie war.[1] Nach ihrer Scheidung 1967 kreierte sie sich aus ihrem Geburtsnamen und dem Nachnamen ihres Mannes den Künstlernamen Stockard Channing. 1970 heiratete sie Paul Schmidt, einen Schauspieler, Dramatiker und Professor, von dem sie sich 1976 später wieder scheiden ließ. Noch im selben Jahr heiratete die Schauspielerin zum dritten Mal. Die Ehe mit dem Drehbuchautor und Produzenten David Debin endete 1980.[1] Nur wenige Monate nach der Scheidung ging Stockard Channing ihre vierte Ehe mit dem Geschäftsmann David Rawle ein. Auch diese Ehe endete 1988 mit einer Scheidung. Seit Anfang der 1990er Jahre ist Channing mit Daniel Gillham liiert.[2] Mit ihm lebt sie in Maine, verbringt aufgrund ihrer Arbeit jedoch viel Zeit in New York und Los Angeles.

Karriere[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Bereits während des Studiums entdeckte Stockard Channing ihre Leidenschaft für die Schauspielerei und beteiligte sich an zahlreichen Theaterproduktionen der Universität. Nach ihrem Abschluss spielte sie einige Jahre erfolgreich am Theater in Boston. Danach trat die Schauspielerin am Broadway auf und konnte sich dort bald etablieren. Zu den erfolgreichsten Rollen zählte die Rolle der Sheila in Joe Egg. Für die Verkörperung der Mutter eines geistig Behinderten Mädchens wurde Stockard Channing 1985 mit einem Tony Award ausgezeichnet. Auch ihre Darstellung der geschwätzigen Geliebten Bunny Flingus in The House of Blue Leaves oder der Susan, die in Woman in Mind einen Nervenzusammenbruch erleidet wurde von Kritikern gelobt und vom Publikum gefeiert.[3] Die für die Schauspielerin selbst wichtigste Rolle verkörperte sie Mitte der 1980er Jahre. Der Charakter Ouisa Kettridge, den sie in John Guares Bühnenstück Six Degrees Of Separation in der New Yorker Produktion und in der Londoner Produktion verkörperte, begleitete Stockard Channing bis 1993, als sie die Matronin aus der reichen Upper East Side in der Verfilmung Das Leben – Ein Sechserpack erneut darstellt.[4] Sie selbst beschrieb die Arbeit an dem Stück mit folgenden Worten:

“Well, I'd have to say that Six Degrees was probably the most important time for me.[…] That period was one of the best times of my life.”

„Nun, ich muss sagen, dass Six Degrees wahrscheinlich die wichtigste Zeit für mich war.[…] Dieser Abschnitt war eine der besten Zeiten in meinem Leben“

Stockard Channing: InTheater

Neben ihrer Arbeit in Film- und Fernsehproduktionen steht die Schauspielerin immer wieder am Broadway und anderen Theatern auf der Bühne. 1999 spielte sie an der Seite von Laurence Fishburne als Heinrich II. die Eleonore von Aquitanien in dem Theaterstück The Lion in Winter von James Goldman.[4] Zuletzt war sie in der Spielzeit 2008/2009 als reiche Witwe Vera Simpson, die sich über ihre Einsamkeit mit einem jungen Liebhaber hinwegzutrösten versucht, in einer Neuauflage des Klassikers Pal Joey zu sehen.

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Nach ihren ersten Auftritten 1969 in der Sesamstraße bekam Stockard Channing kleinere Rollen in verschiedenen Filmen. 1973 bekam sie ihre erste Hauptrolle in dem Fernsehfilm The Girl Most Likely To…. Darin spielte sie neben Joan Rivers ein hässliches Mädchen, das sich nach einer Schönheitsoperation an allen rächt, die sich vorher über sie lustig gemacht haben. Ihren Durchbruch hatte sie jedoch erst 1975. An der Seite von Warren Beatty und Jack Nicholson spielte sie in Mitgiftjäger, einem Film von Mike Nichols. Für ihre Darstellung der überkandidelten Tochter aus reichem Hause, die mit zwei Gaunern unterwegs ist, wurde Stockard Channing mit dem Golden Globe Award als Beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Ein weiterer, wichtiger Meilenstein für ihre Karriere war die Rolle der Betty Rizzo in der Verfilmung des Musicals Grease. Zu diesem Zeitpunkt war Stockard Channing bereits 34 Jahre alt. Dennoch konnte sie als cooler Teenager überzeugen und erlangte so internationale Bekanntheit.[5] Nach Grease folgten zwei, nicht sehr erfolgreiche Sitcoms, „Stockard Channing in Just Friends“ (1979) und „The Stockard Channing Show“ (1980). Produzent war ihr Ehemann Debin, mit dem sie später ihre eigene Produktionsfirma Little Bear Production gründete. 1986 übernahm sie für Mike Nichols eine Nebenrolle in Sodbrennen an der Seite von Meryl Streep und Jack Nicholson.

Für ihre Leistung in der Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks Six Degrees of Separation wurde die Schauspielerin 1994 für einen Oscar als Beste Schauspielerin nominiert. Es folgten Rollen in verschiedenen Filmen, unter anderem in To Wong Foo, Der Club der Teufelinnen, Zauberhafte Schwestern und Wo dein Herz schlägt.

1999 übernahm Stockard Channing die Rolle der First Lady Abigail 'Abby' Bartlet in der Fernsehserie The West Wing. Aus ihrer Gastrolle wurde bald ein fester Bestandteil der Serie, 2002 erhielt sie einen Emmy für ihre Leistung.[6] Mit einem weiteren Emmy wurde sie für die Darstellung der Judy Shepard in der Miniserie Die Matthew Shepard Story ausgezeichnet. Weitere Rollen folgten, so spielte sie zum Beispiel Klara Hitler in der internationalen Produktion Hitler - Aufstieg des Bösen. Neben Kate Hudson, Naomi Watts, Sam Waterston und Glenn Close spielte Channing 2003 in der Liebeskomödie Eine Affäre in Paris von James Ivory. Für Regisseur Woody Allen verkörperte sie im selben Jahr in Anything Else die Mutter von Christina Ricci, die bei dieser und deren Freund, gespielt von Jason Biggs, einzieht und das Leben des jungen Paares so noch weiter verkompliziert.

Im Jahr 2005 übernahm Channing erneut eine Hauptrolle in einer Fernsehserie. In der Comedyserie Out of Practice verkörpert sie eine Chirurgin und die Ex-Frau von Henry Winkler. Die Serie wurde mangels Zuschauer noch vor Ausstrahlung aller produzierten Folgen eingestellt. Für ihre Rolle wurde Stockard Channing jedoch nachträglich noch mit einer Emmy-Nominierung bedacht. Im selben Jahr spielte die Schauspielerin die Mutter eines Pornodarstellers in dem AIDS-Aufklärungsfilm 3 Needles. Zusammen mit ihren Kollegen Olympia Dukakis, Shawn Ashmore, Lucy Liu machte sie bei der Premiere des Films sowie Aufführungen Werbung für Kampagnen gegen die Immunerkrankung.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Michael A. Lipton: Lady of the House. In: People weekly. 14. Januar 2002, ISSN 07098910227, S. 64.
  2.  Paul Wontorek: Long Live the Queen. In: InTheater. 12. April 1999, ISSN 074470927839, S. 17.
  3.  Paul Wontorek: Long Live the Queen. In: InTheater. 12. April 1999, ISSN 074470927839, S. 16.
  4. a b  Paul Wontorek: Long Live the Queen. In: InTheater. 12. April 1999, ISSN 074470927839, S. 20.
  5.  Paul Wontorek: Long Live the Queen. In: InTheater. 12. April 1999, ISSN 074470927839, S. 18.
  6.  Michael A. Lipton: Lady of the House. In: People weekly. 14. Januar 2002, ISSN 07098910227, S. 66.