Stockholm (Schiff, 1946)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stockholm
Als Athena im November 2005 in Nizza

Als Athena im November 2005 in Nizza

p1
Schiffsdaten
Flagge SchwedenSchweden Schweden
Deutsche Demokratische RepublikDDR (Handelsflagge) DDR
NorwegenNorwegen Norwegen
ItalienItalien (Handelsflagge) Italien
PortugalPortugal Portugal
andere Schiffsnamen

Völkerfreundschaft (1960-1985)
Volker (1985–1986)
Fridtjof Nansen (1986-1989)
Surriento[1] (1989–1992)
Italia I (1993)
Italia Prima (1993–2000)
Valtur Prima (2000-2003)
Caribe (2003–2005)
Athena (2003-2012)
Azores (seit 2013)

Schiffstyp Passagierschiff
Bauwerft Götaverken, Göteborg
Stapellauf 9. September 1946
Verbleib in Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
160,06 m (Lüa)
Breite 21,06 m
Vermessung 11.700 BRT
 
Besatzung 200 Mann
Maschine
Maschine 2 × Dieselmotoren
Maschinen-
leistung
12.000 PS (8.826 kW)
Geschwindigkeit max. 19 kn (35 km/h)
Propeller 2
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 113 1. Klasse
282 Touristenklasse
Sonstiges
Registrier-
nummern

IMO-Nr. 5383304

Daten als Azores
Flagge

PortugalPortugal Portugal

Heimathafen

Madeira

Rufzeichen

CQRV

Vermessung

16.144 BRZ

Das Passagierschiff Stockholm wurde 1946 in der Werft Götaverken in Göteborg (Schweden) gebaut und zunächst auf Transatlantik-Fahrten eingesetzt. Später wurde es mehrfach umgebaut und umbenannt. Es ist bis heute im Einsatz und somit das am längsten im Dienst befindliche Transatlantik-Schiff der Welt.

Bekanntheit in Deutschland erlangte es als DDR-Urlauberschiff unter dem Namen Völkerfreundschaft.

Spätere Namen für dieses Schiff waren unter anderem Fridtjof Nansen, Italia Prima, Valtur Prima und Athena. Aktuell heißt es Azores.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Jungfernfahrt absolvierte das Schiff am 21. Februar 1948 auf der Strecke von Göteborg nach New York. 1952 wurde es umgebaut und hatte danach 12.644 BRT und Kapazität für 86 Passagiere der 1. Klasse und 584 für die Touristenklasse. 1955/56 wurde die Ladeluke III mit dem Kinosaal überbaut und der Laderaum III in jeweiliger Deckslage anderer Raumnutzung zugeführt.

Die Stockholm nach der Kollision

Am 25. Juli 1956 lief die Stockholm aus New York aus und kollidierte kurz vor Mitternacht in einer Nebelbank nahe Nantucket mit dem doppelt so großen italienischen Liner Andrea Doria, den sie mittschiffs steuerbordseitig traf. Die Andrea Doria sank 11 Stunden später, 46 Menschen (von 1706) starben; auf der Stockholm gab es fünf Todesopfer. Sie nahm einen Teil der geretteten Passagiere (545) von der Andrea Doria auf und fuhr nach New York zurück, wo sie bis zum 5. November ein völlig neues Vorschiff (Bug) erhielt.

Die Völkerfreundschaft 1972 in Rostock

Am 3. Januar 1960 wurde das Schiff von der DDR gekauft, in Völkerfreundschaft umbenannt und dem FDGB übergeben.[2] Es wurde zu einem Einklassenschiff mit 568 Passagieren und 12.442 BRT umgebaut und so für eigene Urlaubsfahrten genutzt, aber auch an fremde Gesellschaften verchartert. Während der Kubakrise im Oktober 1962 durchfuhr das mit Urlaubern besetzte Schiff die US-amerikanische Blockadelinie und erreichte unversehrt Kuba.

Im Jahr 1985 verkaufte die DDR die Völkerfreundschaft an die Neptunus Rex Enterprise, die das Schiff in Volker umbenennen ließ und im August im Oslofjord vertäute. Im September 1985 wurde es nach Southampton verlegt.

Am 20. Dezember 1986 wurde das inzwischen vierzig Jahre alte Schiff in Fridtjof Nansen umbenannt und in Oslo als Unterkunft für Asylbewerber stationiert. Nach einem weiteren Verkauf im Mai 1989 wurde es an die Star Lauro SpA verkauft und nach Genua geschleppt. Ab 1992 wurde es unter der Leitung des italienischen Architekten Beppe de Iorio in ein modernes Kreuzfahrtschiff umgebaut, wobei vom alten Schiff lediglich ein Teil des besonders stabilen Schiffsrumpfes verblieb. Ab 1995 war das Schiff der Reederei NINA Spa. für mehrere Charterer in Dienst, darunter Neckermann Seereisen. Ab 1999 kam es als Valtur Prima für Rundreisen ab Kuba zum Einsatz. 2004 kaufte der Reeder George P. Potamianos das Schiff für seine Reederei CIC und benannte es nach einer umfänglichen Renovierung 2005 in Athena um. Ab 2007 war das Schiff für den deutschen Veranstalter Vivamare Urlaubsreisen im Einsatz, der zwischenzeitlich in Insolvenz ging. 2009 gab die Athena ein kurzes Gastspiel bei Phoenix Reisen als Ersatz für die Alexander von Humboldt. Wegen offener Forderungen von Gläubigern der Reederei wurde das Schiff im September 2012 in Marseille an die Kette gelegt.

Die Azores 2014

Im Mai 2013 wurde das Schiff von der neu gegründeten Reederei Portuscale Cruises gekauft, die es in Azores umbenannte. Ab März 2014 war es für Ambiente Kreuzfahrten in europäischen Gewässern im Einsatz.[3][4] Die Zusammenarbeit zwischen der Marke Ambiente Kreuzfahrten und Portuscale Cruises wurde aber aufgrund geringer Passagierzahlen am 5. September 2014 eingestellt.[5] Ab 2015 soll das Schiff von Cruise & Maritime Voyages gechartert werden und dort die Discovery ablösen.[6]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: IMO 5383304 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. MS "Völkerfreundschaft". Abgerufen am 22. März 2014.
  2. Gerd Peters: Vom Urlauberschiff zum Luxusliner - Die Seetouristik des VEB DSR Rostock. Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg 2005, ISBN 3-7822-0920-6, S. 14/15
  3. Webseite von Ambiente Kreuzfahrten
  4. Völkerfreundschaft zurück in Deutschland. In: Täglicher Hafenbericht vom 4. Oktober 2013, S. 1
  5. MS Azores: Portugiesische Reederei „Portuscale Cruises“ und Ambiente Kreuzfahrten beenden Zusammenarbeit. Abgerufen am 29. Mai 2014.
  6. CMV charters classic cruise ship Azores to replace Discovery in 2015. 27. Juni 2014, abgerufen am 28. Juni 2014.